Gegenwart im Zeitgeist 2022

Unheimlich

Bescheidene Schlafnacht.
Wäre gestern Abend besser noch eine Runde spazieren gegangen.
Na ja …
Seltsame Stimmung durchwabert mich.
Es ist ein Spagat zwischen lichtem Wünschen und Wollen einerseits und andererseits dunkler Aussichtslosigkeit, während die Zuversicht im Trauergewand durch einen Nebel geistert. Jeder Wunsch trägt den wirklich starken Willen in sich, aber dann steigt der Nebel und die Zuversicht verschwindet mit einem ‚Puff!‘, worauf die Aussichtslosigkeit mit grinsender Fratze dasteht und sich über meine Enttäuschung amüsiert.

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Opfer unserer Selbst

Früher war’s …

Eine Erinnerung

Ich bin 11 oder 12 Jahre alt und sitze am Tisch im Wohnzimmer. Das ist so einer, den wir hochkurbeln können, wenn die Großeltern uns besuchen und wir uns alle um die Kaffeetafel herum auf dem Sofa und den Sesseln sitzend zum gemütlichen Plausch einfinden. Wenn ich auf einem der Sessel sitze hat dieser Tisch genau die richtige Höhe, damit ich den Arm beim Schreiben entspannt auflegen kann. Eilig huscht meine Feder über das hübsche Briefpapier. Ich schreibe einen Brief in englischer Sprache an meine Brieffreundin Kaye in Hull (England). Der Brief, den sie mir ein paar Tage zuvor geschickt hat, liegt neben mir, damit ich immer nachlesen kann, worauf ich mich mit meiner Antwort beziehen möchte. Sie schreibt übrigens in Deutsch; das war der ursprüngliche Zweck der Brieffreundschaft: gemeinsames Lernen. Als fast vier Seiten vollgeschrieben sind und ich meine lieben Grüße an sie unter den Text gesetzt habe, lehne ich mich zufrieden zurück. Kurz danach beschrifte ich den Briefumschlag mit der Anschrift vorn und meiner Absenderadresse hinten, klebe die notwendigen Briefmarken auf und trage den Umschlag wie einen Schatz zum Briefkasten …

Niemals ist einer dieser Briefe verloren gegangen. Keiner von jenen ungezählten nach Großbritannien und auch keiner von den anderen, die ich ins Sauerland an eine weitere Brieffreundin versandte oder nach Neviges (gehört heute zu Velbert) und in ein Dorf namens Reinsdorf (damals DDR) schickte.
Ich glaube, niemand machte sich Gedanken darum, dass Briefe wie auch Pakete beim Empfänger nicht ankommen könnten, oder nur sehr selten. Und obwohl es bestimmt mal vorkam, vertraute man der Post und ihren Mitarbeitern, dass sie ihre Aufgabe verantwortungsbewusst und gewissenhaft erledigen würden.
Wir warteten einfach ab. Mal geruhsam, vermutlich auch mal ungeduldig und gespannt, sehr wahrscheinlich (fast) immer neugierig … aber letztlich warteten wir. Keine Eile, kein Stress.
Gute alte Zeit. Oder?

Gegenwart

Post zu versenden ist, wie vieles andere auch, heutzutage häufig purer Stress.
Äußerst selten wird noch ein Brief mit der Hand geschrieben. Ich fürchte, der Mensch verlernt das Schreiben von Hand in den nächsten … Jahren. Dabei ist es für unser Gehirn sehr wichtig. Aber heute steht im Vordergrund, dass alles schnell geht. Ein Brief muss schleunigst in den Kasten, und schwupp! soll er am nächsten Morgen beim Empfänger sein. Und wehe nicht!!! Die Post hat’s ja versprochen …

Ich erlebe das gerade hautnah, allerdings mit einem Paket. Vor vier Tagen lieferte ich das gut verpackte, wertvolle Gut im großen Karton in der Postfiliale ab, und natürlich (?) schaue auch ich nach zwei Tagen mal in die Sendungsverfolgung. Schließlich ist der Inhalt der Sendung kostbar, ich will vor allem, dass sie sicher ankommt. Aber bis heute hat sich der Sendungsstatus nicht verändert. Ich bin beunruhigt. Wieso hat das Paket die Filiale noch nicht verlassen? ALARM!!!
Auf Anfragen beim Filialmitarbeiter erhalte ich zur Antwort, dass „schon mal vergessen wird, ein Paket beim Eintreffen in einer Umladestation zu scannen“ … Aha, aber wie sinnvoll ist dann eine Sendungsverfolgung? Tja, mhm! Dazu konnte mir der nette Herr auch nix weiter sagen als: „Anrufen und reklamieren!“
So, na schön! Dann wollen wir doch mal gucken, meine Damen und Herren, was ihr mit meiner kostbaren Fracht angestellt habt – anstatt sie 1–2 Werktage nach Einlieferung beim Empfänger abzugeben, denke ich. Ihr merkt, es grummelte in mir bereits Unmut.
„Das Paket hängt … irgendwo … Verzögerung …“, höre ich am Telefon. „Abwarten bis zu 5 Werktage …“
Hilflos fühlte ich mich, aber so what? Warte ich also.
Aber ich spüre den wachsenden Stress. Warum reden sie von 1–2 Werktagen, wenn sie es nicht einhalten? Ich will, dass das funktioniert, verflixt noch eins. Schließlich hat der Empfänger sogar schon 2 x daran erinnert, dass er auf das Paket wartet.

Woher dieser Stress?

1. Die Erwartungshaltung – die ist hoch, weil
2. die Möglichkeiten wie Versprechen propagiert werden und
3. die Kontroll-Optionen verfügbar sind.
Wenn es da nun irgendwo hakt, gerät man in Stress.
Es hebe bitte die Hand, wem das noch nie passiert ist.

Ich denke darüber nach und lehne mich aufgrund einer Erkenntnis zurück. Es hat keinen Zweck, sich aufzuregen, weil 3. nicht die gewünschte Auskunft liefert, denn es hakt. Es bringt nichts, die Verantwortlichen zu beschimpfen, sie anzuklagen oder zu bejammern, weil 2. die Versprechen nicht eingehalten werden; und dabei ist es oft schlicht nicht möglich, sie einzuhalten. Und dann ist es vor allem Punkt 1, der dafür sorgt, dass ich in eine Stressspirale komme. Die Erwartungshaltung.
Das kratzt am Vertrauen, das ich früher in die Institution der Post hatte. Damals versprach sie nichts, soweit ich weiß. Eine Erwartung entstand gar nicht oder nur in sehr geringem Maße. Briefe und Pakete waren innerhalb einer Woche beim Empfänger; nach England konnten auch mal 8 bis 10 Tage draus werden. Gestört hat das niemanden. Und was wirklich eilig war, verschickte man per Express. Ob das von einem auf den nächsten Tag ankam, entzieht sich meiner Kenntnis, denn ich habe niemals einen Expressbrief versandt.
Wenn einem aber etwas versprochen wird, erwartet man automatisch, und wie ich finde mit Recht, dass die Erwartung erfüllt wird.

Fortschritt oder nicht?

Fortschritt ist nicht grundsätzlich zu verteufeln. In vielen Bereichen ist er uns Menschen dienlich. Aber ich stelle immer öfter fest, dass die Grenzen manchen Fortschritts definitiv erreicht sind. Ich glaube, ich schrieb es schon in einem anderen Beitrag, dass es bedeutend schwieriger und herausfordernder ist, einen bestimmten Standard zu erhalten. Ein Haus zu bauen ist z. B. eine solche Herausforderung und es ist fein, wenn das Werk vollbracht ist; dann alles zu pflegen und instand zu halten, damit es auch nach 50 Jahren noch fein ist, fordert den Eigentümer in seiner Achtsamkeit, seinem Pflichtbewusstsein, der Verantwortung und seiner Liebe zum Ganzen.
Leider leben wir heutzutage in einer Gesellschaft, die die Philosophie des Wegwerfens pflegt. Warum pflegen, wenn Ersatz so Geiz-ist-geil-billig zu haben ist? Ein Haus ist jedoch kein Wegwerfartikel. Ebenso wie ein Service, den Menschen für uns erbringen. Hier gilt es, erkämpfte Standards zu erhalten! Wie der Hauseigentümer sein Haus pflegt, muss eine Institution bzw. ein Unternehmen (wie die Post) sowohl ihre Dienstleistungen wie auch das Personal, das sie ausübt, pflegen. Indem sie aber die Angebote für die Abnehmer/Nutzer der Dienstleistungen im Schnell-schneller-am schnellsten-Wahnsinn kreiert und dabei im Preiskrieg mit Mitbewerbern immer günstiger sein will, was letztlich zu Lasten ihres Personals geht (billig-billiger-am billigsten bis taugt nix), können sie auf Dauer nur scheitern.

… gar nicht so schlecht

– also, was ich an der alten Zeit gut fand, ist neben manch anderem die Geruhsamkeit, mit der ich Dinge abwarten konnte, wie beispielsweise das Eintreffen eines Briefes. Kontrolle gleich welcher Art wäre mir nicht mal in den Sinn gekommen.
Grenzen des Fortschritts sind für mich spätestens da erreicht, wo es meinem Wohlbefinden schadet. Und Stress schadet in hohem Maße. Deshalb mache ich an dieser Grenze nun kehrt.
Belächelt mich, haltet mich für altmodisch, aber ich werde Briefe mal wieder von Hand schreiben und keine Sendungsverfolgung mehr nutzen. – Zeitgewinn! Ruhe gesichert! Und ich lasse mich nicht verunsichern – Punkt.
Wenn ich schreibe, dass wir Opfer unserer Selbst sind, wird ganz klar, dass wir allein es in der Hand haben, beispielsweise für Geruhsamkeit im Leben zu sorgen. Um beim Beispiel der Post zu bleiben: Sie weckt mit ihren Versprechen und den Möglichkeiten zur Kontrolle eine Erwartungshaltung und auch Machtgefühl in uns. Wird die Erwartung nicht erfüllt, ärgert uns das, macht manchen gar wütend und aggressiv. Gleichzeitig sind wir abgelenkt von den wirklich wichtigen, ja essentiellen Dingen, die uns guttun.
Diese Mechanismen finden in vielen, wenn nicht allen Bereichen unseres Lebens statt. Es ist höchste Zeit, dass wir das klar und vollbewusst erkennen und: ÄNDERN.
Der Fortschritt durch die Digitalisierung (und es wird ja noch schlimmer werden in Zukunft) beschäftigt die Menschen zunehmend (irgendwann ausschließlich?) mit ihren i- und Smartphones, ihren Tablets und iPads, fokussiert sie auf immer kleinere Ausschnitte unserer großen, wahrhaft weiten Welt.
Was das aus Dauer mit dem Hirn anstellt …
Was das mit dem Denken und Fühlen macht …
Was wird aus dem Wunder der Schöpfung, dem Menschen als solchem???

Also ich mache da zunehmend nicht mehr mit.

Foto von PeterHauschild

Frieden

Wichtige Voraussetzung allen Seins

Klick! Laut und deutlich hörte ich es vor wenigen Minuten.
Ich beschreibe die Situation, die dazu führte: Samstag, 18. Juni 2022, gut geschlafen, Frühstück bereitet, mit dem Tablett nach draußen auf die Terrasse gegangen. Die Vögel singen, als gäbe es kein Morgen – das tun sie übrigens immer. Sie verbreiten dabei eine solche Freude, geradezu Euphorie, dass ich das Dauerlächeln nicht lassen kann. Der Blick auf die Wiese … da stehen in trotziger Anmut zahllose gelbe Blümchen, die ihre Blüten Richtung Sonne strecken. Ich hab vor zwei Wochen den Rasen gemäht und vielen von ihnen auf dem Stück, das ich zu pflegen habe, den Garaus gemacht – dachte ich. Aber: Nur zwei, drei Tage später stehen sie wieder auf. Wie kleine Antennen schießen sie aus dem Boden, haben schon wieder kleine Knospen, und in ein, zwei Tagen werden sie auch gelb aufblühen. Sie wogen im Wind, der über die Wiese streicht, sanft hin und her.
Ich beobachte Insekten, die ich teilweise noch nie gesehen habe. Sie schwirren über Grasnelken, Johanniskraut, Lavendel und Margeriten, besuchen meinen Tisch, verweilen angstlos, putzen sich mit ihren winzigen Beinchen die Fühler und die punktähnlichen Köpfe. Eine Elstermutter mit drei halbwüchsigen Kindern landet auf der Wiese. Die „Kleinen“ verlangen lautstark nach Futter. Und auch der Rotschwanz schaut wieder vorbei, dieser kleine scheue Gesell, der sich trotz seiner Scheu fast regelmäßig auf einer Latte des Zauns niederlässt und eine Weile bleibt …
Frieden. Ich atme ein, ich atme aus, ich schließe die Augen und lausche. Ich schaue, und ich sehe nichts als vollkommenen Frieden. Das Herz wird mir ganz weit und ich immer ruhiger.

So weit die Situation heute Morgen. Wie übrigens fast jeden Morgen, wenn das Wetter es zulässt, dass ich zu dieser frühen Stunde schon auf der Terrasse sitzen und frühstücken kann.
Klick!

Was braucht der Mensch wirklich?

Wenig, behaupte ich. Seit Jahren schon beobachte ich bei mir selbst eine immer größere Bescheidenheit. Während andere Menschen in meinem Umfeld nach weiteren Kunden, noch mehr Umsatz und Einkommen, Einfluss und/oder Bekanntheit streben, gehe ich quasi rückwärts. Ich habe mal genau hingeschaut, was wirklich nötig ist, und stellte dabei fest, dass ich deutlich weniger tun muss, um für dafür zu sorgen.
Nach dieser Erkenntnis plane ich, mein „Geschäft“ zurückzufahren, wie man so schön sagt. Dabei suche ich mir die schönen Aufträge heraus, bei denen ich leidenschaftlich zu Werke gehe und viel Freude empfinde, statt jedem helfen zu wollen und mich mit qualitativ weniger Werken und ihren Urhebern selbst zu quälen. Denn leider hat die Erfahrung gezeigt, dass Letztgenanntes nicht zu Selbstquälerei ist, sondern dass diese Menschen mich auch oft in einer Weise (heraus-)fordern durch unangemessene Ansprüche und teilweise sogar richtig mies behandeln, was meinerseits zu Unmut, Frustration und erst kürzlich zu dem Wunsch führte, meinen schönen Beruf an den Nagel zu hängen. Gottlob sind es ganz wenige meiner Auftraggeber nur, und den letzten Gedanken ließ ich rasch wieder fallen. Doch diese wenigen Überanspruchsvollen mehrten sich auffallend. Das betrachte ich als Zeichen.
Also das brauche ich dann wirklich nicht. Ich bin überzeugt, das braucht kein Mensch. Und was brauchen wir wirklich?

  1. Ein Dach über dem Kopf
    Sei es noch so bescheiden und mag es auch diverse Macken haben, wenn es das ist, was wir uns leisten können, machen wir das Beste daraus. Erst im Vergleich zwischen „bescheiden“ und „edel“, um es mal so platt zu beschreiben, entsteht der Wunsch, die Sehnsucht, das Begehren, eben mehr zu wollen. Und wenn uns die Mittel fehlen, sind wir schnell im Stress, kommen wir nicht schnell genug voran, entstehen Enttäuschung, Frust, totale Unzufriedenheit. Stattdessen: Entwickeln wir doch unsere Kreativität und gestalten uns unser Heim schön.
  2. Lebensmittel
    Ein weitreichendes Thema. Ich denke dabei nicht an die Qualität allein, sondern vor allem an die Quantität. Der Mensch isst zu viel. Punkt. Viel zu viel.
    Einfacherweise stelle jeder mal seine Ernährung auf den Prüfstand … Auch im Hinblick darauf, was er alles in die Mülltonne befördert. Der Mensch braucht wenig. Sehr wenig im Grunde genommen. Doch das verwirrende Überangebot gefühlt tausenderlei Marken und Variationen (ich denke da vor allem an Frischmilchprodukte, Wurstwaren, um nur zwei zu nennen) verführt. Hinzu kommt Werbung, Preisdumping und natürlich die Möglichkeit, denn Geld ist ausreichend verfügbar … wenn nicht in bar, gibt es die EC-Karte doch her.
    Also hier keine Tipps, was der Mensch „nur“ zum Essen braucht, sondern der Hinweis, einfach mal richtig und auch kritisch hinzuschauen, was im Einkaufswagen landet.
    Beziehungsweise in der Tonne …
  3. Eine Arbeit
    Ja, die hätte vielleicht ganz nach oben unter 1. gehört, aber das ist mir erst jetzt eingefallen. Warum? Vielleicht komme ich noch drauf.
    Wie dem auch sei, der Mensch braucht Aufgaben. Also einen Job. Egal, was er dabei tut, es sollte Freude und Zufriedenheit am Ende eines Arbeitstages gefühlt werden.
    Hier setze ich einen Punkt.
    Vielleicht lasse ich mich mal über das Thema Bildung und Ausbildung in einem neuen Beitrag aus, denn es ist ein sehr weitreichendes, bei dem wir auch mal genauestens hinschauen müssen, was da nun notwendig ist und was nicht. Abseits dessen, was so politisch gewollt und gesellschaftlich gefordert und angestrebt wird.
  4. Ein nährendes soziales Umfeld
    Mit anderen Worten, Menschen. Nährend deswegen, weil es nur solche sein sollten, die einem guttun. Natürlich kann man sich mit solchen Menschen auch mal auseinandersetzen, unterschiedliche Meinungen diskutieren, sich gar streiten. Aber wenn es die „Guten“ sind, die zu uns passen, respektiert man einander, und eher vertiefen sich diese Beziehungen über die Reibung einer sogar harten Diskussion, als dass sie zerbrechen.
  5. Kommunikation
    Das ist nicht nur an das soziale Umfeld gekoppelt, versteht sich. Wir kommunizieren in vielfältiger Weise. Zum Beispiel auch, wenn man wie ich heute Morgen in der Natur ist und pures Sein genießt. Lacht oder lacht nicht darüber, aber ich rede sogar mit Bäumen und Schmetterlingen, mit Vögeln und Käfern, wenn es sich ergibt. Mit Pflanzen sowieso, und das bekommt ihnen richtig gut, wie ich an meinen Zimmerpflanzen erkennen kann.
  6. Ruhe
    Nicht nur von Zeit zu Zeit brauchen wir sie. Meines Erachtens sind Städte reinstes Gift für unsere Nerven. Ich muss gar nicht einzelne Aspekte des Städterdaseins aufzählen, es ist das Gesamte. Schon die Dichte, in der die Menschen in Städten wohnen, arbeiten, einkaufen etc. ist Gift für das Dasein. Der Mensch braucht Raum um sich herum, um atmen zu können.
    Ich bin ein Stadtrandkind, mit direkter Nähe zu einem Waldgebiet aufgewachsen. Später habe ich ausschließlich am Stadtrand, und zwar am äußersten, gelebt. Zuletzt bin ich richtig aufs Land gezogen. Hier habe ich Raum, hier habe ich alles, was ich – und wie ich denke jeder Mensch – braucht, um sich wohlzufühlen. So brauche ich beispielsweise auch keine Urlaubsreise, um „mal zur Ruhe“ zu kommen und entspannen zu können: Ich habe hier alles, was der Entspannung dient, jederzeit verfügbar, denn ich lebe in einem stressfreien Umfeld. Ein ungeheurer Luxus!

  7. Lustig, da fällt mir gerade nichts weiter ein.
    Vielleicht mögt ihr ja in Kommentaren diese Liste erweitern?
    Auch für Kritik an 1. bis 6. bin ich offen. Ein Mensch – seine Meinung. Viele Menschen – viele Meinungen. Hey, das ist Leben live, das macht es aus. Also nur zu! Kritisiert, erweitert, schmückt aus und ergänzt 7., 8., usw. herzlich gerne.

Frieden braucht der Mensch

Das hätte Punkt 7 sein können. Eigentlich auch Punkt 1. Aber ich meine, dieser Aspekt braucht eine eigene Überschrift.
Der Frieden ist die Grundlage menschlichen Seins. Gleichzeitig auch Hülle des Ganzen. Denn ohne Frieden macht alles andere keinen Sinn. Äußerer Frieden lässt uns Sicherheit fühlen. Brauchen wir uns nicht fürchten, weil wir nicht bedroht werden, sind wir gelassen und können uns entfalten. Frieden ist unabdingbar.
Eine wichtige Voraussetzung für den äußeren ist m. E. der innere Frieden. Ich bilde mir ein, dass ich, wenn ich zufrieden in einer gewissen Bescheidenheit mein Dasein gestalte, nicht begehrlich und/oder gar neidvoll auf das Mehr, über das andere verfügen, schiele, kein Konflikt entstehen kann. Konflikt im Hinblick auf die Störung meines inneren Friedens und damit kein Konflikt im Außen. Denn schlimmstenfalls könnte ich ja des Nachbarn wertvolles Wasauchimmer klauen, damit ich es habe, und schon hätte ich Unfrieden, Auseinandersetzung … nicht gleich mit Waffengewalt, aber doch Streit, der vor einem Gericht landen könnte mit entsprechenden Konsequenzen.
Zugegeben, das ist sehr einfach gedacht. Aber auch das gehört für mich dazu: einfach zu denken.
Ich bin.
Zufriedenheit schöpfe ich daraus, dass ich nur das habe, was ich brauche.
Dankbarkeit resultiert daraus und eben der innere Frieden. Den strahle ich aus, andere reflektieren das – unbewusst.

Die Wirklichkeit gestalten

Ich fantasiere mal weiter … Was ich oben schilderte und im Abschnitt zuvor am Ende äußerte, lässt mich überzeugt sein, dass wir allein die Wirklichkeit gestalten. Und zwar nicht nur unsere eigene im begrenzten Rahmen unseres Umfelds, sondern in der ganzen Welt. Ein etwas heroischer Gedanke, das gestehe ich. Aber meine Überzeugung, dass das funktioniert, geht tief.
In diesem Moment wird mir das Herz mal wieder ganz weit. Das fühlt sich an, als wachse es mir in die Arme hinein bis in die Hände. Und die Arme möchten sich ausstrecken, wachsen und die ganze Welt umarmen. Kennt ihr das? Habt ihr das auch schon mal erlebt?
Für mich ist so ein Gefühl immer dann vorhanden, wenn ich schreibe wie ich es gerade tu. Wenn ich in dieser Weise denke und fühle. Das empfinde ich als totales Sein. Ich bin nur ein kleines Teilchen dieses Universums, aber eben auch das Ganze. Darin liegt ein gewisses Machtgefühl, ein wohltuendes Gefühl, das mich in meiner Verantwortung auffordert, meine Gedanken auf das Positive auszurichten.
Wenn es viele, wenn es alle tun würden, wäre es der Tod der Destruktivität dieser Welt …

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Aufhören!

Aber wann?

Es hört erst auf, wenn niemand mehr mitmacht.
Kleiner Tatsachenbericht: Ein Lehrgang, ca. 50 Teilnehmer, Dauer: 1 Woche
Voraussetzungen für Teilnahme u. a. die Regel 2G+
Noch ein Plus: täglicher Selbsttest mit Augenzeuge/-zeugin
Ein Oberplus: Wer das Seminarhaus verlässt, kommt nur mit weiterem Test wieder rein.

Ich schnappte nach Luft

Als ich das in der Einladung las, verschlug es mir die Sprache! Aber da ich schon Punkt 1 der Voraussetzungen nicht erfüllte, musst ich mich dann dem Stress, den mir das ganze Theater mit +, Plus und Oberplus bereitet hätte, gar nicht aussetzen. So ein bisschen pflegte ich ein zartes Pflänzchen der kleinen Blume Hoffnung, dass sich im Laufe Zeit mit Lockerung auf 3G und Wegfall der MaskenPFLICHT bis zu Seminarbeginn auch diese Voraussetzungen ändern könnten. Wie ich gestern erfuhr, war dies mitnichten der Fall.

Viele C-Fälle

Ich mag das Wort nicht mehr ausschreiben. Belanglosigkeiten möchte ich nicht mehr in meinem Vokabular haben.
Nun, eigentlich bin ich weit entfernt vom Planeten C, und in meiner Welt existiert alles, was damit zusammenhängt nicht. Dennoch hörte ich mir an, was eine Freundin nach der Seminarwoche erzählte. Trotz all dieser Netz- und Doppelboden-Sicherheiten gab es viele C-Fälle. Einer nach dem anderen fiel mit positivem Test auf. Übrig blieben 3 der ca. 50 Teilnehmer. Wie die das geschafft haben, bleibt den anderen 47 ein Rätsel.
Wie kann das sein, da doch alle vollständig „geimpft“ und vorwiegend zweifach „geboostert“ sind? – Okay, die Frage ist rein rhetorisch.

Interessanteste Auffälligkeit

Bei den ersten beiden Injektionen des seltsamen, unerprobten Stoffes ging es meiner Freundin richtig mies. Die erste verursachte eine Infektion mit hohem Fieber, das sie nie zuvor in ihrem Leben hatte. „Ich neige nicht zu Fieber …“, erzählte sie, und schilderte, wie mies sie sich gefühlt hatte. Nach der 2. Spritze vermisste sie zwei Wochen lang jeden Appetit und ihren Geschmackssinn. Als der wiederkehrte, zeigte sie sich sehr erleichtert. „Wäre das heute nicht besser geworden, hätte ich einen Arzt aufgesucht“, meinte sie und verputzte mit wahrem Appetit ihr Abendessen. Allerdings fühlte sie sich in den 14 Tagen nicht besonders gut, war übermäßig müde, sodass sie sogar Angst hatte, Auto zu fahren, weil sie permanent einzuschlafen drohte. Zudem sah sie sehr schlecht aus, fand ich, und zwar nicht nur müde, sondern auch irgendwie wächsern im Gesicht. – Gut, dass das überstanden ist, dachte ich damals; etwa im September letzten Jahres.
Gestern meinte sie – Achtung! – „Also die ersten beiden Impfungen haben mir ja nix gemacht. Die gingen einfach spurlos an mir vorbei. Aber die 2. Boosterimpfung … Ich hab mich ganz furchtbar elend gefühlt.“

HÄ?

Ja, nur diese beiden Buchstaben mit dem Fragezeichen dahinter fielen mir dazu ein.
Wie kann man in so kurzer Zeit, also innerhalb nur eines Jahres, „vergessen“, dass es einem so schlecht ging, obwohl man ansonsten über eine sehr robuste Widerstandskraft verfügt und nicht mal einen nennenswerten grippalen Infekt in seinem Leben erlebt hat? Da fallen doch Erscheinungen wie nach Spritze 1 und 2 deutlich auf, oder?
Nicht so bei meiner Freundin. Ich war so perplex, dass ich gar nicht widersprach und sie erinnerte. Auch fiel mir auf, dass die manches fragte, von dem ich wusste, dass ich es ihr bereits erzählt hatte.
Ich kenne einige Fälle von plötzlich aufgetretenem Gedächtnisverlust bis hin zu einer stark fortschreitenden Alzheimer Erkrankung. Da wird mir ehrlich gesagt ein bisschen Angst und Bange um die Freundin. Ich werde aufmerksam sein bei weiteren Gesprächen. Ich würde es für sie bedauern, wenn sich Schlimmes bewahrheiten sollte, denn sie ist gerade in den Ruhestand gegangen.

Informationsdesinteresse

Dabei bleibe ich: keine Nachrichten, keine Gespräche oder gar Diskussionen um das leidige C-Thema. Daher auch keinerlei Angst vor einer „Welle“ im Herbst oder sonst wann. Weiterhin entziehe ich zu 99,9 % meine Aufmerksamkeit und damit meine Energie solcherlei Schwachsinn.
Es ist mir unerklärlich, dass Menschen – erwachsen, gebildet und intelligent – bei geringstem Anzeichen unspezifischen Unwohlseins in ihr Zimmer flüchten, um einen Test zu machen, der ihnen dann vermeintlich eine Infektion mit C beweist. Wo kommen wir hin, wenn alle munter weiterschlafen und sich fortgesetzt der Angst- und Panikverbreitung hingeben?
Besagte Freundin ist der Ansicht, „es müsse doch mal Schluss sein“. Da sind wir uns einig, denn schließlich wird es in Zukunft ja noch mannigfach Varianten geben. Wo soll denn das hinführen, wenn sich diese Spirale weiterdreht?
Gute Frage. In diesem Fall besteht, glaube ich, ein generalisiertes Desinteresse an anderweitigen Informationen, sprich alternativen Informationsquellen. Zur Meinungsbildung gehört ja, sich auch Gegenteiliges und sämtliche Zwischentöne anzuhören, abzuwägen und dann zu entscheiden, welche Meinung vertreten wird. Ich gehe noch weiter: Auch das Ändern einer Meinung bzw. das Eingeständnis, sich geirrt zu haben, gehört dazu. Doch nichts dergleichen passiert. Lieber hat man im Seminarhaus hingenommen, dass z. B. die Putzfrauen nicht gewillt waren, die Zimmer „nachweislich“ Infizierter auch nur zu betreten. „Man weiß ja nicht, was in den Räumen hängt“, so die Freundin. Da verschlug es mir endgültig die Sprache. Ich dachte nur: Wovon reden wir? Von irgendwelchen geheimnisvollen Viechern, die unter der Zimmerdecke lauern und einem in den Nacken springen? Oder winzige Biester, die sich unterm Bett versteckt halten und uns in den großen Zeh beißen? Da musste ich insgeheim grinsen, kichern wollte ich nicht, wollte die Freundin nicht kränken. Aber dass ausgerechnet sie, die ich für sehr intelligent halte, so etwas sagt, in dieser Weise so eingleisig und unreflektiert denkt, entsetzt mich tatsächlich.
So wurde auch eine Veranstaltung lieber abgesagt, bzw. das Auftreten bei einer Veranstaltung. Man weiß ja nicht … lieber kein Risiko eingehen …

Es hört auf, wenn niemand mehr mitmacht

So ist das!
Erst wenn alle sich dem Schwachsinn entziehen, besteht die Aussicht darauf, dass Politiker es unterlassen, die Menschen zu drangsalieren mit diversen Freiheitsbeschränkungen und der noch nicht verstummten Forderung nach Impfzwang.
Meine Hoffnung ist gering. Diejenigen, die noch immer mit Maske herumstiefeln, diejenigen, die Gemeinschaft und Gesellschaft auch jetzt noch oder wieder meiden, die immer noch glauben, was vermutlich via Tageszeitung und TV Angstvolles verbreitet wird (vermutlich deshalb, weil ich diese Quellen ja nicht nutze), sie werden eines Tages wahrscheinlich bedauern, sich anderen Meinungen, anderen Informationen verweigert zu haben, und auch den inzwischen vorliegenden Beweisen für die Schädlichkeit der sogenannten „Impfung“ keinen Glauben geschenkt zu haben. Ja, nicht mal ein wenig Aufmerksamkeit. Aber wenn ein Kind in den Brunnen gefallen ist … zu spät. Und leider kommt Einsicht immer erst nach Erfahrung.
Ich hoffe und bete für alle jene, es wird gut ausgehen für sie.
Die Hoffnung … wir werden sehen.

Ich bin jedenfalls froh, an dem Lehrgang nicht teilgenommen zu haben. Sehr wahrscheinlich wäre ich spätestens am 2. Tag frühmorgens abgereist.
Genauso froh bin ich, dass ich der Gemeinschaft, die ich einst sehr schätzte, den Rücken gekehrt habe. Das Verhalten der Menschen, ihr Denken, ihre große Angst und letztlich die bewusst gewählte Spaltung, die Ausgrenzung „Ungeimpfter“/Andersdenkender passen nicht zu mir.

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Parallelwelt?

Die Zeit drängt

Das Wort Parallelwelt kam mir gerade in den Sinn, weil ich in einem kleinen Garten sitze, mein Blick fast liebevoll über die Pflanzen meiner Tochter gleitet … Tomaten unterschiedlichster Sorten, Zucchini, Gurken, Kartoffeln, Kürbis, Blaubeeren, Johannisbeeren, Erdbeeren, Feigen … die Sonne bescheint sie wohltuend warm und Wachstum fördernd … ich höre Vögel zwitschern … der Himmel ist blau und wolkenlos … ich lebe in fast völligem Frieden weit weg von dem was Mensch die „Realität“ nennt, mit all ihren Schreckensmeldungen, Drohungen und sonstigem Quatsch, den niemand im Leben tatsächlich braucht.

Ja, es ist eine kleine Parallelwelt, und es führt – zurzeit – zwar kein Weg daran vorbei, sich aus dieser auch mal hinauszubewegen: einkaufen, arbeiten, Freunde treffen, Sport treiben … Doch selbst bei diesen außer Haus zu erledigenden Aktivitäten kann jeder gedanklich seine kleine persönliche Welt pflegen …
Mittlerweile verschwimmen sogar die Grenzen zwischen „real“ existierender Welt und der eigenen. Parallelgesellschaften entstehen …

Die sogenannte Corona-Pandemie hat uns deutlich vor Augen geführt, wohin wir als Menschen und Gesellschaft geraten sind mit unserem Bestreben, immer besser, größer, stärker, schneller werden zu wollen. Alles hat Grenzen, was wir im Außen schaffen. Der Mensch weiß es eigentlich, will es aber nicht akzeptieren, nicht respektieren. Beständiges Wachstum im Außen wird gefordert und unter allen denkbaren, meist schädlichen Umständen durchgesetzt, koste es, was es wolle! Furchtbar!
Wer nur im außen nach Größe strebt, vernachlässigt und vergisst schließlich das Innere. Dieses Innere jedoch ist das wahrhaft Grenzenlose … Aus diesem grenzenlosen Inneren erwächst Erkenntnis und Weisheit. Wenn der Mensch das nicht missachtet und schlimmstenfalls vergisst, ist er fähig, die Grenzen im Außen zu sehen, sie anzuerkennen und zu respektieren, und dann kann er das gute Erreichte vollbewusst erhalten. Letzteres ist die wahre Kunst.
Irgendwann werden es die Übriggebliebenen auch wissen bzw. bestätigt sehen!

Ja, die Übriggebliebenen. Ich sage es ganz bewusst. Wenn ich erlebe, dass gefühlt jeder zweite Mensch immer noch die unsägliche Tüte im Gesicht trägt, bin ich erschüttert. Diese Menschen leben weiterhin in Angst und Schrecken vor einem unsichtbaren Etwas, das Zeit ihres Lebens ständiger Begleiter war, über den sie nie nachdachten. Jetzt hat man ihre eingeschläferten Hirne diese Angst gepflanzt. Die Saat geht auf. Doch ihre Früchte sind nicht wie die im Garten meiner Tochter: köstlich, fruchtig, nahrhaft. Die Angstfrüchte der Maskenträger sind zerstörerisch. Verdummt, so scheint es, schleichen sie fortgesetzt maskiert dahin. Vielleicht auch nur automatisch maskiert? Schlimm genug, wenn es tatsächlich nur zur Gewohnheit geworden ist. Mein Gott, wohin sind wir gekommen? –
Aber ich bin weit davon entfernt, darunter zu leiden wie es vor einiger Zeit noch der Fall war. Es bleibt für mich bei dem, was ich vor fast 25 Jahren sagte. So unbegreiflich es damals für meinen Gesprächspartner war, so überraschend es für mich war, als mir diese Worte in den Sinn kamen, sie finden in der Gegenwart ihre Bestätigung und ich bin überzeugt, es wird sich in recht naher Zukunft bewahrheiten:

„Die große, breiig-graue Masse wird untergehen.
Übrig bleibt die kleine Gemeinschaft derer, die gewusst haben.“

Und ich sage es gleich: Das werden nicht diejenigen sein, die uns zurzeit in einer gewissen Selbstherrlichkeit „regieren“. Ich möchte den lieben Gott bitten, ihnen zu vergeben, weil sie nicht wissen, was sie tun. Aber sie wissen genau, was sie tun, deshalb tu ich mich sehr schwer, Gott für sie um Vergebung zu bitten. Eher gehören sie zur großen, breiig-grauen Masse … auch nur Werkzeuge … auch nur blind, taub, hirngewaschen …

Ich aber meine die wahrhaft Wissenden, die tiefer blicken auch und erst recht hinter die Fassaden, die nichts als Schein sind, der uns täuschen soll, der uns belügt und betrügt.
Ich meine die Wissenden, die mutig sind, zu hinterfragen, weil sie verstehen wollen, ja müssen, die nichts einfach hinnehmen, ohne es zu prüfen, erst recht dann nicht, wenn es jeder Logik zuwiderläuft.
Es sind die Wissenden, die ihren Weg gehen, wenn sie zu einer Erkenntnis gelangt sind, mit der sie im Einklang leben – und sie schöpfen aus ihren Erkenntnissen, ihrem Wissen, ihrer Erfahrung und mit wirklich gesundem Menschenverstand auf dem Weg ihrer Herzen (!) eine Parallelwelt.
Sie schaffen Parallelgesellschaft(en).
Die sind die Zukunft der Menschheit.

Immer noch habe ich keine Glaskugel. Aber ich fühle und höre den Ruf meines Herzens.
Ich spüre seine Weisheit und weiß, so wird es kommen.

Ihr Lieben, ich bin wahrlich keine Prophetin, so vermessen werde ich niemals sein, das auch nur zu denken. Doch schon zu oft hat meine Intuition mir den richtigen Weg gewiesen, haben meine Träume mir Zukünftiges gezeigt, das Wirklichkeit wurde, und zwar meistens zeitnah.
Schaut in eure Herzen, lauscht auf seine Stimme – viele nennen es Bauchgefühl – und habt Vertrauen dahinein. Prüft, fragt, lasst euch nichts vormachen, lasst euch nicht drängen, zwingen, einschränken. Folgt dem Weg eurer Herzen, denn es kennt die Wahrheit.
Wer zu den „Übrigbleibenden“ gehören will, muss wieder denken und vor allem fühlen lernen.
Jetzt, und es gibt keine Zeit zu verlieren.

Schönen Sonn(en)tag noch …

aus ganzem ❤️
eure Wilma 💕

Foto von Bild von Sasin Tipchai auf Pixabay

Die Macht des Distanzierens

Geht nicht, gibt’s nicht!

Meine Gedanken nach dem letzten Beitrag „Aus“ (oh je, sooo lange her?) habe ich inzwischen von allen möglichen Seiten beleuchtet, reiste gedanklich ziemlich weit zurück in die Vergangenheit und bin zurückgekehrt in die Gegenwart.
Fazit: Wer überleben will, muss sich ab sofort und am besten dauerhaft distanzieren.

Distanzieren wovon?

Hier ein paar Stichworte: Werbung, Ratgeber-Schwemme, Politiker-„Aussagen“, Experten … des Weiteren Wetterberichte und Wetter- sowie allerlei sonstige -Apps … kurz:

Weg von der Informations- und Reizflut.

Beispiel: Wetter-App. So sehr ich es schätze, einem heftigen Regenschauer zu entgehen, indem ich den „Regen-Radar“ der wetter-online-App befrage, ob und wann und wo das Nass von oben zu erwarten ist, so sehr beobachte ich skeptisch, was ansonsten so kundgetan wird:
Un-Wetter“warnungen“
Pollenkalender
Luftqualitätsangaben
Katastrophenbilder u. -meldungen
Artikel und Videos zum Klimawandel(Szenario) … u. v. a. m.
Das fällt mir jetzt spontan ein, ich könnte noch nachschauen, ob es mehr gibt.
Meiner Ansicht nach sind das alles zu vernachlässigende Informationen. Dass ein Un-Wetter naht, sehen und spüren wir oft rechtzeitig. Wenn der Wind plötzlich böig und deutlich heftig weht, der Himmel sich verdunkelt und am Horizont schon Regenschauerschwaden erkennbar werden, wird mancher Gärtner Vorkehrungen treffen. Ebenso wie Biergarten-Wirte und viele andere. Aber da hat man ja intuitiv nach oben geschaut und deutlich wahrgenommen.
Nun meldet aber die Wetter-App schon mindestens einen Tag zuvor (wenn nicht mehrere), dass der Wind heftiger wehen wird. Windgeschwindigkeiten und rote Wetter“tüten“, die noch mehr Wind androhen, werden angezeigt. „Tornadogefahr“ … ei ei ei … – Und was passiert in unserem Innern?
Richtig: Wir sind alarmiert. –
Halt. Nein. Ich nicht.
Weiter geht es mit dem Pollenkalender. Ich erinnere mich an ein Experiment, das in einer Hautarztpraxis durchgeführt wurde. Da hing so ein Kalender, den die im Wartezimmer sitzenden Patienten anschauen konnten. Das Ergebnis: Selbst Menschen ohne eine Pollenallergie zeigten nach einer Weile des Betrachtens Symptome einer solchen. –
Noch Fragen?
Luftqualitätsangaben, gelegentliche Bilder von Katastrophen aus Unbekanntistan plus diverse Statistiken, Hochrechnungen und Modellszenarien hinsichtlich des sich wandelnden Klimas tun ein Übriges. Das Ergebnis: Solcherlei Informationen, insbesondere die bildhaften, „steuern“ unser Denken und damit unser Wohlbefinden, und zwar in nicht unerheblichem Maße. –
Meins allerdings nicht.
Werbung ist auch so eine Sache … Wer hat sich nicht schon mal genussvoll den Bauch vollgeschlagen mit lauter leckeren, aber leider auch zu fetten oder zu süßen Speisen und anschließend Magendrücken und Sodbrennen gehabt? Mal kann das passieren, und wir wissen dann in aller Regel, dass wir selbst schuld sind an unserem Unbehagen. Säurebinder sind das „Zaubermittel“, das recht schnell Abhilfe schaffen kann.
Doch Vorsicht: Hier lauert für manche auch eine gewisse Abhängigkeit. Immerhin gibt es Leute, die ganz gerne öfter über die Stränge schlagen … für die ist m. E. die Werbung gedacht. Immer wenn ich so einen Werbespot mal gesehen habe, dachte ich: Fresst euch die Augen zu und fürchtet euch nicht, denn Firma XY kommt und bringt den Segen mit einem Säurebinder … – lange her, dass ich mir so einen Werbespot angeschaut habe, weil ich mich von TV und Co. längst distanziert habe. Andere, sehr viele andere aber nicht.
Was für Rennie und anderes Zeugs gilt, trifft auch auf Damenbinden für Inkontinenz, huch! sorry, gibt’s auch schon „for men“, Treppenlifte, lästiges nächtliches Pippimachenmüssen, Nichtschlafenkönnen und einiges andere mehr. Alle Produkte nicht verschreibungspflichtig und für jedermann fast überall käuflich zu erwerben. Es ist so einfach, die Menschen abhängig zu machen und zu halten. Zum Beispiel, indem niemand über die wirklichen Ursachen der „Problemchen“ aufklärt, sie stattdessen mit dem Älterwerden begründet und darüber hinaus Betroffene nicht dazu anregt, selbst die Lösung anzugehen – ohne Mittelchen der Pharmazie- und Kräuterküche.

Man muss sich distanzieren. Abstand halten von Informationen, die kaum ein Mensch braucht und die sehr dazu beitragen, unser natürliches Furchtempfinden in eine irrationale Angst überzuleiten.
Hirnwäsche habe ich hier absichtlich nicht geschrieben, aber gemeint 😉

Selbstversuch

Sie begann schleichend, meine Distanzierung. Es begann mit Langeweile und der Feststellung, dass ich den Großteil aller Informationen zwar in meinem Kopf herumeiern hatte, aber gar nicht brauchte. Spätestens beim Burnout wird deutlich, was das Zuviel im Kopf anrichten kann. So lange musste ich nicht warten.
Ich bemerkte, dass meine Fähigkeit zu Ruhe und Entspannung beeinträchtigt wurde durch die sehr häufige Berieselung mit äußeren Faktoren, die ich teilweise gar nicht ausschalten konnte (z. B. beim Einkaufen): Radio, Handy, TV, Straßenverkehr, Kinderlärm (warum die Pänz heute alle so herumschreien, und zwar von Geburt an, ist mir ein Rätsel), Geschwätz – und hier meine ich insbesondere Politiker, TV- und Radiomoderatoren, aber auch Leute auf der Straße, in irgendwelchen Cafés/Restaurants, beim Einkauf; man glaubt ja nicht, was für einen Unsinn alle häufig (!) von sich geben. Jedenfalls zog ich die Reißleine und reduzierte äußere Einflüsse auf ein Minimum.
Das Ergebnis: Mittlerweile bin ich seit vielen Wochen so herrlich entspannt wie lange nicht. Kein Interesse an Krisen sonstwo, an Horrorszenarien, an Ereignissen, die rein hypothetisch sind, nur gedacht, fantasiert und als Schreckensbild an eine imaginäre Wand gepinnt. Vor allem aber als Informationsschnipsel in die Hirne der Menschen geheftet.

Klein-Wilmanum

Ich schrieb schon einen Beitrag darüber, und in den vergangenen drei, vier Wochen las ich in manchem Artikel oder Kommentar von einem „gallischen Dorf“. Da wird dann allerdings geschrieben/gesagt, dass man „sich natürlich in ein solches zurückziehen“ = sich von allem Fernhalten könne, dass das aber nichts verändern würde an allem, was da draußen geschieht und unsere Freiheit bedroht. Das „gallische Dorf“ wird sozusagen als Vorwurf missbraucht.
Mag sein, dass das draußen nichts bewegt – aber weiß man’s? Ich jedoch liebe mein Klein-Wilmanum. Weil es meinen Seelenfrieden sichert, weil ich mich entspannen und angstfrei sein kann. Es fehlt mir an nichts, und ich habe auch noch nicht erfahren müssen, irgendetwas nicht zu bekommen, weil das gewünschte Ding irgendwo in der Ukraine bzw. auf dem Weg von da oder anderswo nach *** festhängt. Klein-Wilmanum funktioniert einwandfrei, reibungslos und ist in Ordnung. Hier herrscht Frieden, allein das zählt. Die daraus resultierende Zufriedenheit schafft tiefe Dankbarkeit. Und diese wiederum ist eine Wohltat für Herz, Seele und die Gesundheit.

Blick in die Glaskugel

Sowas mache ich nicht. Glaskugel habe ich keine. Will ich auch nicht. Denn die gedankliche, gar bildliche Vorwegnahme schrecklicher Ereignisse zieht meiner Meinung nach nicht nur die entsprechenden Energien nach sich, es belastet vor allen Dingen immens das Wohlbefinden und damit gefährdet es die Gesundheit in erheblichem Maße. Alles nicht gut.
Vielleicht ist es zu spät, um … wegzulaufen, wenn plötzlich eine Bombe einschlägt.
Vielleicht ist es zu spät, zu flüchten, falls es einen Atomkrieg gibt … ähm, wohin sollte man auch flüchten, da das Zeug überall wäre?
Es nützt nichts, Gefahren vorwegzunehmen und zu versuchen, irgendwelche Sicherheiten zu schaffen. Das geht nicht. Sicherheit gibt es nicht. Wer das noch immer nicht begriffen hat, dem ist nicht zu helfen. Geld hilft übrigens auch nicht, denn eine atomare Verseuchung z. B. lässt sich auch damit nicht rückgängig machen und ihre schrecklichen Folgen verhindern.
Ich liebe den Wald. Gäbe es Säbelzahntiger ginge ich dennoch hinein. Ja, es bestünde die Möglichkeit, ihm leider über den Weg zu laufen – aber es wäre ebenso gut möglich, er liegt ganz woanders und schlummert, bemerkt mich nicht.
Das Leben ist ein großes Risiko vom ersten bis zum allerletzten Atemzug. Das IST so.

Fern von Gut und Böse

Abseits! Was im Fußball oft leider Pech ist für die Mannschaft, deren Tor deswegen nicht gezählt wird, ist im menschlichen Alltag, sofern man dieses „Abseits“ bewusst sucht und schafft, ein Segen. Denn die Fragen sind doch:
Was brauchen wir wirklich?
Wie viel von den Informationen, die uns tagtäglich um die Ohren gehauen werden, sind für uns von Nutzen?
Was tun mit dem Überfluss, der ja nicht irgendwo in einer Klappe im Hinterstübchen verschwindet, sondern als Datenmüll auf unserer Gehirnautobahn mitläuft?
Mich in einem solchen Abseits zu befinden, ist Erholung und Regeneration pur.
Zwar fern von Gut und Böse, aber keineswegs völlig uninformiert lebe ich im Frieden mit mir und meinen Lieben sowie den wenigen Menschen, die ich sonst noch kenne. Information hole ich mir durchaus, und zwar wenn ich bereit bin, sie aufzunehmen und adäquat zu verarbeiten. Und das ist ein ganz bewusster Vorgang, bei dem ich Uninteressantes, Unwichtiges sofort beiseite schiebe (zur sofortigen Vernichtung = Vergessen). So bewusst wie ich mich auf die Information eingelassen habe, beendet ich die Aufnahme derselben, schließe das Thema konsequent ab, wenn ich mich von der Informationsquelle abwende.

Möglich, dass das alles etwas zu einfach erscheint, aber es funktioniert. Obendrein ist es ein gutes Gefühl, die Macht des Distanzierens zu haben und auszuüben. Da kehrt die Selbstermächtigung zurück in unser Dasein. Das Gefühl von Abhängigkeit oder gar Ohnmacht verkrümelt sich allmählich und macht Platz für eine neue Stärke.
Ich kann nur sagen: Probiert es aus! Es lohnt sich!
Der Schlüssel: Bewusst-sein!

Foto von Jose Antonio Alba auf http://www.pixabay.com

AUS

Demokratisch gespalten – Wo bleibt die Menschlichkeit?

Gefühle brauchen ein Ventil

Immer wieder mache ich die Erfahrung, dass es ein Weilchen dauert, bis ich eine Situation in allen Details erfasst habe. Meine Reaktionen sind in der Regel gefasst, obwohl ich schon so etwas wie Irritation, Enttäuschung, Ärger und nahende Wut spüre. Aber die laufen irgendwo auf einer anderen „Platte“ in stark reduzierter Geschwindigkeit, während ich vordergründig ruhig und gelassen bleibe, zuhöre, antworte – wenn auch einsilbig, weil es im Hinterstübchen die andere „Platte“ gibt, die bereits läuft. Ich kann sogar lachen in so einer Situation, während ich mir Niederschmetterndes anhöre.

Macht Sie das nicht wütend, fragte mich einst eine Therapeutin, die, an meiner Stelle in Wut geraten war, rote Wangen bekam und ein „gefährliches“ Glitzern in den Augen hatte. Wozu, hatte ich zurückgefragt, Wut bringt ja nicht weiter, wirkt eher destruktiv und ist den Dingen daher in keiner Weise förderlich …
Sie meinte natürlich etwas anderes: Gefühle brauchen ein Ventil. Erst recht die Wut, oder sagen wir milder, der Zorn. Wer den dauerhaft schluckt, kann schlimm enden. Das will ich nicht, schlucke auch nicht, aber ich springe nicht aus dem Strumpf und dem anderen die Gurgel, wenn ich wütend bin. Erstens dauert es, bis die „Platte“ mit dem Wutlied schneller läuft, und zweitens bin ich in der Lage, der dann ggf. auftretenden Wut adäquat Ausdruck zu geben. Oder der Enttäuschung, dem Schmerz, what ever.

Es ist also AUS

War das zu erwarten?
Wer meinen letzten Beitrag „Ganze Arbeit“ gelesen hat, wird die Frage mit einem klaren Ja beantworten.
Hatte ich was anderes erwartet?
Fast hätte ich ein Ja getippt. Aber allmählich habe ich das Gefühl, in eine Glaskugel schauen zu können, Vorgänge, Ereignisse voraussehen, zumindest -ahnen zu können, und so muss ich sagen: Es war zu erwarten! Und: Nein.
Doch es war nicht die Unterhaltung, die ich gestern Abend noch geführt habe auf Bitten einer Kollegin aus der Musik, sondern diese hat die Richtigkeit meines Entschlusses lediglich bestätigt: Ich bin RAUS. Es ist AUS.

Keine Kurzschlusshandlung

…, sondern ein länger schon schwelender innerer Konflikt. Ein Schlingerkurs, den sicher sehr viele seit zwei Jahren mit sich selbst fahren. Es ist ein Hin und Her zwischen Hoffen und Bangen, zwischen ganz leise sich freuen und doch wieder enttäuscht werden. Aber die Hoffnung ist zäh, die stirbt angeblich zuletzt. Meine wurde jetzt erstickt wie ein Topfbrand, indem man schnell mittels Schließen des Topfdeckels dem Feuer den Sauerstoff entzieht, und zwar durch zwei dicht aufeinander folgende Ereignisse.
Ereignis 1: Schwachsinnige, mehr als doppel- und dreifachbödige Regeln in Sachen Corona bei einem Workshop. Die Regel lautet: 2G-Plus plus täglichem Test UND, wer sich von der Bildungseinrichtung entfernt (extern Essen gehen oder Spazieren oder …), kommt nur mit einem erneuten Test wieder rein. – Ich war geschockt! Geht’s denn noch? Und on the top kommt noch, dass die Bildungseinrichtung selbst den Zugang mit 3G gewährt, was ja eher problemlos ist, und das schon seit längerem vor den sogenannten Lockerungen seit Ende Februar.
Ereignis 2: Proben darf man eigentlich bereits unter 3G. Doch der Ruf des Orchesters blieb bislang aus. Gestern gab es eine „demokratische Abstimmung“. In Gemeinschaften ist das nach meiner Auffassung absolut richtig. Die Abstimmung fiel zugunsten 2G. – Der eine hat beispielsweise Angst und sich nur für das „Allgemeinwohl impfen lassen“, was der Blödsinn schlechthin ist und auch nicht ehrlich, denke ich. Andere sind verunsichert, und dann fand die „Demokratie“ bei der Abstimmung so statt, dass nach 2 Händen, die für 2G in die Höhe gingen, sich alle umschauten und weniger überzeugt und sehr zögerlich ihre Hände ebenfalls hoben. Der Mensch ist halt ein Rudeltier!!!

Ich hätte diese beiden Informationen eigentlich gar nicht mehr gebraucht, um meine Entscheidung kundzutun. Ja, kundzutun, denn getroffen war sie seit mindestens einem knappen halben Jahr. Doch ich mag keine Schnellschüsse, insbesondere, wenn es sich um Dinge handelt, die mir sehr am Herzen liegen. Aber jetzt verlasse ich diese Gemeinschaft und gehe einen eigenen, neuen musikalischen Weg. Den Entschluss kundzutun, fühlt sich befreiend an. Das Hin und Her hört auf. Ich kann mich wieder auf Wesentliches besser konzentrieren und mich mit aller Kraft in Richtung Zukunft bewegen – auch und erst recht musikalisch 🎵🎶

Gedanken

Anscheinend mache nur ich mir solche Gedanken, stelle ich häufig fest. Ich drehe und wende eine Sache, analysiere, hinterfrage (alles, jeden und mich selbst) und kann in fast jeder Angelegenheit erst dann eine klare Position beziehen und diese nach außen vertreten. Das ist vermutlich das Gute daran, dass meine „Platte“ mit den Emotionen eher im Hintergrund auf geringer Geschwindigkeit läuft, anstatt dass die Plattennadel im Molto Furioso errötend heißläuft. Es ist besser, der Vulkan dampft, pufft und röchelt, als dass er explodiert und Lava fliegt.

So kamen die Gedanken erst, nachdem ich gestern den Hörer aufgelegt hatte. Erst dann überfluteten mich Traurigkeit, Fassungslosigkeit über das Geschilderte, Gehörte. Fast Entsetzen fühlte ich über die Dummheit, die aus Desinformation der Abstimmenden, deren mangelhafte bis fehlende Reflexion zum Thema (Corona, Maßnahmen, 3 G oder 2 G usw.) und die nicht existierende Empathie. Kopfschütteln!
Es wird so schön gesagt „nimm es nicht persönlich“. Aber das ist doof. Denn meistens ist es persönlich, was wir persönlich nehmen. Wer seiner Wahrnehmung noch vertraut, wird das nicht infrage stellen. Und so nehme ich persönlich, was mir zu Ohren kam. Dass „jemand Angst hat“ … ja, denn vor mir muss er sich fürchten, ich bin ja ungeimpft. Welches Gefühl entsteht in euch, wenn jemand sagt, dass er sich vor euch fürchtet?
Ich finde, es ist ein ganz schrecklicher Gedanke und ein noch schlimmeres Gefühl.
Jedenfalls kamen mir so nach und nach Argumente in den Sinn, mit denen ich meine Austrittserklärung aus diesem Verein hätte ergänzen können. Und während mein Hirn die Gedanken drehte und wendete, die Worte setzte, die ich so eins zu eins hätte schreiben können (worüber meine Nachtruhe im Eimer war), widersprach mein Bauchgefühl und sagte mir: Nein. Lass es, das ist Zeit- und Energieverschwendung. Du kannst anderen Menschen ihre Angst nicht ausreden oder sie wegargumentieren. Du regst bei den anderen nicht einmal zum Nachdenken an, denn das Denken, das sie eigentlich selbst können sollten, haben sie vor langer Zeit anderen überlassen. Wie vieles andere auch.

Wie soll sich noch etwas ändern?

Es ist durch die Abstimmung nicht nur Ablehnung klargeworden, sondern auch die Spaltung vollzogen. Demokratisch, versteht sich, was es nicht minder schlimm macht. Und ich nehme das persönlich.
Ich hätte in dem gestrigen Telefonat schon sagen können, vielleicht auch sollen, dass es völlig egal ist, was sie noch beschließen per „demokratischer Abstimmung“, weil ich bereits raus bin. Immerhin pflege ich zu dieser Kollegin ein auch fast freundschaftliches Verhältnis. Aber mir blieben die Worte im Hals stecken, der Bauch hielt sie schließlich ganz fest. Ja, wahrscheinlich wollte ich vermeiden, dass sie versucht, mir meinen Austritt aus dem Orchester auszureden. Das hätte sie mit Sicherheit versucht. Erfolglos! Aber so eine Diskussion vor dem Schlafengehen tut mir nie gut, also schwieg ich. Sie wird, wie alle anderen, aller Voraussicht nach am Dienstag erfahren, was ich getan habe: Einen Brief an den Vorstand geschrieben (in dem ich lediglich meinen Austritt zum Ende des Jahres verkünde und mich für eine überwiegend gute Zeit bedanke) und die Noten sorgfältig verpackt, alles per versichertem Paket an die Vereinsadresse geschickt.

Es erscheint mir ebenso abstrus, dass durch die Änderung von Regeln, die Virenlast bei Un“geimpften“ plötzlich verschwunden, zumindest reduzierter sein soll, wie die Möglichkeit, dass die Angst und die Bedenken der Ge“impften“, die sich jetzt für 2G entschieden haben, sich in Wohlgefallen auflösen und man mich wieder herzlich umarmend willkommen heißt. Fast so, als wäre nix gewesen!
Circus Maximus! 🥳

Aber es schmerzt zu sehr! Schon im vergangenen Jahr, als ich bis zum 20.11. noch mitproben durfte, schwebte diese eigenartige Atmosphäre durch den Probenraum, lag Bedrückung über allem, die lediglich aufgehoben wurde im Gespräch – komischerweise dann sogar maskenfrei und dicht an dicht beieinander stehend. – Circus … 🙃
Und bei einer Wochenendprobe mit Übernachtung, also inklusive Einnahme gemeinsamer Mahlzeiten, war es auch kein Problem, „wie früher“ zusammenzusitzen. Nicht einmal der Angsthase hielt Abstand von mir Un-„Geimpfter“, maskenfrei im Übrigen. Was hat die Angst dieses Zeitgenossen nach 1 x und 2 x „Impfung“ plus „Boostering“ derart vergrößert, dass er mir mit seinem Votum für 2G jetzt die Teilnahme am Proben verweigert? – Circus Maximus!
Was muss ich von Menschen halten, denen der Impfstatus einer Mitspielerin wichtiger ist als deren spielerische Qualitäten? Ich meine, ich gehe da hin, weil ich Musik machen möchte. Ich gehe da hin, weil ich die Welt insbesondere im aktuellen Dauerchaos, draußen lassen will! – Doch viel zu oft verließ ich im letzten Jahr eilends die seltsame Atmosphäre, stieg in mein Auto und suchte Distanz, um wieder frei zu atmen. Und nicht nur einmal, sondern bestimmt tausend Mal stellte ich mir die Frage, ob ich mit Menschen, die so denken, fühlen, urteilen, verurteilen, spalten überhaupt noch etwas zu tun haben möchte. Mir fiel die Spaltung zwischen solchem Denken und der Musik immer schwerer. Die Musik verband immer weniger, weil ich innerlich immer verkrampfter wurde. Vielleicht bin ich ja übersensibel, dass mich diese Schwingungen so belasten. Aber ich bin ich.
Wie sich noch etwas ändern soll? Ich denke, gar nicht mehr.
Das Vertrauen ist dahin.
Die Unbefangenheit fehlt.
Die Leichtigkeit ist gestorben.
Das alles schadet der Kunst 😢

Rettung

Der Blick in eine neue Zukunft bewahrt mich davor, nun in Depressionen zu verfallen. Es ist jetzt wichtiger denn je, die Gedanken mit Licht zu erfüllen und sich eine neue Zukunft, eine andere Welt zu gestalten. Menschlich wie musikalisch schlage ich eine neue Richtung ein. Ich bin überzeugt, das ist die einzige Rettung.

Und der Welt wünsche ich, sie möge schlauer werden für die Zukunft

Bild von kalhh http://www.pixabay.com

Ganze Arbeit

Und wohin gehen wir noch?

Da keimte Hoffnung, als ich las, dass nach dem 20. März die Beschränkungen fallen. Wie schon anderswo hörte ich das Wort „Freedom Day“. Leise, aber sehr verhaltene Freude ließ mein Herz ein klein wenig schneller schlagen. Sollte es tatsächlich möglich sein, dass …

… wieder Musik machen

Proben ohne Beschränkung? Konzerte vor ausverkauftem Haus? Endlich wieder Gesichter mit Lächeln, mit Mimik, die Gesagtes unterstreicht, Stimmung vermittelt … und ohne Tütenvermummung? Menschengruppen ohne Abstandsregel? Ende des Testdiktats?
Die Aussicht ließ mich Vorfreude entwickeln. Wenn ich nach dem 20. März wieder mitproben dürfte …, überlegte ich und schaute rasch in den Kalender, dann könnte ich mich bei 8 Proben bis zum nächsten Konzert gut vorbereitet auf die Bühne begeben. Ei, das wird fein! Und bei den Proben dann auch keine Maske mehr brauchen fürs Treppenhaus und bis zum Sitzplatz, wieder entspannt zusammen sein, unverkrampft, so wie früher … ja, da wehte frischer Wind unter meinen Flügeln. Sogleich intensivierte ich das häusliche Üben mit wieder erwachender Motivation.
So weit, so gut.

Hoffnungsschimmer und Schatten

In einer Unterhaltung mit einer Kollegin aus dem Orchester ging es wie immer interessant und heiter zu. Gegen Ende jedoch kamen wir darauf zu sprechen, wie es wohl weitergeht, wenn die Maßnahmen fallen.
Als ich das Hygienekonzept las, war ich baff. Alle sind ge-„impft“ und „geboostert“ (Seil), alle testen sich trotzdem vor jeder Probe (doppelter Boden), die Luft wird gereinigt, Maske wird getragen (zumindest von einigen = mehrfacher Sicherheitsgurt), und trotzdem darf ich nicht mitproben? Kann mir das mal einer erklären? Von mir geht doch überhaupt keine Gefahr aus, denn ich bin definitiv gesund und käme ja frisch „getestet“ – falls ich kommen dürfte! Im Gegenteil müsste ich mich doch sorgen (wenn ich es für nötig hielte), denn ihr Ge“impftgeboosterten“ seid doch in eurer Entspannung eher eine Gefährdung für mich, so sprach ich laut meine Gedanken aus. Nach dem letzten Satz hab ich freilich gelacht, denn bei solcherart Sicherheits- und Schutzbedürfnis kann von Entspannung aufseiten der anderen ja keine Rede sein.
Ich erfuhr aus der Reaktion meiner Gesprächspartnerin, dass ich ja mit allerlei Viren behaftet sei, mehr als alle anderen. Meine Virenlast sei höher. Meine Augenbrauen zuckten im Turbotempo Richtung Haaransatz. Wiebitte???
Ich erfuhr weiterhin, dass ich schlicht keine Zutrittserlaubnis zu unserem Probenraum habe. Das lege die Infektionsschutzverordung fest. „Was für ein Schwachsinn!“, entfuhr es mir. „Und nach dem 20. März bin ich weniger virenlastig? Dann ist alle Gefahr gebannt, nur weil die Regeln das so vorsehen?“
Nach diesem besagten 20. könne z. B. jeder Wirt festlegen, wen er unter welchen Voraussetzungen in sein Etablissement lässt, wurde ich aufgeklärt. Es gelte das Hausrecht.
So so!
Vermutlich läuft es darauf hinaus, dass ich dann wohl mitproben darf – falls die demokratische Entscheidung nicht dahingehend ausfällt, dass einige Spieler bei Anwesenheit von Un-„geimpften“ nicht mitspielen wollen/werden –, wenn ich getestet erscheine, während alle anderen von allen Maßnahmen befreit ihre Viren munter unter die Leute bringen dürfen. Was ist das für ein seltsames Theater, frage ich mich und äußerte das auch im Gespräch.
Es ginge doch um unsere Sicherheit, so die Reaktion.
„Verstehe ich nicht“, widersprach ich. „Maßnahmen weg, bedeutet Maßnahmen weg, und zwar für alle.“
Und Teilnahme an Konzerten? Mitmachen bei einem Workshop? Tja, das wäre noch unklar, denn wie schon gesagt, könnte unter Hinweis auf das Hausrecht jeder Veranstalter bzw. jede Institution eigene Regeln schaffen.
Mhm, also wenn die so aussehen, wie teilweise schon aus anderen Bereichen des öffentlichen Lebens verlautet, schaut es finster aus für jemanden wie mich.

Ganze Arbeit …

haben sie geleistet, die Damen und Herren Politiker, mediengeile Wissenschaftler, auf Linie gehaltenen Ärzte und Virologen, alle sogenannten „Experten“.
Die Spaltung ist perfekt.
Perfide zwar, aber geradezu genial.
Und zum Kotzen!!!
Die Welt muss vor den „Experten“ geschützt werden.

Jetzt brauche ich erstmal ein fettes Stück Apfelkuchen mit reichlich Sahne.
Energie tanken und mir das Leben schnell wieder versüßen!

Diesen Beitrag verfasste ich als Entwurf, dachte aber, es könne sich noch etwas zum Positiven hin wenden. Das ist das mit der Hoffnung, ihr wisst schon. Aber Stand heute hat sich das alles genauso bewahrheitet. Und nun veröffentliche ich das hier und eine Fortsetzung folgt sogleich … ich explodiere sonst, wenn ich mir nicht Luft verschaffe!

Bild by Wilma herself ☺️

Vom Zauber der Enttäuschung

Ein Widerspruch im Titel?

Keineswegs! Jeder Mensch erlebt im Laufe seines Lebens mehrfach das meistens negative Gefühl der Enttäuschung. Einerseits stellen wir uns selbst die schönsten Dinge in unserer Fantasie vor und verlieren für eine Zeitlang gern ein bisschen den klaren Blick auf die Tatsachen. Andererseits tragen oft genug andere Menschen, Institutionen und die Medien dazu bei, dass wir uns den wunderbarsten Vorstellungen hingeben, weil sie sich davon einen Gewinn versprechen. Den machen sie meistens auch, halten aber nicht oder nicht ganz ihre Versprechen.

Es tut weh, wenn Angelegenheiten sich nicht entwickeln, wie wir es uns erträumten oder Menschen uns nicht die Freude machen, unseren Erwartungen zu entsprechen. Es stürzt manchmal in tiefe Traurigkeit oder Verzweiflung. Betroffene beschuldigen das Leben, die Werbung oder zumindest einen bestimmten Menschen, halten es oder ihn für ungerecht, unfair und verlogen. 

Enttäuschung wird also überwiegend als etwas erlebt, das von außen durch andere in uns verursacht wird. Niemand wird auf den Gedanken kommen, dass er einen nicht unbeträchtlichen Anteil an der Enttäuschung hat, so lange er den Blick auf die persönliche Beteiligung verschließt. Da kann ein einfacher Trick schon ein wenig helfen: Man schaue einmal genauer auf das Wort „Enttäuschung“. Dann entdeckt man, dass es zwei Wortteile sind. Es steckt die Vorsilbe „ent-„ und der Begriff „Täuschung“ darin. Die kleine Vorsilbe bedeutet: weg oder fort. Das heißt in dieser Wortzusammensetzung, die Täuschung ist weg. Hat man das für sich erkannt, was bleibt dann übrig vom Gefühl der Enttäuschung?

Auflösung eines Irrtums

Ist man ent-täuscht, hat man ganz nüchtern betrachtet einen Irrtum erkannt. Mehr nicht. Natürlich macht das für einen Enttäuschten die Sache  zunächst nicht weniger schmerzhaft. Aber die Erkenntnis, dass man sich schlicht selbst getäuscht hat, führt zur klareren Sicht auf die Realität und die Eigenbeteiligung. Darin liegt eben das Schmerzhafte, dass man für einen Irrtum größtenteils allein verantwortlich ist. Selbsterkenntnis ist fast immer schmerzhaft. Es bedeutet für viele das Eingeständnis eines Fehlers, einer Schwäche – und wer mag schon die Wurzel eines Problems gern bei sich selbst finden?

Kann man Enttäuschung überhaupt vermeiden?

Antwort: nein. Zumindest selten. Kaum ein Mensch wird von sich behaupten können, seine Erwartungen und Hoffnungen einerseits zu hegen und andererseits hübsch realistisch bleiben zu können. Das ist ein schwieriger Drahtseilakt, den wohl niemand ganz beherrscht. Stattdessen  träumt der Mensch und wünscht und hofft. Das ist ganz natürlich und richtig so. Vor allen Dingen wird man im Leben nicht generell enttäuscht, sondern manchmal erfüllen sich auch Träume und Hoffnungen.

Wie kann man mit Enttäuschung umgehen?

Aus dem Gefühl der eintretenden Ernüchterung kann ein bisschen Analyse der Tatsachen schon Licht in die Angelegenheit bringen. Bevor man alle Verantwortung demjenigen zuschiebt, von dem man sich enttäuscht fühlt, empfiehlt es sich, den Zeigefinger auf sich selbst zu richten und die eigene Beteiligung zu sehen. Hilfreich ist die Verarbeitung in einem Tagebuch. Das bringt die nötige Klarheit in die Gedanken und Gefühle. Ein Gespräch mit der betreffenden Person, von der man sich enttäuscht fühlt, ist konstruktiv wirksam – denn vielleicht muss man auch zukünftig miteinander auskommen. Das kann zum Beispiel am Arbeitsplatz oder in einem Verein notwendig sein. Man kann ja nicht wegen einer Enttäuschung gleich den Job hinschmeißen oder will auch nicht den heißgeliebten Sportverein verlassen.

Und wieso kann Ent-täuschung Zauber sein?

Der Zauber einer Ent-täuschung liegt vielleicht zum Beispiel darin, dass der Umgang miteinander nach Aussprache und gemeinsamer Verarbeitung qualitativ viel besser ist. Ganz besonders hervorzuheben ist der persönliche Erfahrungswert. Hat man einmal eine Enttäuschung ganz konstruktiv gesehen und bearbeitet, kann es für die Zukunft leichter sein, sich vor großem Schmerz im Falle eines Falles doch wenigstens ein bisschen zu bewahren. Es lehrt vielleicht, realitätsbezogener zu bleiben und den Boden unter den Füßen nicht zu verlieren – auch wenn man sich Hals über Kopf ganz doll verliebt hat. Zugegeben, einfach ist es nicht. Aber welcher Zauberer hat je behauptet, dass seine Tricks einfach wären?

Foto von Gert Altmann (Freiburg) www.pixabay.com

Gedankenflüstern

Informationen beherrschen die Welt

Hab ich geträumt? Oder war ich wach? Eher etwas dazwischen. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt: Eigentlich schlafe ich … aber was ist das? Ein Traum? Komisch, ich bin in der Lage zu denken. Geht sowas? Nein, ich bin tatsächlich doch wach, irgendwie jedenfalls (puh, erleichtert!) Und ich kann die Gedanken beobachten, sie kommen mir nahezu druckreif in den Sinn …
Ich weiß nicht, ob das irgendwer versteht oder ob andere das auch schon mal oder sogar öfter erleben. Mir passiert das gelegentlich; und ich bin definitiv nicht verrückt. So auch in der vergangenen Nacht. Anstatt wieder einzuschlafen, hätte ich aufstehen und schreiben sollen. Aber wer will schon an einem Sonntagmorgen um viertel vor 4 aufstehen?
Ich wollte nicht.

Subtil, und sehr wirksam

Was hat mich beschäftigt?
Gestern ging ich nach Monaten der Abstinenz erstmals wieder das Risiko ein, mir eine heute-Sendung anzuschauen. Der Grund: Nachdem eine Freundin mir ihre große Sorge, ja Angst über das „Gebaren des Herrn Putin“ mitteilte, fand ich es an der Zeit, mal zu schauen, was der russische Staatschef denn so Schlimmes treibt. Zudem hatte ich zufällig im Autoradio gehört, wie unser kleiner Kanzler von einem Krieg in Europa sprach. Leider war ich nicht schnell genug am Aus-Knopf, wie ich es reflexartig bei Ankündigung von Nachrichten auf WDR3 sonst mache und das Radio ausschalte, sonst hätte ich mir diese Scholz’sche Äußerung nicht anhören müssen.
Na gut, dachte ich gestern um kurz vor 19 Uhr, schau’n mer mal.
Nix Corona, fand ich grundsätzlich gut, aber auch doof, denn gemessen an den Lockerungsfortschritten im benachbarten Ausland, Skandinavien, Baltikum und Staaten im Osten Europas würde ich begrüßen, wenn Deutschland auch endlich vernünftig wird und den Schwachsinn der Beschränkungen unverzüglich einstellt. Ups! Schrieb ich „vernünftig“? Wie unvernünftig ist das denn :-)))
Ganz oben in der Nachrichtenliste kam die Moderatorin auf Russland, Ukraine … zu sprechen. Gewiss ist das, was da zurzeit bzw. eigentlich schon seit fast 7 Jahren passiert, furchtbar. Doch was mir besonders auffiel und im Gedächtnis blieb, war etwas anderes, was der Berichterstatter zur Lage äußerte.
In einem Satz schob er ein, dass „Fake-News über die Socialmedia-Plattformen, insbesondere Telegram verbreitet werden“. Rein vom Klang der Stimme, hatte dieser Einschub keine besondere Betonung und Aufmerksamkeit verdient. Dennoch war die Aussage für mich irgendwie deutlich fühlbar (vielleicht bin ich auch übersensibel?)
„Nee, is klar“, sagte ich laut. Dass Telegram den Leitmedien ein großer Dorn im Auge ist, ist ja nichts Neues. Zu gerne würde man wie schon bei Facebook, Google, YouTube und was weiß ich wo noch, zensieren und Kanäle löschen. Dass der Otto-Normal-Mensch einen schon schief anguckt, wenn man sagt, dass man diesen Messenger nutzt, ist seit einiger Zeit ein klares Indiz dafür, wie die Meinung der Leute zu diesem Messenger „gebildet“ wurde. Und da kommt nun dieser Reporter – wie vor und mit ihm viele weitere – mit seiner „Bemerkung zu Fake-News“ daher. Dabei stechen zwei Worte hervor, die ebenfalls längst im Bewusstsein der TV-Konsumenten negativ … verankert sind: Fake-News und Telegram.
Auf diese Weise sorgen die täglichen Nachrichtensendungen subtil und höchst wirksam für Meinungs(ver)bildung, fortgesetzte Spaltung, ja sogar Aggression. Eine sich in dieser Weise wiederholende „Bemerkung“ zwischen zwei Kommata sickert immer tiefer in das Unterbewusstsein der bewusstseinsarmen, TV-verblödeten, aber durch die intensive Angst schürende Informationspolitik dafür sensibilisierten Leute. Genauso hat das mit dem leidigen C-Thema funktioniert, und nun haben wir den Salat.

Das hätten die Öffentlich-Rechtlichen gern

Der fast druckreife Gedanke vergangener Nacht will leider nicht mehr in dieser Druckreife erscheinen. Aber ich will dennoch beschreiben, was mir als Erkenntnis in den Sinn kam.
Der Mensch lehnt meistens ab, was er in seinem Gegenüber sieht. Sehen ist an dieser Stelle nicht ganz korrekt ausgedrückt, denn der Mensch „sieht“ nicht, er nimmt wahr. Und das meistens unbewusst. Sein Gegenüber spiegelt etwas in Mimik, Gestik, Verhalten und/oder dem, was er sagt, und das missfällt ihm, weil es eine Eigenschaft zeigt, die er an sich selbst nicht mag oder eine Meinung, die er selbst eigentlich auch so oder ähnlich vertritt, aber nicht offen zugeben kann/darf. Er reagiert mit Verstellung, Ablehnung, Leugnung … die Liste kann lang werden.
Daher müssen die Leitmedien psychologisch notwendigerweise auf Telegram komplett ablehnend, diffamierend und aggressiv reagieren. Denn leider erkennen sie (eigentlich), dass dort etwas geschieht, das sie sich für sich selbst wünschen: Zuschauer/Zuhörer/Leser, die sich offen, kritisch hinterfragend, neugierig … jetzt alternativen Medien zuwenden, die es wagen unabhängig, offen und authentisch, weil beweis- und prüfbar belegte Informationen zu verbreiten. Eigentlich bewundern sie (Leitmedien) eine Plattform wie Telegram. Gern würden sie auch, oder zumindest einige von ihren zweifelsohne fähigen Mitarbeitern ehrlichen, kritischen, unabhängigen Journalismus liefern. Zumindest ein Teil von ihnen. Aber sie können bzw. sie dürfen nicht.
Menschen sind erpressbar. Journalisten sind auch nur Menschen.
Gute Journalisten mit einem gesund ausgereiften Gewissen lassen sich nicht erpressen!

Weiterhin ist es bemerkenswert, dass die Leitmedien alle Telegram-Nutzer in eine Schublade stecken.
Menschen lassen sich auch einschüchtern. Die meisten jedenfalls. Aber intelligente und kluge, vor allem selbst denkende Menschen lassen sich weder einschüchtern noch manipulieren und sind daher für Angst so gut wie gar nicht anfällig.
Es ist eine Schande, dass sowohl die sogenannten Leitmedien wie auch – und das finde ich besonders schrecklich – Politiker diesen Menschen quasi unterstellen, nicht differenzieren zu können. Denn sie gehen allgemein davon aus, dass alle den „Spinnern“ folgen, und die – ich muss es ehrlich feststellen – seltsamen Vögel, um es mal niedlich auszudrücken, gibt es natürlicherweise. Sie treiben ihr Unwesen bei Telegram wie auf allen anderen Socialmedia-Plattformen. Letztlich tun die dabei nichts anderes als die Leitmedien und die Politiker, nämlich Unsicherheit und Angst verbreiten dadurch, dass sie sich der gleichen Mittel bedienen. Die wachen, intelligenten, klugen Menschen sind jedoch in der Lage, auf Socialmedia-Plattformen die Spreu vom Weizen zu trennen; Fake-News greifen bei ihnen nicht.
Doch das Differenzieren ist in allen Bereichen des Lebens aus der Mode gekommen. Lieber wird pauschalisiert. Das ist einfach einfacher. Auf jeden Fall ist es leicht, die breite Masse auf diese Weise zu manipulieren. – Differenzieren können benötigt Geist, man muss schon das Hirn gebrauchen!

Wir werden nicht „regiert von Politikern

Seit Jahren schon mag ich weder Nachrichten-Sendungen noch Politikern zuhören. Die Reden von Politikern wirken auf mich überwiegend inhaltsleer, und häufig völlig sinnfrei. Sie tun ohnehin nicht, was sie sagen. Sie reden heute anders als vor einigen Wochen. Mit anderen Worten: Sie lügen ihren Wählern ins Gesicht, ohne rot zu werden oder wenn sie darauf hingewiesen werden, zeigen sie nicht die winzigste Spur von Verlegenheit. Politiker eben; ganz gleich welcher Partei sie angehören. Mein Vertrauen ist ziemlich dahin, und das seit mindestens zwei Jahrzehnten.
Doch Hypnose oder Narkose sei Dank: Die Leute der breiten Masse merken’s nicht. Denn sie fragen nicht, sie recherchieren nicht, sie prüfen nicht und können folglich gar nicht erkennen, was wirklich passiert. Ein Virus namens „Ego“ hat die chronische Krankheit der „Vollnarkose-im-Wachzustand“ hervorgebracht. Subtile Informationsverbreitung sorgt für die tröpfchenweise Aufrechterhaltung des Tiefschlafs, in dem sich das Ego eines jeden zunehmend noch wohler fühlt.
Für mich erscheinen Politiker inzwischen wie (ebenfalls gut) manipulierte Marionetten, die an unsichtbaren Fäden hängend nur das tun, was irgendwelche Puppenspieler mit ihnen machen. Welchen Sinn und Zweck diese Puppenführer auch im Sinn haben mögen … jeder mag sich seine eigenen Gedanken dazu machen und herzlich gern auch die Fantasie bemühen. Ich bin sicher, wer in meinem kleinen bescheidenen Blog liest, gehört zu jenen Wenigen, die selbst denken und intelligent wie lebensklug sowie mit gesundem Menschenverstand durchs Leben gehen und alles hinterfragen, die sich eine eigene Meinung bilden und sie frei heraus und überall offen vertreten.
Politiker jedenfalls regieren nicht bzw. nicht mehr. Vor allen Dingen dienen sie uns nicht, was sie eigentlich sollten, denn sie sind unsere ziemlich teuer bezahlten Diener!!! Nein, sie machen auch nicht, was sie wollen. Sie tun, was sie sollen, an langen Fäden geführt. So fühle ich das. Vermutlich hängt viel davon ab für sie – was auch immer das sein mag.
Es sind letztlich die Nachrichten, die sogenannten, staatsrechtlich „verbrieften“, vom Bürger subventionierten, angeblich „unabhängigen“ und vor allem propagiert „wichtigen“ Informationen, die die Bürger lenken. Und diese halten sich für gut informiert, wenn sie in der ersten Reihe sitzen und mit (nur!) dem zweiten Auge konstruierten Bildbeiträgen folgen, „breaking news“ sichtbar am laufenden Band aufnehmen und sich der nie enden wollenden Flut von WhatsApp-, SMS-, Mail- und sonstiger Messenger-Nachrichten ausliefern. Mit permanentem Piepsen, Klopfen und Klingeln der Smartphones wird ständig an die alltäglich mehrfach fällige Dosis für die Dauerhirnwäsche erinnert.
Es ist eine bittere Erkenntnis:
Informationen sind die wirklich mächtigen „Regenten“ der Welt.
Sie bilden Meinungen, leiten und lenken und bestimmen dabei natürlich auch die Richtung. UND: Das kommt nicht nur von den sogenannten Leitmedien, das kommt auch von den seltsamen Vögeln, die ja (teilweise) alternativen „journalistischen Foren, Gemeinschaften …“ angehören und sich als unabhängig und ehrlich bezeichnen, aber genauso mit Bildern und News-Krachern zu manipulieren suchen.

Fazit: Es ist nicht leicht

Im Grunde genommen ist jeder Einzelne ein Spielball. Er wird hin und her geworfen zwischen allen „Quellen“ für seinen Informationsstand. Wie soll er nur den Überblick gewinnen, besser noch: ihn behalten, falls er ihn erreicht?
Alles vollkommen und schlüssig zu durchschauen, richtig zu verstehen und sich selbst eine Meinung zu bilden, ist schwierig, keine Frage. Aber es geht. Zumindest gelingt es denjenigen, die ich oben bereits beschrieben habe. Alle anderen, denen es nicht gelingt, müssen halt weitermachen, der breiten Masse folgen und werden sich – man glaubt es kaum, aber sie tun es – wohlfühlen mit ihrer Wahl. Weder werde ich sie verurteilen noch bedauern. Jeder Mensch kann auch lernen umzudenken! Da stirbt die Hoffnung für wenigstens einige aus der breiten Masse zuletzt.
Viel eher stellt sich mir die Frage, was ich, was wir tun können und müssen, um da heraus zu finden. Immer wieder fällt mir dazu der Begriff „Parallelgesellschaft“ ein. Im Augenblick vermute ich, dass das der einzige Weg sein wird, in Zukunft ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Wie sehr ihr das?

Foto von Gert Altmann (Freiburg) wwwpixabay.com
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