Schmerzhafte Weihnacht –

ab jetzt ich

Vom Warum, Weshalb und Wie des Schenkens und was es uns sagen kann

In einer Zeit, in der die meisten Menschen alles haben, was sie brauchen, und sie sich auch ihre Wünsche meistens selbst erfüllen können, wird es zunehmend schwieriger, ihnen eine Freude mit einem Geschenk zu machen. Es ist für mich daher umso wichtiger, die Verbindungen zu den mir wichtigen Menschen zu pflegen, mit ihnen zu sprechen und aufmerksam zu sein, gut hinzuhören und so die Möglichkeit zu haben, herauszufinden, welche (manchmal auch geheimen) Wünsche sie dennoch haben.
Entdecke ich auf diese Weise keine eindeutigen Hinweise, habe ich die Möglichkeit, ein Geschenk auszuwählen, das zwar keinen direkten, evt. geheimen, Wunsch erfüllt, aber dennoch etwas ist, bei dem ich spüre, das es Freude bereitet bzw. demjenigen gut tut. Und selbst dafür mache ich mir Gedanken die im engen Bezug zur zu beschenkenden Person stehen, sprich ich kenne z. B. die persönlichen Bedürfnisse (Ruhe, Entspannung, ein spezieller Geschmack hinsichtlich Genuss auf verschiedenen Ebenen, wie Kunst, Kultur, Essen & Trinken etc.). So weit mal das Grundsätzliche.
Weiterhin ist es für mich so, dass meine Freude daraus resultiert und ich Dankbarkeit erfahre, dass ich miterleben darf, wenn ein von mir überreichtes Geschenk ausgepackt wird. Sehe ich leuchtende Augen? Ein breites Lächeln? Höre ich womöglich einen kleinen Jubelschrei? Habe ich einen Treffer gelandet? Dabei geht mir das Herz weit auf.
Ich gebe zu, dass ich solche Effekte nicht immer erreichte, sondern auch zwei, drei Mal in meinem Leben mit meiner Intention beim Schenken danebenlag. Das kann passieren. Und ich merke das natürlich, wenn ich dabei bin. Merke ich es nicht, weil ich weit entfernt bin, höre ich es an der Stimme, wenn das Dankeschön des Beschenkten nicht ganz so klingt, wie es klingen würde, wäre er wirklich erfreut. Einmal lag ich bei gleich drei Menschen vollkommen daneben – ich sitze hier und lache noch immer, denn ich weiß bis heute nicht, was mich ritt, solche Geschenke auszuwählen; sie waren zweifelsohne gut gemeint, aber eben nicht ganz passend. Ein Glück für mich: Die drei sagten mir ganz ehrlich, dass ich Fehlgriffe getan hatte. Dafür war und bin ich sehr dankbar, und es ist mir danach nicht mehr passiert.

Die erste Voraussetzung

Man hatte mich zum Geburtstagskaffee eingeladen. Ein Enkelkind feierte seinen Dreizehnten. Ich sagte zu, erhielt ein „Supi, Omi!“ und gleich danach die Frage: „Hast du meine Liste schon?“
Wäre ich meinem spontanen Impuls gefolgt, hätte ich sofort wieder abgesagt. Was ist das, fragte ich mich. Wurde ich eingeladen, um zu schenken? Gleich danach warf ich mir vor, dass das ein hässlicher Gedanke war. Wie war ich denn drauf, so etwas auch nur zu vermuten? Mein Bauchgefühl widersprach aber vehement, dass der Gedanke sehr wohl richtig und keineswegs hässlich, sondern angebracht war.
Zwei Tage später rief ich die Amazon-„Wunschliste“ auf (dieses Internetwarenhaus übernimmt inzwischen scheinbar auch die Aufgaben des Christkind-Büros), und schaute nach, welche „Wünsche“ das Kind hatte. Neben mancherlei Spielzeug entdeckte ich eine Yoga-Matte. Spielzeug, so überlegte ich, würde in kurzer Zeit nicht mehr relevant sein. Dreizehnjährige entwickeln sich ja derart schnell vom Kind, das spielt, zu einem immer erwachsener werden Teenager, der definitiv andere Interessen entdeckt, dass ich kein Spielzeug schenken mochte. Die Yoga-Matte hingegen ließ darauf schließen, dass die Enkelin nun doch eine sportliche Aktivität realisieren könnte. Ich freute mich. – Sie hatte nämlich lange Zeit regelmäßig mit viel Freude und Talent getanzt, und darin war sie wirklich sehr gut. Dann hätte sie gern Hand- oder Basketball gespielt, doch leider waren diese Möglichkeiten ihr verschlossen, worüber sie traurig war. –
Der Geburtstagskaffee. Ich überreiche mein Geschenk. Sie packt es aus. Freude? Ich finde es erschreckend, wie gut schon 13-Jährige dieses eine Lächeln aufsetzen können, das dem unaufmerksamen Beobachter zeigt, wie groß die (nur scheinbare) Freude ist.
Was machst du nun Schönes damit, wollte ich neugierig von ihr wissen. Ihre Antwort: Weiß ich noch nicht. Ich war irritiert und enttäuscht im gleichen Augenblick, wäre am liebsten aufgestanden und nach Hause gegangen. Erinnerungen drängten sich vor mein geistiges Auge. Ich hatte schon Geschenke gemacht, liebevoll ausgesucht, verpackt und von Herzen überreicht, die ihr Dasein dann Wochen später – noch in der Geschenktasche – z. B. hinter einer Wohnzimmer- oder Küchentür fristeten. Bilder die nie ihren Weg an eine Wand schafften und sehr wahrscheinlich … nein, ich will gar nicht mehr an diese (gottlob seltenen, aber leider passierten) für mich schmerzhaften Erfahrungen denken.
Gut, sinnvoll und von Herzen zu schenken, setzt voraus, dass eine wahrhaftige Verbindung besteht. Ich treffe die Menschen nicht nur, ich spreche ja auch mit ihnen, und zwar je näher sie mir sind, umso persönlicher. Anders kann ich nicht erfahren und erspüren, was für ein Geschenk sie erfreuen könnte.
Eine gute Verbindung ist die erste und eine unabdingbare Voraussetzung dafür.

Die zweite Voraussetzung

Aufgrund von räumlicher Entfernung kann die unmittelbare Kontaktpflege live und in Farbe erschwert sein. Das führt aber zwangsläufig nicht dazu, dass die Verbindung qualitativ leidet. Erst recht nicht heutzutage, wo wir Kontakte rund um den Erdball sogar von Angesicht zu Angesicht mit Skype, Facetime o. ä. Plattformen pflegen können.
Es kommt eine weitere wichtige Voraussetzung hinzu: Interesse aneinander.
Eigentlich, also meiner Meinung nach auf jeden Fall, gehört dies untrennbar zur Pflege der Verbindung dazu. Ich habe Interesse am anderen, und selbstverständlich umgekehrt. In Unterhaltungen höre ich aufmerksam zu, ich frage, ich antworte, ein angenehmes Hin und Her findet statt, und je offener und ehrlicher die Kommunikation ist, umso mehr weiß ich vom Anderen, seinen Interessen, Wünschen, Plänen. Wie gesagt, ich mache das so.
Gute Verbindung und Interesse sind das Lebenselixier für den Geist des Schenkens.

Es läuft schief,

… wenn Geschenke gemacht werden, wenn man denkt
– na ja, es ist halt Weihnachten,
– es ist ja Geburtstag
– Ostern eben

oder sonst eine kalendarische Angelegenheit, denn da „muss“ man ja was schenken.
Schon vor vielen Jahren machte ich die Erfahrung, Geschenke zu erhalten, von denen ich einfach nicht wusste, ob ich mich über sie freuen sollte oder … Aber wer gibt schon zu, dass es schlecht gewählt wurde? Und zurückgeben? Das geht ja gar nicht. Was tun?
Seit drei Jahren mache ich zunehmend die Erfahrung, dass einerseits ich Geschenke erhalte, bei denen mir nicht klar ist, welcher Gedanke zur Geschenkidee geführt hat, und andererseits ich mir wochenlang das Hirn verrenke, um ein wirklich passendes Geschenk für Menschen zu finden, deren Wünsche, Interessen und Neigungen mir einst vertraut waren, bei denen ich aber inzwischen sprichwörtlich auf dem Schlauch stehe.
Die Gründe liegen auf der Hand: Die vorgenannten Voraussetzungen sind nicht mehr gegeben. So läuft das Schenken darauf hinaus, dass offensichtlich „irgendwas“ verschenkt wird. Und zuletzt erhielt ich das „Irgendwas“ nur mit einem Namensschildchen auf dem Geschenkpapier, nicht mal mehr mit von Herzen kommenden Worten und guten Wünschen auch fürs neue Jahr.
Das „Irgendwas“ bestand in diesem Jahr aus einem Kunst-Bildband. Beim Auspacken verschlug es mir die Sprache. Denn ich bin weder wirklich kunstinteressiert noch an Büchern über diese Kunst. Wie sind sie auf diese Idee gekommen, fragte ich mich. Unglücklicherweise hatte ich das Paket noch am Heiligabend ausgepackt. Das habe ich bis zum Einschlafen bedauert, denn es hat mich meine Nachtruhe gekostet, weil die Frage „Muss ich mich für ein Geschenk bedanken, über das ich mich gar nicht freue und mit dem ich nichts anzufangen weiß, und darf ich sagen, dass es mir nicht gefällt und es eben ‚völlig daneben‘ ist?“ ließ mich nicht zur Ruhe kommen. Und am Morgen schrie es laut in mir: NEIN. Damit muss jetzt mal Schluss ein!
Diejenigen, die mir den Bildband schenkten, ließen mir im vergangenen Jahr eine Bluse zukommen, zum Geburtstag gab es dann eine weitere. Beide Präsente sind, so glaube ich, ja wirklich lieb gemeint, aber sie passen einfach nicht zu mir. Ich bin kein Blusentyp. Und es ist immer ein kleines Lotteriespiel, wenn man Kleidung, Schmuck und Parfums verschenkt. Die meisten Menschen haben einen recht speziellen Geschmack, und ich selbst begebe mich inzwischen nicht mehr auf dieses Glatteis. So hängen die beiden Blusen seit einem Jahr ungetragen im Schrank herum. Für diese habe ich mich artig bedankt und die gute Absicht wertgeschätzt. Dachte: Man kann sich ja mal irren, und auch zweimal. Gar nicht schlimm. – Aber dreimal?
Es ist nicht nur das 3. Mal, sondern es ist eben dieses Buch und die Art des Überreichens (bzw. Übersenden), das schlicht den Gipfel von Desinteresse signalisiert. Nein, das ist keine Einbildung oder etwas, das nur der rationale Verstand negativ einschätzt. Es ist das Gefühl, das mich seit drei Jahren hartnäckig darauf stößt, dass … es fällt mir unsagbar schwer, das zu schreiben, es auszusprechen. DASS EINE VERBINDUNG ZU MIR NICHT GEWÜNSCHT IST.
Das Buch fühlt sich wie ein Stoppschild an, vor das ich blind und taub in voller Fahrt gesemmelt bin.
So fasste ich mir ein Herz und schrieb ein Danke für das Buch, aber auch den Wunsch, künftig keine Geschenke mehr bekommen zu wollen. Mein Sohn wollte wissen, warum, und so erklärte ich ihm, was ich unter dem „Geist des Schenkens“ verstehe. Damit drückte ich natürlich auch aus, wie es um die Qualität der Verbindung zwischen ihm, seiner Frau und mir inzwischen bestellt ist. Er quittierte es mit einem „ok“. Seine Frau tat es ihm gleich.

Die Botschaft

In diesem einen speziellen Fall weiß ich, dass die Ursachen tiefer liegen. Dabei habe ich sie inzwischen klar auf der Hand. Ich weiß auch, dass es nicht am „Geist des Schenkens“ liegt, sondern dass das nur der sicht- und fühlbare Akt ist für das, was Geschenke (manchmal) wirklich an Botschaft übermitteln. Und da muss gar nicht heruminterpretiert werden. Würde ich in gleicher Weise agieren, hätte ich meinem Sohn vermutlich ein paar überflüssige, blöde Socken geschenkt und meiner Schwiegertochter eine Schachtel Pralinen. Es wären eben Geschenke gewesen, weil man an Weihnachten irgendwas schenken muss.
Diesem für mich nicht existenten Zwang beuge ich mich nicht. Bevor ich irgendwas ohne Sinn und jede Bedeutung verschenke, schenke ich lieber gar nichts Gegenständliches.
An dieser Stelle ein Wort zum Verschenken von Gutscheinen: Man mag jetzt argumentieren, dass ich doch so etwas hätte verschenken können. Aber sowohl die Erfahrung, dass Gutscheine häufig ungenutzt blieben (also Geld zum Fenster rausgeschmissen wurde) und ich Gutscheine einfallslos finde, hat mich davon Abstand nehmen lassen. Gutscheine sind eine gute Lösung, wenn die Beschenkten z. B. verreisen und im Gepäck kein Geschenk mehr Platz hat oder eine Verlegenheitslösung, wenn man nicht mehr weiß, was der Beschenkte brauchen kann/sich wünscht. Das ist doch furchtbar! Oder?
Statt eines einfallslos verschickten Buches wäre Zeit als Geschenk schön gewesen. Man hätte mich zum Kaffee einladen können, mit guten Gesprächen und erlebter Gemeinsamkeit. Man hätte mich besuchen können … Aber man war schon seit drei Jahren nicht mehr hier. Und Corona allein ist nicht der Grund.

Die Verbindung ist unerwünscht

Es fällt mir jetzt schon etwas leichter, diese Erkenntnis zu schreiben. Es hat lange genug gedauert, es zu kapieren und oft wehgetan, mich in diesem Jahr schon viermal krank gemacht. Das will ich jetzt nicht mehr zulassen.
Das, was mir an „Familie“ immer wichtig war, was ich schützen wollte, ist endgültig zerbrochen. Bei aller Individualität, die ich meinen Kindern stets zugestand, ja geradezu von ihnen wünschte, wäre es wichtig gewesen, dass sie mich mit der Aufgabe des Schützten dieses kleinen Kreises von „Familie“ nicht alleine gelassen hätten. Das einzige Kind, das sich seit dem ersten schlimmen Riss in dieser kleinen Gemeinschaft (vor 3 Jahren) fortgesetzt darum bemühte, die Verbindungen aufrechtzuerhalten, ist meine Tochter. Die Söhne reden nicht miteinander. Sie haben auch kein Interesse an ihrer Schwester, da ist die Kommunikation lange schon erheblich gestört. Manchmal möchte ich sie alle drei in Therapie oder zu einem Mediator schicken, damit sie die Missverständnisse ausräumen können, ohne auf ihren jeweils unterschiedlichen Ebenen die Ursachen ständig beim anderen zu suchen. Aber das ist ihre Sache; sie sind erwachsen.

Ich bin der Mensch, der mir am nächsten steht

Für diesen Menschen bin ich allein verantwortlich, um diesen muss ich mich kümmern, ihn umsorgen und ihn (weiterhin und sehr viel mehr) lieben als ich es bisher getan habe. Die Zeit des Mich-um-die-lieben-„Kleinen“-kümmerns ist vorbei.
Immer wieder erinnere ich mich an die vielen kleinen Erkenntnisse (ja, geradezu Erleuchtungen), die ich erfuhr, als ich 1997 Khalil Gibran las: „Der Prophet“, „Die Geheimnisse meines Herzens“ und eine Sammlung seiner Texte unter dem Titel „Hinter dem Schleier der Nacht leuchtet das Licht“. In diesem Sinne sind besonders Von den Kindern und Von der Freundschaft aus „Der Prophet“ für mich richtungweisend gewesen. Meine Kinder gehören mir nicht … Sie sind Söhne und Tochter der Sehnsucht des Lebens nach sich selber. Sie kamen durch mich, aber nicht von mir. Ich darf ihnen meine Liebe geben, aber nicht meine Gedanken. Denn sie haben ihre eigenen Gedanken. Ich gab ihren Körpern ein Haus, aber nicht ihren Seelen. Denn ihre Seelen wohnen im Haus von morgen, das ich nicht besuchen kann, nicht mal in meinen Träumen. Ich darf nicht versuchen, sie mir ähnlich zu machen … und „Denn das Leben“, so schreibt Gibran weiter, „läuft nicht rückwärts noch verweilt es im Gestern“.

Das Jahr des Loslassens

Obwohl ich ein wirklich schönes Weihnachtsfest erlebt habe mit einem wundervollen Heiligabend im Haus meiner Tochter und ihres Ehemanns, mit dessen Bruder und deren Mutter, an dem wir gemeinsam kochten, aßen und zusammen spielten, viel lachen konnten, und einem 2. Weihnachtstag im Kreis wirklich liebenswerter Menschen im Haus, in dem mein 2. Sohn mit seiner Lebensgefährtin lebt, ist es eine schmerzhafte Weihnacht gewesen. Gekennzeichnet von Klarheit, die zwar noch einmal wehtat, die aber auch wohltuend wirkte, weil sie mich gleichzeitig vom Schmerz, den ich durch Widerstand und Nicht-wahrhaben-wollen fortgesetzt in mir trug, befreite.
Die Einsicht, dass Gemeinschaften, in denen ich meinerseits alles einbringe, mir aber von den anderen nicht ebenso Interesse, Aufmerksamkeit, Achtung, Respekt, ja Liebe entgegengebracht werden, sondern deren eigenen Interessen im Fokus stehen, mich künftig zerbrechen und auffressen würden, ist gleichermaßen wohltuend und schmerzhaft.
Es gibt dieses Bild von einem imaginären Rucksack, den wir alle mit uns tragen. Es ist der Rucksack unseres Lebens. Wir stopfen unablässig alles Mögliche hinein. Ich werde die letzten Tage dieses Jahres fortgesetzt nutzen, meinen Rucksack zu erleichtern. Alles, was mich belastet, was mich an meinem lebendigen Dasein, an meiner Weiterentwicklung und freien Entfaltung hindert, nehme ich heraus und löse mich von Menschen, die mir nicht oder nicht mehr guttun.
Und ich möchte hier noch jemanden erwähnen, dessen Statements mir in diesem Jahr die Augen und das Herz für mich selbst geöffnet haben: Prof. Gerald Hüther. Ich gehe nicht im Einzelnen auf das ein, was er so nachhaltig auf mich Wirkendes gesagt hat, wenn ich ihm gelegentlich zuhörte. Nur so viel: Ich entdecke meine eigene Lebendigkeit wieder. Und ich bin ok, so wie ich bin. Ich werde niemandem mehr einen Gefallen tun, indem ich mich äußere, um seinen oder ihren Vorstellungen zu entsprechen, weder verbal noch in meinem Verhalten. Solange ich mit mir im Reinen bin, ist die Welt in Ordnung. Wer das anders empfindet, mag fernbleiben und seinen Weg gehen, und ich lasse in Liebe los. Wer geht, macht Platz für all jene, die mit mir sein mögen.

In diesem Sinne gehe ich ins Jahr 2023. Woher das starke Gefühl kommt, dass es für mich ein absolut besonderes Jahr sein wird, dem weitere in diesem Geist folgen werden, weiß ich nicht. Es ist in diesem Augenblick auch nicht wichtig. Einzig das gute Gefühl jetzt und hier zählt.


Allen, die hier lesen und auch künftig lesen mögen, wünsche ich von ganzem Herzen und mit der Kraft der All-einen-Liebe ein wundervolles neues Jahr und beste Aussichten für die Zukunft …

Herzlichst
die Wilma ❤️

Beitragsbild von Zorro4 http://www.pixabay.com

Die Post und ihre Neuerungen

Da hat’s der Wilma gereicht

Es ist zum Mäusemelken!
Das war gestern der Aufreger schlechthin.
Boah, war ich sauer!!!

Was war passiert?

Schlimm genug, dass jemand mit einer alten Wohnanschrift, meinem Geburtsdatum und einer ewig nicht mehr existierenden Mailadresse, die er oder sie nach Gutdünken ein bisschen verändert, Schindluder treibt; sprich: Betrug!!! Deshalb werde ich zurzeit zum zweiten Mal in anderthalb Jahren von einem Inkasso geärgert, das Geld eintreiben möchte für etwas, das ich nicht gekauft habe. Sowas setzt einen Rattenschwanz unangenehmer Aktionen in Gang: Anzeige erstatten bei der Polizei, sich rechtfertigen und nachweisen müssen, dass man nicht der Besteller ist. Die Polizei stellt so ein Verfahren nach etwa 6 Wochen ein, denn es findet sich kein Schuldiger.
Jetzt sollte ich zum dritten Mal nachweisen, dass ich Anzeige erstattet habe. Weil bei diesem Inkassounternehmen anscheinend niemand gewissenhaft das Mailpostfach betreut, sind die gewünschten/geforderten Anhänge (eben meine Nachweise) offensichtlich dort nicht vorhanden, obwohl ich sie stets unverzüglich gemailt hatte.
Ziemlich verärgert habe ich alles ausgedruckt und mit einem entsprechenden Begleitschreiben per EINSCHREIBEN/RÜCKSCHEIN auf den Weg gebracht. Denn langsam reicht es mir mit dem Laden, und bevor ich dort persönlich aufschlage und vielleicht Dinge sage, die ich hinterher bereuen muss … nee, lieber höflich schreiben.

„Der RÜCKSCHEIN wurde abgeschafft!“

Hä? So wie das hier zu lesen steht, hab ich wohl auch geguckt, als die Mitarbeiterin der Post mir das mitteilte. „Ja, das rosa Ding gibt es nicht mehr.“ Ein Einschreiben wäre möglich, aber nicht mehr mit RÜCKSCHEIN.
Mhm, nun hatte ich ja schon online geschaut, ob ich mir den Gang zur Post für ein einzelnes Brieflein schenken könnte. Und da hatte ich gesehen, dass – ja! – es den RÜCKSCHEIN wie gewohnt nicht mehr gäbe, aber dass ich online ein Rückscheinheft kaufen könne. 48,50 EUR soll das gute Stück kosten, da wären dann gleich 10 drin. Brauche ich aber nicht. Für das eine Einschreiben/RÜCKSCHEIN, das ich in 10 Jahren mal benötige, kaufe ich kein ganzes Heft. Ansonsten war online buchen für Kunden direkt nicht möglich.
Ich also zur Post … erhalte obige Aussage und widerspreche.
Bevor sich eine Diskussion entwickeln konnte, entdeckte ich auf der Theke ein Infoblatt mit den neusten Informationen zum RÜCKSCHEIN. Und siehe da, man kann es online buchen.
Die Mitarbeiterin war völlig überrascht. Eher uninformiert.
Es gelang ihr, mein Einschreiben mit RÜCKSCHEIN online zu buchen und den Umschlag entsprechend zu dekorieren; Kosten 5,87 EUR (wenn ich gerade nicht irre). Eine Benachrichtigung würde ich online erhalten, was dem RÜCKSCHEIN in seiner Funktion entspräche. Fein, dachte ich.

Hurra!

Die Freude währte nur kurz.
Am Folgetag (Dienstag) schaute ich in die Sendungsverfolgung, denn mir war äußerst wichtig, dass meine Unterlagen termingerecht beim Inkasso eingehen. Mit denen ist ja angeblich nie zu spaßen, und mir war/ist die Sache schon grundsätzlich unangenehm.
Wieso eigentlich? Ich bin ja unschuldig??? Grrrrr!
Nun, jedenfalls sah ich, dass mein Einschreiben bereits angekommen war: Der Empfänger habe ein Postfach, dort habe man eine Benachrichtigung zur Abholung eingelegt. Da ich mal bei Postens gearbeitet habe, weiß ich, wie sowas läuft. Ich fühlte mich sicher.
Tags darauf (Mittwoch): unveränderter Sendungsstatus. Die Abholung war noch nicht erfolgt. Noch einen Tag später: gleiche Meldung. Freitag, Montag, gestern …
Niemand scheint sich um dieses Postfach zu kümmern.
Aus Hurra wurde Grummel.

Es reicht!

dachte ich, und so wählte ich die unter dem Sendungsstatus vermerkte Rufnummer, um den Sendungsstatus prüfen zu lassen. Aus Erfahrung weiß ich ja schon, dass es da mal haken kann, und dann wurde nur die Meldung nicht aktualisiert. Was eigentlich auch ein Unding ist.
Es tutet, und schließlich spreche ich mit einem Automaten (hä?). Der prüft (?) gemäß meinen Eingaben am Telefon den Sendungsstatus – und kommt natürlich zum gleichen Ergebnis. Das hätte ich mir also schenken können.
Flugs wählte ich die Rufnummer des Inkassounternehmens. Mit sehr gebremstem Ärger frage ich, wann man denn gedenke, ins Postfach zu schauen und erzähle auch, dass ich telefonisch hatte prüfen lassen, wie der Sendungsstatus sei. Man informiert mich, dass die Sendung natürlich (?) eingegangen sei, man habe es vermerkt. Es würde halt nur dauern, bis das nun bearbeitet wird.
Mit einem „ich will, dass diese Sache endlich vom Tisch kommt“ verabschiede ich mich und bin so nett und wünsche (ganz ehrlich) einen schönen Tag (denn die junge Dame war wirklich freundlich).

Zwei Stunden später …

denke ich: Nee! Liebe Deutsche Post, das ist doch ein Ding der Unmöglichkeit, und das kann ich so nicht stehenlassen!
Jetzt habe ich an den Vorstandsvorsitzenden geschrieben. Es hat überhaupt keinen Sinn, einem Mitarbeiter in der Filiale oder in der Agentur die Hölle heiß zu machen. Schon immer erhalten die Filialen stapelweise Infoblätter mit Änderungen, Neuerungen etc. Man hat schon zu nicht-digitalen Zeiten kaum durchgeblickt. Das ganze Postuniversum war ein riesiger Beamtenapparat mit dem dazugehörigen Formular- und Regel-Dschungel.
Das Online-Gedöns hat mit seinem durchaus vorhandenen Potenzial zur Vereinfachung leider nicht wirklich zu Verbesserungen geführt. Die Instrumente Computer und Onlineverfahren müssen auch beherrscht werden sozusagen. UND sie benötigen höchste Aufmerksamkeit, sonst laufen die Dinge schief. Dass sie mitunter gehörig schieflaufen, erfahren meist nur die Kunden am Schalter oder am heimischen PC. Man kann sich beschweren – telefonisch mit Automaten, wenn man Glück hat mit einem völlig überlasteten und schlecht gelaunten Mitarbeiter chatten. Und bis zu einer gewissen Stelle im Post-Apparat mag die Klage auch vordringen, doch jene, die sich all die wunderschönen „Verbesserungen“ und „Vereinfachungen“ am grünen Tisch ausdenken, erreichen sie nicht. Ich schrieb Herrn Dr. Appel, dass bis zu seinem Schreibtisch alles hübsch gefiltert wird. Insofern ich ihm natürlich nicht persönlich einen Vorwurf mache.

Der Brief ist weg

Ich habe sowas mal mit der Telekom gemacht, weil es immer und immer wieder Probleme gab. Anfangs mit der Leistung, die vereinbart war und nicht geleistet wurde. Erst als ein echter Techniker (einer vom „alten Schlag“, der noch Ahnung davon hat, was er tut) nachschaute und prüfte, wurde erkannt, dass ich „falsch verkabelt“ war, und zwar nicht hier in meinem Büro, sondern draußen im Ort in einem von zwei Verteilerkästen. Dann wollte ich eine Leistung, die ich nicht beanspruche, aus dem Paket heraus haben. Die Telekom verweigerte dies. Das sei nicht möglich. Dass das dann doch möglich war, verdanke ich meinem mutigen Schreiben an den Vorstand. Und plötzlich ging das, was mir die Mitarbeiter im Chat und per Mail hartnäckig und stur, wenn auch freundlich verweigerten.
Vielleicht sollten mehr Menschen mutig sein und sich an die Geschäftsführer der jeweiligen Unternehmen wenden. So wie manche Menschen früher nach dem Vorgesetzten verlangten, wenn sie ihr gutes Recht durchsetzen wollten. Man kann viel jammern und klagen, sich letztlich meistens fügen und grummelig einen Haufen Geld ausgeben oder – wie im aktuellen Fall Einschreiben/Rückschein – wichtige Fristen versäumen, weil das System nicht funktioniert (mit den entsprechenden unangenehmen Folgen, für die dann keineswegs das System haftbar gemacht werden kann), oder man setzt sich für seine Belange ein. Das kann ja zur Folge haben, dass sich auch für alle anderen im System etwas zum Positiven ändert.

Abwarten

Ich gehe nicht davon aus, dass Herr Dr. Appel oder einer seiner Referenten, Assistenten … antworten wird. Aber gesagt habe ich es, bzw. geschrieben. Es musste raus!
Denn dieser Fall ist nur ein kleiner von ungezählten vielen, die in unserem Gesamtsystem haken und stolpern, die häufig mit keiner Logik mehr nachvollziehbar und zu verstehen sind. Dieses Unverständnis muss geäußert werden. Wenn wir immer nur die Klappe halten, ändert sich nix.

An dieser Stelle wünsche ich mir an entsprechender Position (am liebsten gleich mehreren Positionen) Menschen, mit innovativem Geist und Mut und Durchsetzungsstärke, die das erkennen und eine wirkliche Vereinfachung vornehmen, die allen dient und für alle Seiten Vorteile hat.

Wie mein Beispiel mit dem Pony. Und das habe ich in meinem Brief tatsächlich geschrieben: Ich werde mir ein Pony kaufen und meine Briefe höchst persönlich überbringen. Klingt lustig? Ist es nicht. Aber es wäre zuverlässig, ist nachhaltig und auf jeden Fall schont es die Nerven.
Auch ein Herr Dr. Appel sollte etwas zum Schmunzeln haben 😉

Grafik von naobim http://www.pixabay.com

Familie

Eine ausgestorbene Gemeinschaftsart?

Über „Familie“ hab ich früher nie nachgedacht. Also ‚früher‘ meint zu der Zeit, als ich zu Hause bei Eltern und Geschwistern lebte. Familie war einfach. Ich glaube, alle anderen haben darüber auch nicht nachgedacht. Eine Familie zu sein, war einfach gegeben.
Die Zeiten mit der Familie waren nicht immer harmonisch, ganz im Gegenteil. Kamen alle zusammen, ging es nicht nur heiter zu. Es wurde auch diskutiert, heiß gestritten und – je nach Alkoholpegel (leider) auch böse gezankt. Dennoch kam man wieder zusammen, sobald der Rauch der Schlacht verflogen war.
Man brauchte einander auch. Als beispielsweise mein Großvater mit seinen damals 67 oder 68 Jahren aufs Eis ging und wie der junge Jan Hoffmann (Welt- und Europameister im Eiskunstlaufen) über die glatte Fläche düste, ausrutschte und von einer anderen Eisläuferin mit deren Schlittschuh am Kopf „gerammt“ wurde … tja, da musste nach Koma und Klinikaufenthalt Betreuung her. So kümmerten sich wechselweise meine Mutter und meine Tante um ihn. Hilfe war selbstverständlich. Dafür wurden eigene Bedürfnisse vorübergehend zurückgestellt, Kompromisse bei der Unterbringung gemacht (mein Opa schlief auf der einen Seite des Ehebettes meiner Eltern, die teilten sich die andere Hälfte), und mein Großvater konnte allmählich gesunden im Kreis der Familie.
Man brauchte einander auch, um über Abwesende zu lästern. Etwas, das mich, als ich begriff, was die da taten, immer gestört hat. Wieso dürfen die das, dachte ich. Warum reden die nicht mit demjenigen? Da war ich etwa 11 oder 12 Jahre alt. Doch so ist das vermutlich in allen Familien, erkannte ich und erhielt ich auf Nachfragen auch als Antwort. Das sei normal. – Ich bin immer noch anderer Ansicht.
Meine Erinnerungen sind voll von Familientreffen, die ganz spontan stattfanden. Es reichte ein kurzer Anruf an einem Sonntagmorgen, schon packte meine Mutter das vorbereitete Essen ein, wir stiegen ins Auto und fuhren 50 km zu meiner Tante. Da „schmissen“ wir die Mahlzeiten zusammen und tafelten mit „alle Mann“ (wir waren dann zu zehnt) gemütlich am Tisch. Schwatzten und scherzten, hatten gute Stimmung.
Später, als ich selbst erwachsen war, funktionierte das auch noch. Stand irgendwas an, wobei Hilfe benötigt wurde, war immer jemand zur Stelle. Man musste nicht lange bitten.

Vorbei

Lange her!
Heute höre ich von meiner Tochter häufiger den Satz: „Mama, das waren andere Zeiten, das ist über 30 Jahre her.“ Gemeint ist derzeit allerdings eher sowas wie Wohnungssuche, Hauskauf, Renovierung, Behördendschungel und vieles andere mehr. Und sie hat recht damit: Es hat sich alles verändert. Nicht zum Besseren, stelle ich immer häufiger fest. Denn gerade was Wohnung, Haus, Behörden angeht, war es vor 30 Jahren vergleichsweise einfacher; allerdings empfanden wir es damals auch kompliziert und aufwändig. Heutzutage kommt meist Verwirrung hinzu, weil – zumindest ist das meine eigene Erfahrung – die rechten Hände oft nicht wissen, was die linken so tun und Vorschriften, Regeln und Abläufe Widersprüchlichkeiten aufweisen (die es aufgrund von Vorschriften, Regeln etc. eigentlich ja gar nicht geben sollte).
Jedenfalls stehen Familienmitglieder heutzutage nicht annähernd so zueinander wie ich es von früher gewohnt war. Es mag einer gesamtgesellschaftlichen Entwicklung geschuldet sein, kann an den heute völlig veränderten Lebensbedingungen in Privat- und Berufsleben sowie den Umständen, wenn Kinder da sind und Verpflichtungen mit Schule und Kita hinzukommen, liegen. Menschen sind eingespannter denn je und ihre Tage und Wochen zeitlich vollkommen durchgetaktet, weil das Pensum anders nicht zu bewältigen wäre. Zeit für Beziehungspflege sowohl im Familien- und Freundeskreis, aber auch schon in der Paarbeziehung gibt es nur sehr begrenzt oder sogar überhaupt nicht mehr.

Desinteresse und Ignoranz

Als wäre Zeitmangel nicht schon schlimm genug, kommen diese beiden Aspekte noch erschwerend hinzu. Zugegeben, das ist eine subjektive Wahrnehmung meinerseits. Aber ich weiß, dass es auch anderen so ergeht. Und ich kann es nicht anders bezeichnen, wenn ein Bruder seinen Bruder nicht mehr sehen, nicht mehr mit ihm reden will. Wenn die dazugehörige Schwester beide zwar noch einlädt, aber meistens nur mit einem von beiden rechnen kann, weil immer der eine nicht kommt, wenn der andere zugegen ist. Inzwischen sorgt schon der Gedanke an diesen Zustand bei ihr für Atemnot aus lauter Kummer. Wenn selbst da, wo man miteinander redet, kein Interesse am Leben des anderen gezeigt wird und Unterhaltung nichts weiter ist als Smalltalk; wenn immer nur ein oder zwei dieser kleinen Familie nachfragen, interessiert sind am Dasein der anderen, immer nur eine dieser beiden zum Grillen, Kaffeetrinken, Zusammensein einladen, sich kümmern und unter allen Umständen auch zur Stelle sind, wenn Hilfe gebraucht wird – dann stimmt etwas gewaltig nicht.
Immer sind es nahezu dieselben Gründe:
„… man hat keine Zeit“,
„… die Kinder/das Kind“,
„… der Job, Termine …“
und – wie ich finde – ganz besonders blöd ist ein Argument wie dieses: „… 140 km Anfahrt? Das liegt ja nicht um die Ecke! Wie soll ich da …“ – Ausreden. Letztendlich sind es Rechtfertigungen. Meiner Meinung nach. Besser: meinem Empfinden nach, was ein Unterschied ist. Jedem Kann-nicht liegt ein Will-nicht zugrunde. Ausnahme: Abwesenheit, die beruflich oder privat durch Urlaub, Krankheit u. ä. bedingt ist.
Denen, die immer hilfsbereit zur Stelle sind, ist die Entfernung beispielsweise völlig egal. Klaglos setzen sie ihre Freizeit ein, und haben sie keine, schaffen sie die Zeitfenster, um Hilfe möglich zu machen (beispielsweise bei einer Renovierung, einem Umzug etc.) Das wird gerne angenommen, auch dankbar. Aber wenn die Hilfephase überstanden ist, wird der Einsatz, den diejenigen geleistet haben, in irgendeine Kiste mit Erinnerungen gestopft und gerät in Vergessenheit.
Dies auch zum Thema „Zeitmangel“, weshalb freundschaftliche und familiäre Beziehungen nicht gepflegt werden können … Zeit kann man nicht haben, nicht besitzen, man schafft sie sich. Organisation ist (fast) alles. Und für Ausnahmesituationen kann jeder die eigenen Bedürfnisse auch mal beiseite lassen.

Fühlen, geben und nehmen

Im speziellen (also subjektiven) Fall ist noch eine Menge mehr mit im Spiel, das ist mir klar. Es ist auch nicht so, dass die Beziehungsmissstände erst jetzt entstanden sind. Das Ganze hat eine Entwicklung über einige Jahre; und wer weiß, wo die Wurzeln liegen …?
Jetzt jedoch ist ein Maß erreicht, an dem mir endlich klar ist: Familie, wie ich sie noch kannte, gibt es so nicht gar mehr. Wahlfamilie ist nicht zuletzt deswegen ein Lebensmodell, das seit Jahren auf dem Vormarsch ist. Auch das ist nicht neu, dass einem gute, liebe Freunde oft näher sind als die Blutsverwandten. Ich selbst bin ein Beispiel dafür, denn ich bin der Ansicht, dass Blut nur physikalisch dicker ist als Wasser, meine Bindung an die Blutsverwandten hat sich über die Jahre aufgelöst. Bestimmte Gründe gibt es nicht. Ist es vielleicht normal? Teilweise schon, aber nicht grundsätzlich.
Wo (Ver-)Bindung nicht auch gefühlt wird, gibt es bald keine mehr. Auch das eine persönliche Erfahrung. Und dazu gehört eben, dass man aneinander interessiert ist, dass man teilhat und der/die andere/n auch teilhaben lässt. Wie ich in einem interessanten Artikel lesen konnte, der meine eigenen Erfahrungen bestätigt, ist es ziemlich häufig so, dass Beziehungen über viele Jahre komplett einseitig laufen. Geben und Nehmen im Ungleichgewicht. Die einen geben nur, die anderen nehmen nur. Das führt irgendwann zu Frust auf der Geberseite, macht schlimmstenfalls sogar krank.

Abwendung

Ich las heute Morgen, dass „niemand es verdient hat, um Aufmerksamkeit zu bitten“. Wenn also immer nur eine Hälfte einer Beziehung Aufmerksamkeit etc. für die andere hat, im Gegenzug jedoch selbst keine erfährt, wenn alle Versuche, mit Gesprächen und Änderung des eigenen Verhaltens zu keinem Erfolg führten (willst du das Verhalten anderer ändern, ändere dein eigenes), muss irgendwann Schluss sein. Denn in einer solchen Beziehung reibt man sich sonst völlig auf.
Daher kann ich sagen, dass es sinnlos ist, das Verhalten aller anderen einer Gemeinschaft ändern zu wollen, da die anderen sich nicht ändern werden. Letztlich schließt man dauernd irgendwelche Kompromisse, bringt Verständnis auf, wo gar keins mehr ist und sein sollte, und geht irgendwann zugrunde.
So bleibt Abwendung tatsächlich die einzige Möglichkeit, sich von Traurigkeit, Enttäuschung, Wut und Frust zu befreien, damit man seelisch und körperlich gesund bleibt. Mit der Abwendung von den Nehmern, dem Rückzug aus einer einseitig gelebten und ungesund gewordenen Verbindung. Und man trifft (endlich) eine klare Entscheidung, mit wem man seinen Lebensweg weiterhin beschreitet und mit wem nicht – auch wenn es um die sogenannte „Familie“ geht. Es tut trotzdem und erheblich weh.
Der Entscheidungsprozess ist ein langer, ein schmerzvoller und sehr traurig. Aber wenn man lange genug gelitten hat, drängt sich dieser Schritt mit Macht auf. Wie befreiend es jedoch ist, den Entschluss umzusetzen, erlebe ich gerade.

Familie, wie ich sie noch erlebte, ist anscheinend ausgestorben.
Wie einst die Dinosaurier 😔

Ich hab’s nur nicht bemerkt.

Foto von https://pixabay.com/de/users/u_uf78c121-19064744/

Interessant: Gedankenwelt
Meistgelesene digitale Zeitschrift über Psychologie und Neurowissenschaft
Auch interessant in diesem Zusammenhang ist ein Beitrag von Gerald Hüther auf YouTube, in dem es um den liebevollen Umgang mit sich selbst geht. Gut 8 Minuten, die sich lohnen …




Welt verbessern

Soeben (endlich!) gelesen: „Wandlungen“ bei Ich lache mich gesund. Als hätte die Verfasserin meine Gedanken gelesen, dachte ich. Aus diesem Grund bediene ich mich hier des Rebloggens und möchte diesen guten Beitrag über „Wandlungen“ teilen.

https://ichlachemichgesund.blog

Ich weiß, es ist ansonsten zurzeit recht still bei mir. Aber ich habe viel zu tun und kann, was mir so im Geist herumwandert, nicht immer gleich schreiben, kann einstweilen nur Notizen machen. Aber es kommt wieder eine andere Zeit, die mich aktiver schreiben lassen wird … ganz sicher.

Ich wünsche euch allen einen ganz wundervollen Herbst.

Die Wilma 💕

Wolken, als würden Drachen fliegen …

So weit kommt’s noch

Gehen Sie in sich, Herr Minister

„Er ist ein Mensch wie jeder andere, das sollten wir nicht vergessen.“
Jaaa … dachte ich, stimmt schon.
Auch Robert Habeck ist ein Mensch.
Aber …

Das Leben ist rücksichtslos

Boah! Echt jetzt? Ja.
Sehen wir das doch mal so knallhart, wie es die allermeisten Menschen tagtäglich erleben. Der Job, die Familie, die Gesellschaft, ja, die ganze Welt fordert uns alle stark. Kaum jemand fragt danach, wie wir das aus- und durchhalten. Nicht mal wir selbst stellen uns die Frage, bis es unausweichlich wird, dass sie gestellt wird. Entweder von uns selbst oder von unseren Mitmenschen (sofern sie die Aufmerksamkeit dafür haben, dass da jemand auf dem Zahnfleisch geht).
Aber bis es so weit ist, halten wir durch. Wir krempeln die Ärmel hoch, reißen uns am Riemen, bringen uns mit unseren Fähigkeiten bestmöglich ein und organisieren unsere Kräfte, mobilisieren auch die allerletzten Reserven, um unseren Pflichten und jeder Verantwortung gerecht zu werden. Im Job werden wir dafür bezahlt. Unseren Familien geht es gut. Und solange es gutgeht und wir fit bleiben, dürfen wir das Geschenk des Zufriedenheitsgefühls erleben und dankbar sein sowie stolz auf unsere Leistung. Meistens schafft es der Mensch trotz solch hohen Einsatzes auch noch, recht alt zu werden.
Ich denke, die Abschnittsüberschrift stimmt doch nicht. Der Grund: Wir stellen uns selbst unsere Aufgaben, nicht das Leben. Damit schaffen wir uns all die Herausforderungen, denen wir dann auch gerecht werden wollen und müssen. Wenn also irgendwas oder irgendwer rücksichtslos ist, dann wir selbst.

Entscheidungen ändern

Wie ich gerade den ersten Gedanken „Das Leben ist rücksichtslos“, den ich als Meinung gedacht über dem ersten Abschnitt eingetragen hatte, am Ende zurücknehme, ändern Menschen im Laufe ihres Lebens und bei den Aufgaben, die sie sich erwählen, ihre Entscheidungen, und das gar nicht selten. Manche Ziele werden erreicht, andere nicht, und das nicht, weil es nicht zu schaffen wäre, sondern weil Menschen es sich auf dem Weg dahin z. B. anders überlegen, zu neuen Einsichten gelangen, sich auf dem Weg neue, bessere Optionen eröffnen, irgendwas passiert … Gründe gibt es viele. Letztlich bleibt häufig der Weg das Ziel.
Wenn ich also beispielsweise merke, dass ich einer Herausforderung nicht (mehr) gewachsen bin, überlege ich als verantwortungsbewusster Mensch sehr gut, ob ich weitermachen kann oder ob es nicht an der Zeit ist, meine Entscheidung zu überdenken und einen anderen Weg einzuschlagen – oder diesen auch ganz zu verlassen. Als denkender Mensch bin ich imstande, mir zu überlegen, welche anderen Möglichkeiten ich nutzen könnte und meine Meinung zu ändern. Als selbstbewusster Mensch stehe ich dann zu meiner neuen Entscheidung, auch wenn andere mich dafür vielleicht kritisieren oder als inkonsequent, gar schwach einschätzen. Sich selbst gegenüber verantwortlich zu handeln bedeutet auch, andere zu schützen. Denn wenn ich mit meinen Plänen scheitere und mir schade (z. B. durch Stress schwer krank geworden oder Ausfall durch Burnout-Syndrom), betrifft das auch beispielsweise meine Familie.
Für Kursänderungen im Leben bedarf es der Fähigkeit des Wahrnehmens, der (Selbst-) Erkenntnis und der selbstbewussten Entscheidung.

Was hat das mit Habeck zu tun?

Was nicht?
Seit er in Interviews, Talk-Shows und bei Reden auf dem Podium ziemlich gequirlten Blödsinn von sich gibt und auf Nachfragen teilweise höchst irritiert noch mehr Blödsinn spricht, habe ich ihn genauer beobachtet. Mein Gedanke zuletzt: Ich schreib ihm eine Mail und empfehle 6 bis 8 Wochen Bahamas, denn er befindet sich mitten im Burnout.
Wäre ich mit so einem Menschen befreundet, würde ich sogar handeln und nähme ihn an die Hand. Denn einen Freund oder eine Freundin lasse ich in solch einem Zustand nicht im Stich.
Doch halt!
Ein/e Freund/in wäre gar nicht erst in eine solche Verfassung geraten. Denn ich wäre dagewesen. Ich hätte bemerkt, was los ist, was sich anbahnt, und gemeinsam hätten wir verhindert, dass Schlimmeres eintritt.
Habeck ist auch ein Mensch. Stimmt. Aber: Hat er keine Freunde? Das wäre schlimm.
Schlimmer ist, dass die gesamt Öffentlichkeit Zeuge seiner Auftritte und dieses desolaten Zustands ist.
Fehlt es ihm an (Selbst-)Wahrnehmung? Das wäre ein worst case. Scheint mir aber die Tatsache. Doch befindet er sich in ebenso guter wie großer Gesellschaft, denn die Fähigkeit von Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung ist völlig untergegangen.
Als Mensch kann ich es einem anderen Menschen selbstverständlich nachsehen, wenn er in einen Zustand völliger Überlastung gerät – auch einem Herrn Habeck. Die Aufgabe, die er sich gestellt hat, wächst ihm, das ist offensichtlich, vollkommen über den Kopf. Die Dinge laufen nicht annähernd so, wie er sich das in seinem grünen Hirn ausgedacht hatte. Dann kommen noch andere Stolpersteine hinzu, denn im Bundeskabinett herrscht nach wie vor ‚Circus Maximus‘, da macht irgendwie jeder alles und nichts und vor allem das, was er oder sie will und das mit einer Willkür, dass denkenden Menschen Angst und Bange wird.

Zeit für eine mutige Entscheidung

Mutig müsste sie eigentlich nicht sein. Ich persönlich erwarte von einem Menschen, der sich in ein so verantwortungsvolles Amt wie das eines Ministers ganz gleich welchen Ministeriums wählen lässt, dass er über Bildung auf allen Ebenen verfügt (geistig, emotional, beruflich, lebenserfahren …), im Vollbesitz seiner physischen und psychischen Kräfte ist und mit dem entsprechenden Elan, mit Weitsicht und Umsicht zu Werke geht. Ich erwarte Integrität, Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit unter allen denkbaren Umständen. Fähigkeiten wie Selbstwahrnehmung und Wahrnehmung sowie klares logisches Denken und Entscheidungsfreudigkeit auch über Grenzen hinweg, stets unter dem Aspekt der Rück-, Um- und Weitsicht gehören ebenso dazu.
Herr Habeck? Hallo? Wo sind denn diese Eigenschaften bei Ihnen?
Tja, Mensch ist er wohl. Aber die Fähigkeiten vermisse ich bei ihm gänzlich (wie übrigens bei den meisten der anderen Regierungsmitglieder auch). Er kommt mir vor wie viele Menschen, die ich kannte, und die sich ebenfalls in eine Sackgasse manövriert hatten, aus der nur herauszukommen ist, wenn man den Rückweg – also den Rücktritt – einschlägt. Das ist nicht schwach, im Gegenteil. Das wäre ein starkes Signal.
Stattdessen jedoch trifft dieser Mensch weiterhin Entscheidungen, die vielen die Haare zu Berge stehen lassen, sofern sie ihnen noch nicht in zwischen ausgefallen sind bei allem, was sie bereits überstehen mussten und noch zu durchzustehen haben, durch ebendiese fatalen Entscheidungen des Herrn Habeck (und anderer Mitglieder bzw. der weiblichen Mitglieder des Kabinetts … ähm, hätte ich jetzt Mitgliederinnen schreiben müssen? *würg*). Eigentlich ist der Rücktritt die einzige Entscheidung, die er noch treffen sollte. Das wäre anständig – sofern noch ein Rest Anstand übrig ist.

Alternativen?

Schaut nicht gut aus derzeit mit Alternativen für dieses Amt oder die anderen Ämter. Vielleicht ist das ja auch ein Grund, warum der ‚arme‚ Habeck auf Biegen und Brechen durchhalten muss. Vermutlich ist sonst niemand bereit, sich verheizen zu lassen bzw. masochistisch genug, sich selbst zu verheizen. Und Fakt ist auch: Das System ist im Grunde genommen längst platt und trägt sich nur noch durch den Überlebenskampf vieler Bürger.
Also die einzige Möglichkeit, die mir einfällt, ist der völlige Neubeginn. Dafür muss man nicht zwangsläufig alles zerstören. Aber es braucht wirklich fähige Menschen, die imstande sind, Potenziale zu erkennen und diese entsprechend auszubauen, dabei Überholtes – soweit möglich – zu integrieren bzw. falls das nicht möglich ist, die davon betroffenen Menschen in Neues einzubeziehen. Dass das nicht kurz- oder mittelfristig zu bewerkstelligen ist, ist mir schon klar, aber man muss es angehen. JETZT. Es ist ein hohes, doch nicht unrealistisches Ziel.
Aber: Es fehlt der derzeitigen Politikergeneration an allem, was ich oben aufgezählt habe. Und bedenke ich die Bildung (auf allen Ebenen) und Ausbildung unserer zukünftigen Generation … bin ich gerade froh, die ferne Zukunft nicht mehr auf Erden zu erleben. Dass wir während der Zeit, die ich noch auf zwei Beinen auf Mutter Erde zu wandeln gedenke, aus dem herrschenden Dilemma ohne großen Knall herauskommen werden, glaube ich nicht.

– soweit kommt’s nicht

Tja, und der Mensch Habeck?
Ich wiederhole mich: Soweit kommt’s nicht, dass ich mir um ihn Sorgen mache. Dieses Privileg haben nur die wirklich liebenswerten, klar und gesund denkenden Menschen, mit denen ich zu tun habe. Für den Rest Welt kann und werde ich mich nicht zerfleischen. Aber bei den mir wichtigen Menschen – und das sind gar nicht wenige – nähme ich mir die Freiheit, sie notfalls zurechtzuweisen, mich mit ihnen auseinanderzusetzen oder sogar zu streiten, um ihnen die Augen zu öffnen für ein Fehlverhalten aufgrund ihrer eigenen Selbstüberschätzung. Wovon ja niemand ganz frei ist, auch ich nicht. Und ich weiß, dass mein mitfühlender Einsatz bei solchen Menschen auf fruchtbaren Boden fiele.
Jemand wie Robert Habeck hat meine Sorge gar nicht verdient. Leute wie ihn muss ich rennen lassen, auch wenn ich die Mauer schon deutlich erkenne, vor die sie prallen werden. Das war schon bei meinen Kindern so. Ich ließ sie ihre Wege gehen, wenn sie keinen Argumenten/Tipps/Warnungen zugänglich waren, wohlwissend, dass sie sich blaue Flecken oder Kummer einhandeln werden. Ich behielt sie sorgsam im Auge und war da, wenn es schiefging. Meistens ist eben doch die Erfahrung, vor allem hautnah gespürt, die einzig wahre Lehrmeisterin. Trifft auch auf Habeck zu, also soll er weiter rennen!
Besser noch wäre: Treten Sie zurück, Herr Habeck! Auch wenn vermutlich kaum jemand es derzeit anders, vor allem besser machen wird. Laden Sie für das, was wir Steuerzahler Ihnen bereits gelöhnt haben, Ihre Kollegen ein (auch die weiblichen) und reisen Sie auf die Bahamas. Bitte mit One-Way-Ticket. Und: Lassen Sie die Finger von der Politik. Ihnen fehlt dafür jegliche Qualifikation!!!

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Alte Seelen in Partnerschaft und Beziehungen 

Es ist eine sehr bewegende Zeit in meinem Leben. Sie hat weniger mit den Geschehnissen draußen zu tun. Viel mehr ist es ein innerer Prozess, wie ich ihn noch nie derart tief und intensiv erlebt habe, und es gab schon einige davon.
An Zufall glaubte ich noch nie, und so erstaunt mich nicht, dass ich ausgerechnet heute diesen Blogeintrag bei lebenalsmensch fand (ohne zu suchen). Der geteilte Text aus einem Telegram-Kanal trifft mein Innerstes so vollständig, dass ich fast sprachlos wurde.
DANKE 🙏💕

Leben als Mensch

Diesen schönen Text fand ich bereits vor längerer Zeit auf einem Telegram-Kanal… Vielen DANK an ALLE, die bei diesem Beitrag mitgewirkt haben… Gerade JETZT hatte ich das Gefühl… er ist bereit zu teilen… Vielleicht findet sich der Eine oder Andere von euch ja darin wieder und versteht, warum er/sie/es gerade so „tickt“ wie er tickt…  Als ich den Text selbst heute gelesen habe, durfte ich wieder einmal dankbar schmunzeln…
Von Herzen wünsche ich ALLEN nun einen entspannten Nachmittag und/oder auch bereits einen ebensolchen Abend…

Und für All jene, denen es in dieser gerade sehr bewegenden und so ziemlich alles verändernden Zeit gar nicht gut geht, ganz viel Kraft, Mut und Zuversicht dieses Stück Weg JETZT zu meistern…

Ich grüße euch in herzlicher Verbundenheit…
Alles LIEBE,
Elke

Darßer Wald 2019-Foto: Elke privat… Darßer Wald 2019

Alte Seelen in Partnerschaft und Beziehungen

Alte Seelen wollen nicht in einer Beziehung sein, nur um einen Partner…

Ursprünglichen Post anzeigen 598 weitere Wörter

Eine endlose Geschichte

oder die nächste Karussell-Fahrt – bitte einsteigen

Eigentlich war ich zuversichtlich, dass diese leidige C-Krise sich zum Ende dieses Jahres verkrümelt. Ich glaube, es gibt kaum noch einen Menschen, der sich nicht mit irgendeiner Variante von Corona-Viren infizierte und/oder daran erkrankt war – und wie wir inzwischen wissen, ist es unerheblich, ob und wie oft sich ein Mensch hat „impfen“ lassen. Viren scheren sich einen feuchten Kehricht darum, welche un- oder übernatürlichen Geschütze der Mensch ersinnt und aufbietet, um es vertreiben oder „eingrenzen“ zu wollen. Es stürzt sich auf jeden! Ausnahmslos! Und ich bleibe bei meiner Überzeugung aus Erfahrung: Nicht die Art oder die „Stärke“ (oder Boshaftigkeit) eines Virus entscheidet, ob der einzelne Organismus damit klarkommt oder es ihn aus der Bahn haut. Es ist immer der Zustand der persönlichen Immunabwehr.
Meine war übrigens gut. Mich hatte das Virus auch erwischt. Dabei weiß ich bis heute nicht, bei welcher Gelegenheit ich es mir „einfing“. Ich lebe allein, und in den fast vier Wochen zuvor brauchte ich weder einkaufen noch traf ich mit Menschen zusammen. Ich ging lediglich spazieren im Wald, meist zu einer Zeit, da ich keiner Menschenseele begegne. Wie konnte Covid das wissen? Vielleicht haben es ihm die Bäume geflüstert?
Jedenfalls war ich von null auf hundert ziemlich grippal erkrankt. Kein schöner Zustand, aber wann ist ein heftiger grippaler Infekt schon angenehm. 3 Tage Sofaruhe, sehr heiße Schlenzbäder, viel Tee, leichte Kost und der Rest war Abwarten. Am 4. Tag wagte ich einen Spaziergang. Am 7. Tag konnte ich meine Runde schon relativ leicht gehen. Nach rund zwei Wochen war ich durch mit dem Infekt.
Es gibt Menschen, die meinten: „Ach, da hast du aber einer milde Variante erwischt. Was für ein Glück!“ – Nee, da hab ich vehement widersprochen und gesagt, dass … (s. Fettgedrucktes oben in diesem Beitrag). Doch diese Einstellung der Menschen zu Corona zeigt klar, dass das Verständnis in Sachen Krankheit, über die Wirkweise von Viren und Immunreaktionen schlicht nicht ansatzweise vorhanden ist. Anstatt sich sinnvoll zu informieren, konsumieren sie lieber die Nachrichten und glauben, was sie in der ersten Reihe und mit dem 2. Auge bzw. Ohr im TV aufgetischt kriegen.

Falsch gedacht

… muss ich leider feststellen. Nicht zufällig entdeckte ich einen Artikel bei https://transition-news.org über die Pläne unseres Gesundheits?ministers Lauterbach und des Justizministers Buschmann, wie man gedenkt mit der Pandemie umzugehen. – Hatte die WHO nicht das Ende schon kundgetan bzw. den Status runtergestuft? Scheiß Informationsdschungel! – „Die nächste Welle wird bereits erwartet, man will vorbereitet sein, denn man nimmt die Pandemie weiterhin sehr ernst.“
Der entsprechende Artikel bei transition-news (belegt mit entsprechender Quelle: https://www.bmj.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2022/0803_IfSG.html) lässt nichts Gutes ahnen. Demgemäß werden selbst 3-fach Gespritzte sich Test- und Maskenzwang unterwerfen müssen, falls sie ein Konzert, Theater oder Restaurant besuchen wollen. Wie fast immer überlässt es der Bund schlussendlich den Ländern und diese wiederum den jeweiligen Verantwortlichen der Einrichtungen, wie streng die künftigen Regeln (von Oktober ’22 bis April ’23) gehandhabt werden.
Das Fazit daraus: Wenn das so beschlossen wird, sind „Ungeimpfte“ wie auch „Boostergegner“ an der Maske erkennbar, zumindest wenn ein negativer Text nicht ausreicht oder schlicht kein Test gemacht wird.

Pandemie – Prädikat never ending

Vermutlich.
Punkt.

Aber weiterhin ohne mich …

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Nachtrag: Traurig, aber wahr, der Schwachsinn geht weiter 😒
IFSG

Gegenwart im Zeitgeist 2022

Unheimlich

Bescheidene Schlafnacht.
Wäre gestern Abend besser noch eine Runde spazieren gegangen.
Na ja …
Seltsame Stimmung durchwabert mich.
Es ist ein Spagat zwischen lichtem Wünschen und Wollen einerseits und andererseits dunkler Aussichtslosigkeit, während die Zuversicht im Trauergewand durch einen Nebel geistert. Jeder Wunsch trägt den wirklich starken Willen in sich, aber dann steigt der Nebel auf, und die Zuversicht verschwindet mit einem ‚Puff!‘, woraufhin die Aussichtslosigkeit mit grinsender Fratze dasteht und sich über meine Enttäuschung amüsiert.

Foto von KELLEPICS www.pixabay.com

Opfer unserer Selbst

Früher war’s …

Eine Erinnerung

Ich bin 11 oder 12 Jahre alt und sitze am Tisch im Wohnzimmer. Das ist so einer, den wir hochkurbeln können, wenn die Großeltern uns besuchen und wir uns alle um die Kaffeetafel herum auf dem Sofa und den Sesseln sitzend zum gemütlichen Plausch einfinden. Wenn ich auf einem der Sessel sitze hat dieser Tisch genau die richtige Höhe, damit ich den Arm beim Schreiben entspannt auflegen kann. Eilig huscht meine Feder über das hübsche Briefpapier. Ich schreibe einen Brief in englischer Sprache an meine Brieffreundin Kaye in Hull (England). Der Brief, den sie mir ein paar Tage zuvor geschickt hat, liegt neben mir, damit ich immer nachlesen kann, worauf ich mich mit meiner Antwort beziehen möchte. Sie schreibt übrigens in Deutsch; das war der ursprüngliche Zweck der Brieffreundschaft: gemeinsames Lernen. Als fast vier Seiten vollgeschrieben sind und ich meine lieben Grüße an sie unter den Text gesetzt habe, lehne ich mich zufrieden zurück. Kurz danach beschrifte ich den Briefumschlag mit der Anschrift vorn und meiner Absenderadresse hinten, klebe die notwendigen Briefmarken auf und trage den Umschlag wie einen Schatz zum Briefkasten …

Niemals ist einer dieser Briefe verloren gegangen. Keiner von jenen ungezählten nach Großbritannien und auch keiner von den anderen, die ich ins Sauerland an eine weitere Brieffreundin versandte oder nach Neviges (gehört heute zu Velbert) und in ein Dorf namens Reinsdorf (damals DDR) schickte.
Ich glaube, niemand machte sich Gedanken darum, dass Briefe wie auch Pakete beim Empfänger nicht ankommen könnten, oder nur sehr selten. Und obwohl es bestimmt mal vorkam, vertraute man der Post und ihren Mitarbeitern, dass sie ihre Aufgabe verantwortungsbewusst und gewissenhaft erledigen würden.
Wir warteten einfach ab. Mal geruhsam, vermutlich auch mal ungeduldig und gespannt, sehr wahrscheinlich (fast) immer neugierig … aber letztlich warteten wir. Keine Eile, kein Stress.
Gute alte Zeit. Oder?

Gegenwart

Post zu versenden ist, wie vieles andere auch, heutzutage häufig purer Stress.
Äußerst selten wird noch ein Brief mit der Hand geschrieben. Ich fürchte, der Mensch verlernt das Schreiben von Hand in den nächsten … Jahren. Dabei ist es für unser Gehirn sehr wichtig. Aber heute steht im Vordergrund, dass alles schnell geht. Ein Brief muss schleunigst in den Kasten, und schwupp! soll er am nächsten Morgen beim Empfänger sein. Und wehe nicht!!! Die Post hat’s ja versprochen …

Ich erlebe das gerade hautnah, allerdings mit einem Paket. Vor vier Tagen lieferte ich das gut verpackte, wertvolle Gut im großen Karton in der Postfiliale ab, und natürlich (?) schaue auch ich nach zwei Tagen mal in die Sendungsverfolgung. Schließlich ist der Inhalt der Sendung kostbar, ich will vor allem, dass sie sicher ankommt. Aber bis heute hat sich der Sendungsstatus nicht verändert. Ich bin beunruhigt. Wieso hat das Paket die Filiale noch nicht verlassen? ALARM!!!
Auf Anfragen beim Filialmitarbeiter erhalte ich zur Antwort, dass „schon mal vergessen wird, ein Paket beim Eintreffen in einer Umladestation zu scannen“ … Aha, aber wie sinnvoll ist dann eine Sendungsverfolgung? Tja, mhm! Dazu konnte mir der nette Herr auch nix weiter sagen als: „Anrufen und reklamieren!“
So, na schön! Dann wollen wir doch mal gucken, meine Damen und Herren, was ihr mit meiner kostbaren Fracht angestellt habt – anstatt sie 1–2 Werktage nach Einlieferung beim Empfänger abzugeben, denke ich. Ihr merkt, es grummelte in mir bereits Unmut.
„Das Paket hängt … irgendwo … Verzögerung …“, höre ich am Telefon. „Abwarten bis zu 5 Werktage …“
Hilflos fühlte ich mich, aber so what? Warte ich also.
Aber ich spüre den wachsenden Stress. Warum reden sie von 1–2 Werktagen, wenn sie es nicht einhalten? Ich will, dass das funktioniert, verflixt noch eins. Schließlich hat der Empfänger sogar schon 2 x daran erinnert, dass er auf das Paket wartet.

Woher dieser Stress?

1. Die Erwartungshaltung – die ist hoch, weil
2. die Möglichkeiten wie Versprechen propagiert werden und
3. die Kontroll-Optionen verfügbar sind.
Wenn es da nun irgendwo hakt, gerät man in Stress.
Es hebe bitte die Hand, wem das noch nie passiert ist.

Ich denke darüber nach und lehne mich aufgrund einer Erkenntnis zurück. Es hat keinen Zweck, sich aufzuregen, weil 3. nicht die gewünschte Auskunft liefert, denn es hakt. Es bringt nichts, die Verantwortlichen zu beschimpfen, sie anzuklagen oder zu bejammern, weil 2. die Versprechen nicht eingehalten werden; und dabei ist es oft schlicht nicht möglich, sie einzuhalten. Und dann ist es vor allem Punkt 1, der dafür sorgt, dass ich in eine Stressspirale komme. Die Erwartungshaltung.
Das kratzt am Vertrauen, das ich früher in die Institution der Post hatte. Damals versprach sie nichts, soweit ich weiß. Eine Erwartung entstand gar nicht oder nur in sehr geringem Maße. Briefe und Pakete waren innerhalb einer Woche beim Empfänger; nach England konnten auch mal 8 bis 10 Tage draus werden. Gestört hat das niemanden. Und was wirklich eilig war, verschickte man per Express. Ob das von einem auf den nächsten Tag ankam, entzieht sich meiner Kenntnis, denn ich habe niemals einen Expressbrief versandt.
Wenn einem aber etwas versprochen wird, erwartet man automatisch, und wie ich finde mit Recht, dass die Erwartung erfüllt wird.

Fortschritt oder nicht?

Fortschritt ist nicht grundsätzlich zu verteufeln. In vielen Bereichen ist er uns Menschen dienlich. Aber ich stelle immer öfter fest, dass die Grenzen manchen Fortschritts definitiv erreicht sind. Ich glaube, ich schrieb es schon in einem anderen Beitrag, dass es bedeutend schwieriger und herausfordernder ist, einen bestimmten Standard zu erhalten. Ein Haus zu bauen ist z. B. eine solche Herausforderung und es ist fein, wenn das Werk vollbracht ist; dann alles zu pflegen und instand zu halten, damit es auch nach 50 Jahren noch fein ist, fordert den Eigentümer in seiner Achtsamkeit, seinem Pflichtbewusstsein, der Verantwortung und seiner Liebe zum Ganzen.
Leider leben wir heutzutage in einer Gesellschaft, die die Philosophie des Wegwerfens pflegt. Warum pflegen, wenn Ersatz so Geiz-ist-geil-billig zu haben ist? Ein Haus ist jedoch kein Wegwerfartikel. Ebenso wie ein Service, den Menschen für uns erbringen. Hier gilt es, erkämpfte Standards zu erhalten! Wie der Hauseigentümer sein Haus pflegt, muss eine Institution bzw. ein Unternehmen (wie die Post) sowohl ihre Dienstleistungen wie auch das Personal, das sie ausübt, pflegen. Indem sie aber die Angebote für die Abnehmer/Nutzer der Dienstleistungen im Schnell-schneller-am schnellsten-Wahnsinn kreiert und dabei im Preiskrieg mit Mitbewerbern immer günstiger sein will, was letztlich zu Lasten ihres Personals geht (billig-billiger-am billigsten bis taugt nix), können sie auf Dauer nur scheitern.

… gar nicht so schlecht

– also, was ich an der alten Zeit gut fand, ist neben manch anderem die Geruhsamkeit, mit der ich Dinge abwarten konnte, wie beispielsweise das Eintreffen eines Briefes. Kontrolle gleich welcher Art wäre mir nicht mal in den Sinn gekommen.
Grenzen des Fortschritts sind für mich spätestens da erreicht, wo es meinem Wohlbefinden schadet. Und Stress schadet in hohem Maße. Deshalb mache ich an dieser Grenze nun kehrt.
Belächelt mich, haltet mich für altmodisch, aber ich werde Briefe mal wieder von Hand schreiben und keine Sendungsverfolgung mehr nutzen. – Zeitgewinn! Ruhe gesichert! Und ich lasse mich nicht verunsichern – Punkt.
Wenn ich schreibe, dass wir Opfer unserer Selbst sind, wird ganz klar, dass wir allein es in der Hand haben, beispielsweise für Geruhsamkeit im Leben zu sorgen. Um beim Beispiel der Post zu bleiben: Sie weckt mit ihren Versprechen und den Möglichkeiten zur Kontrolle eine Erwartungshaltung und auch Machtgefühl in uns. Wird die Erwartung nicht erfüllt, ärgert uns das, macht manchen gar wütend und aggressiv. Gleichzeitig sind wir abgelenkt von den wirklich wichtigen, ja essentiellen Dingen, die uns guttun.
Diese Mechanismen finden in vielen, wenn nicht allen Bereichen unseres Lebens statt. Es ist höchste Zeit, dass wir das klar und vollbewusst erkennen und: ÄNDERN.
Der Fortschritt durch die Digitalisierung (und es wird ja noch schlimmer werden in Zukunft) beschäftigt die Menschen zunehmend (irgendwann ausschließlich?) mit ihren i- und Smartphones, ihren Tablets und iPads, fokussiert sie auf immer kleinere Ausschnitte unserer großen, wahrhaft weiten Welt.
Was das aus Dauer mit dem Hirn anstellt …
Was das mit dem Denken und Fühlen macht …
Was wird aus dem Wunder der Schöpfung, dem Menschen als solchem???

Also ich mache da zunehmend nicht mehr mit.

Foto von PeterHauschild

Frieden

Wichtige Voraussetzung allen Seins

Klick! Laut und deutlich hörte ich es vor wenigen Minuten.
Ich beschreibe die Situation, die dazu führte: Samstag, 18. Juni 2022, gut geschlafen, Frühstück bereitet, mit dem Tablett nach draußen auf die Terrasse gegangen. Die Vögel singen, als gäbe es kein Morgen – das tun sie übrigens immer. Sie verbreiten dabei eine solche Freude, geradezu Euphorie, dass ich das Dauerlächeln nicht lassen kann. Der Blick auf die Wiese … da stehen in trotziger Anmut zahllose gelbe Blümchen, die ihre Blüten Richtung Sonne strecken. Ich hab vor zwei Wochen den Rasen gemäht und vielen von ihnen auf dem Stück, das ich zu pflegen habe, den Garaus gemacht – dachte ich. Aber: Nur zwei, drei Tage später stehen sie wieder auf. Wie kleine Antennen schießen sie aus dem Boden, haben schon wieder kleine Knospen, und in ein, zwei Tagen werden sie auch gelb aufblühen. Sie wogen im Wind, der über die Wiese streicht, sanft hin und her.
Ich beobachte Insekten, die ich teilweise noch nie gesehen habe. Sie schwirren über Grasnelken, Johanniskraut, Lavendel und Margeriten, besuchen meinen Tisch, verweilen angstlos, putzen sich mit ihren winzigen Beinchen die Fühler und die punktähnlichen Köpfe. Eine Elstermutter mit drei halbwüchsigen Kindern landet auf der Wiese. Die „Kleinen“ verlangen lautstark nach Futter. Und auch der Rotschwanz schaut wieder vorbei, dieser kleine scheue Gesell, der sich trotz seiner Scheu fast regelmäßig auf einer Latte des Zauns niederlässt und eine Weile bleibt …
Frieden. Ich atme ein, ich atme aus, ich schließe die Augen und lausche. Ich schaue, und ich sehe nichts als vollkommenen Frieden. Das Herz wird mir ganz weit und ich immer ruhiger.

So weit die Situation heute Morgen. Wie übrigens fast jeden Morgen, wenn das Wetter es zulässt, dass ich zu dieser frühen Stunde schon auf der Terrasse sitzen und frühstücken kann.
Klick!

Was braucht der Mensch wirklich?

Wenig, behaupte ich. Seit Jahren schon beobachte ich bei mir selbst eine immer größere Bescheidenheit. Während andere Menschen in meinem Umfeld nach weiteren Kunden, noch mehr Umsatz und Einkommen, Einfluss und/oder Bekanntheit streben, gehe ich quasi rückwärts. Ich habe mal genau hingeschaut, was wirklich nötig ist, und stellte dabei fest, dass ich deutlich weniger tun muss, um für dafür zu sorgen.
Nach dieser Erkenntnis plane ich, mein „Geschäft“ zurückzufahren, wie man so schön sagt. Dabei suche ich mir die schönen Aufträge heraus, bei denen ich leidenschaftlich zu Werke gehe und viel Freude empfinde, statt jedem helfen zu wollen und mich mit qualitativ weniger Werken und ihren Urhebern selbst zu quälen. Denn leider hat die Erfahrung gezeigt, dass Letztgenanntes nicht zu Selbstquälerei ist, sondern dass diese Menschen mich auch oft in einer Weise (heraus-)fordern durch unangemessene Ansprüche und teilweise sogar richtig mies behandeln, was meinerseits zu Unmut, Frustration und erst kürzlich zu dem Wunsch führte, meinen schönen Beruf an den Nagel zu hängen. Gottlob sind es ganz wenige meiner Auftraggeber nur, und den letzten Gedanken ließ ich rasch wieder fallen. Doch diese wenigen Überanspruchsvollen mehrten sich auffallend. Das betrachte ich als Zeichen.
Also das brauche ich dann wirklich nicht. Ich bin überzeugt, das braucht kein Mensch. Und was brauchen wir wirklich?

  1. Ein Dach über dem Kopf
    Sei es noch so bescheiden und mag es auch diverse Macken haben, wenn es das ist, was wir uns leisten können, machen wir das Beste daraus. Erst im Vergleich zwischen „bescheiden“ und „edel“, um es mal so platt zu beschreiben, entsteht der Wunsch, die Sehnsucht, das Begehren, eben mehr zu wollen. Und wenn uns die Mittel fehlen, sind wir schnell im Stress, kommen wir nicht schnell genug voran, entstehen Enttäuschung, Frust, totale Unzufriedenheit. Stattdessen: Entwickeln wir doch unsere Kreativität und gestalten uns unser Heim schön.
  2. Lebensmittel
    Ein weitreichendes Thema. Ich denke dabei nicht an die Qualität allein, sondern vor allem an die Quantität. Der Mensch isst zu viel. Punkt. Viel zu viel.
    Einfacherweise stelle jeder mal seine Ernährung auf den Prüfstand … Auch im Hinblick darauf, was er alles in die Mülltonne befördert. Der Mensch braucht wenig. Sehr wenig im Grunde genommen. Doch das verwirrende Überangebot gefühlt tausenderlei Marken und Variationen (ich denke da vor allem an Frischmilchprodukte, Wurstwaren, um nur zwei zu nennen) verführt. Hinzu kommt Werbung, Preisdumping und natürlich die Möglichkeit, denn Geld ist ausreichend verfügbar … wenn nicht in bar, gibt es die EC-Karte doch her.
    Also hier keine Tipps, was der Mensch „nur“ zum Essen braucht, sondern der Hinweis, einfach mal richtig und auch kritisch hinzuschauen, was im Einkaufswagen landet.
    Beziehungsweise in der Tonne …
  3. Eine Arbeit
    Ja, die hätte vielleicht ganz nach oben unter 1. gehört, aber das ist mir erst jetzt eingefallen. Warum? Vielleicht komme ich noch drauf.
    Wie dem auch sei, der Mensch braucht Aufgaben. Also einen Job. Egal, was er dabei tut, es sollte Freude und Zufriedenheit am Ende eines Arbeitstages gefühlt werden.
    Hier setze ich einen Punkt.
    Vielleicht lasse ich mich mal über das Thema Bildung und Ausbildung in einem neuen Beitrag aus, denn es ist ein sehr weitreichendes, bei dem wir auch mal genauestens hinschauen müssen, was da nun notwendig ist und was nicht. Abseits dessen, was so politisch gewollt und gesellschaftlich gefordert und angestrebt wird.
  4. Ein nährendes soziales Umfeld
    Mit anderen Worten, Menschen. Nährend deswegen, weil es nur solche sein sollten, die einem guttun. Natürlich kann man sich mit solchen Menschen auch mal auseinandersetzen, unterschiedliche Meinungen diskutieren, sich gar streiten. Aber wenn es die „Guten“ sind, die zu uns passen, respektiert man einander, und eher vertiefen sich diese Beziehungen über die Reibung einer sogar harten Diskussion, als dass sie zerbrechen.
  5. Kommunikation
    Das ist nicht nur an das soziale Umfeld gekoppelt, versteht sich. Wir kommunizieren in vielfältiger Weise. Zum Beispiel auch, wenn man wie ich heute Morgen in der Natur ist und pures Sein genießt. Lacht oder lacht nicht darüber, aber ich rede sogar mit Bäumen und Schmetterlingen, mit Vögeln und Käfern, wenn es sich ergibt. Mit Pflanzen sowieso, und das bekommt ihnen richtig gut, wie ich an meinen Zimmerpflanzen erkennen kann.
  6. Ruhe
    Nicht nur von Zeit zu Zeit brauchen wir sie. Meines Erachtens sind Städte reinstes Gift für unsere Nerven. Ich muss gar nicht einzelne Aspekte des Städterdaseins aufzählen, es ist das Gesamte. Schon die Dichte, in der die Menschen in Städten wohnen, arbeiten, einkaufen etc. ist Gift für das Dasein. Der Mensch braucht Raum um sich herum, um atmen zu können.
    Ich bin ein Stadtrandkind, mit direkter Nähe zu einem Waldgebiet aufgewachsen. Später habe ich ausschließlich am Stadtrand, und zwar am äußersten, gelebt. Zuletzt bin ich richtig aufs Land gezogen. Hier habe ich Raum, hier habe ich alles, was ich – und wie ich denke jeder Mensch – braucht, um sich wohlzufühlen. So brauche ich beispielsweise auch keine Urlaubsreise, um „mal zur Ruhe“ zu kommen und entspannen zu können: Ich habe hier alles, was der Entspannung dient, jederzeit verfügbar, denn ich lebe in einem stressfreien Umfeld. Ein ungeheurer Luxus!

  7. Lustig, da fällt mir gerade nichts weiter ein.
    Vielleicht mögt ihr ja in Kommentaren diese Liste erweitern?
    Auch für Kritik an 1. bis 6. bin ich offen. Ein Mensch – seine Meinung. Viele Menschen – viele Meinungen. Hey, das ist Leben live, das macht es aus. Also nur zu! Kritisiert, erweitert, schmückt aus und ergänzt 7., 8., usw. herzlich gerne.

Frieden braucht der Mensch

Das hätte Punkt 7 sein können. Eigentlich auch Punkt 1. Aber ich meine, dieser Aspekt braucht eine eigene Überschrift.
Der Frieden ist die Grundlage menschlichen Seins. Gleichzeitig auch Hülle des Ganzen. Denn ohne Frieden macht alles andere keinen Sinn. Äußerer Frieden lässt uns Sicherheit fühlen. Brauchen wir uns nicht fürchten, weil wir nicht bedroht werden, sind wir gelassen und können uns entfalten. Frieden ist unabdingbar.
Eine wichtige Voraussetzung für den äußeren ist m. E. der innere Frieden. Ich bilde mir ein, dass ich, wenn ich zufrieden in einer gewissen Bescheidenheit mein Dasein gestalte, nicht begehrlich und/oder gar neidvoll auf das Mehr, über das andere verfügen, schiele, kein Konflikt entstehen kann. Konflikt im Hinblick auf die Störung meines inneren Friedens und damit kein Konflikt im Außen. Denn schlimmstenfalls könnte ich ja des Nachbarn wertvolles Wasauchimmer klauen, damit ich es habe, und schon hätte ich Unfrieden, Auseinandersetzung … nicht gleich mit Waffengewalt, aber doch Streit, der vor einem Gericht landen könnte mit entsprechenden Konsequenzen.
Zugegeben, das ist sehr einfach gedacht. Aber auch das gehört für mich dazu: einfach zu denken.
Ich bin.
Zufriedenheit schöpfe ich daraus, dass ich nur das habe, was ich brauche.
Dankbarkeit resultiert daraus und eben der innere Frieden. Den strahle ich aus, andere reflektieren das – unbewusst.

Die Wirklichkeit gestalten

Ich fantasiere mal weiter … Was ich oben schilderte und im Abschnitt zuvor am Ende äußerte, lässt mich überzeugt sein, dass wir allein die Wirklichkeit gestalten. Und zwar nicht nur unsere eigene im begrenzten Rahmen unseres Umfelds, sondern in der ganzen Welt. Ein etwas heroischer Gedanke, das gestehe ich. Aber meine Überzeugung, dass das funktioniert, geht tief.
In diesem Moment wird mir das Herz mal wieder ganz weit. Das fühlt sich an, als wachse es mir in die Arme hinein bis in die Hände. Und die Arme möchten sich ausstrecken, wachsen und die ganze Welt umarmen. Kennt ihr das? Habt ihr das auch schon mal erlebt?
Für mich ist so ein Gefühl immer dann vorhanden, wenn ich schreibe wie ich es gerade tu. Wenn ich in dieser Weise denke und fühle. Das empfinde ich als totales Sein. Ich bin nur ein kleines Teilchen dieses Universums, aber eben auch das Ganze. Darin liegt ein gewisses Machtgefühl, ein wohltuendes Gefühl, das mich in meiner Verantwortung auffordert, meine Gedanken auf das Positive auszurichten.
Wenn es viele, wenn es alle tun würden, wäre es der Tod der Destruktivität dieser Welt …

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