Gedankenflüstern

Informationen beherrschen die Welt

Hab ich geträumt? Oder war ich wach? Eher etwas dazwischen. Ich weiß nicht, ob ihr das kennt: Eigentlich schlafe ich … aber was ist das? Ein Traum? Komisch, ich bin in der Lage zu denken. Geht sowas? Nein, ich bin tatsächlich doch wach, irgendwie jedenfalls (puh, erleichtert!) Und ich kann die Gedanken beobachten, sie kommen mir nahezu druckreif in den Sinn …
Ich weiß nicht, ob das irgendwer versteht oder ob andere das auch schon mal oder sogar öfter erleben. Mir passiert das gelegentlich; und ich bin definitiv nicht verrückt. So auch in der vergangenen Nacht. Anstatt wieder einzuschlafen, hätte ich aufstehen und schreiben sollen. Aber wer will schon an einem Sonntagmorgen um viertel vor 4 aufstehen?
Ich wollte nicht.

Subtil, und sehr wirksam

Was hat mich beschäftigt?
Gestern ging ich nach Monaten der Abstinenz erstmals wieder das Risiko ein, mir eine heute-Sendung anzuschauen. Der Grund: Nachdem eine Freundin mir ihre große Sorge, ja Angst über das „Gebaren des Herrn Putin“ mitteilte, fand ich es an der Zeit, mal zu schauen, was der russische Staatschef denn so Schlimmes treibt. Zudem hatte ich zufällig im Autoradio gehört, wie unser kleiner Kanzler von einem Krieg in Europa sprach. Leider war ich nicht schnell genug am Aus-Knopf, wie ich es reflexartig bei Ankündigung von Nachrichten auf WDR3 sonst mache und das Radio ausschalte, sonst hätte ich mir diese Scholz’sche Äußerung nicht anhören müssen.
Na gut, dachte ich gestern um kurz vor 19 Uhr, schau’n mer mal.
Nix Corona, fand ich grundsätzlich gut, aber auch doof, denn gemessen an den Lockerungsfortschritten im benachbarten Ausland, Skandinavien, Baltikum und Staaten im Osten Europas würde ich begrüßen, wenn Deutschland auch endlich vernünftig wird und den Schwachsinn der Beschränkungen unverzüglich einstellt. Ups! Schrieb ich „vernünftig“? Wie unvernünftig ist das denn :-)))
Ganz oben in der Nachrichtenliste kam die Moderatorin auf Russland, Ukraine … zu sprechen. Gewiss ist das, was da zurzeit bzw. eigentlich schon seit fast 7 Jahren passiert, furchtbar. Doch was mir besonders auffiel und im Gedächtnis blieb, war etwas anderes, was der Berichterstatter zur Lage äußerte.
In einem Satz schob er ein, dass „Fake-News über die Socialmedia-Plattformen, insbesondere Telegram verbreitet werden“. Rein vom Klang der Stimme, hatte dieser Einschub keine besondere Betonung und Aufmerksamkeit verdient. Dennoch war die Aussage für mich irgendwie deutlich fühlbar (vielleicht bin ich auch übersensibel?)
„Nee, is klar“, sagte ich laut. Dass Telegram den Leitmedien ein großer Dorn im Auge ist, ist ja nichts Neues. Zu gerne würde man wie schon bei Facebook, Google, YouTube und was weiß ich wo noch, zensieren und Kanäle löschen. Dass der Otto-Normal-Mensch einen schon schief anguckt, wenn man sagt, dass man diesen Messenger nutzt, ist seit einiger Zeit ein klares Indiz dafür, wie die Meinung der Leute zu diesem Messenger „gebildet“ wurde. Und da kommt nun dieser Reporter – wie vor und mit ihm viele weitere – mit seiner „Bemerkung zu Fake-News“ daher. Dabei stechen zwei Worte hervor, die ebenfalls längst im Bewusstsein der TV-Konsumenten negativ … verankert sind: Fake-News und Telegram.
Auf diese Weise sorgen die täglichen Nachrichtensendungen subtil und höchst wirksam für Meinungs(ver)bildung, fortgesetzte Spaltung, ja sogar Aggression. Eine sich in dieser Weise wiederholende „Bemerkung“ zwischen zwei Kommata sickert immer tiefer in das Unterbewusstsein der bewusstseinsarmen, TV-verblödeten, aber durch die intensive Angst schürende Informationspolitik dafür sensibilisierten Leute. Genauso hat das mit dem leidigen C-Thema funktioniert, und nun haben wir den Salat.

Das hätten die Öffentlich-Rechtlichen gern

Der fast druckreife Gedanke vergangener Nacht will leider nicht mehr in dieser Druckreife erscheinen. Aber ich will dennoch beschreiben, was mir als Erkenntnis in den Sinn kam.
Der Mensch lehnt meistens ab, was er in seinem Gegenüber sieht. Sehen ist an dieser Stelle nicht ganz korrekt ausgedrückt, denn der Mensch „sieht“ nicht, er nimmt wahr. Und das meistens unbewusst. Sein Gegenüber spiegelt etwas in Mimik, Gestik, Verhalten und/oder dem, was er sagt, und das missfällt ihm, weil es eine Eigenschaft zeigt, die er an sich selbst nicht mag oder eine Meinung, die er selbst eigentlich auch so oder ähnlich vertritt, aber nicht offen zugeben kann/darf. Er reagiert mit Verstellung, Ablehnung, Leugnung … die Liste kann lang werden.
Daher müssen die Leitmedien psychologisch notwendigerweise auf Telegram komplett ablehnend, diffamierend und aggressiv reagieren. Denn leider erkennen sie (eigentlich), dass dort etwas geschieht, das sie sich für sich selbst wünschen: Zuschauer/Zuhörer/Leser, die sich offen, kritisch hinterfragend, neugierig … jetzt alternativen Medien zuwenden, die es wagen unabhängig, offen und authentisch, weil beweis- und prüfbar belegte Informationen zu verbreiten. Eigentlich bewundern sie (Leitmedien) eine Plattform wie Telegram. Gern würden sie auch, oder zumindest einige von ihren zweifelsohne fähigen Mitarbeitern ehrlichen, kritischen, unabhängigen Journalismus liefern. Zumindest ein Teil von ihnen. Aber sie können bzw. sie dürfen nicht.
Menschen sind erpressbar. Journalisten sind auch nur Menschen.
Gute Journalisten mit einem gesund ausgereiften Gewissen lassen sich nicht erpressen!

Weiterhin ist es bemerkenswert, dass die Leitmedien alle Telegram-Nutzer in eine Schublade stecken.
Menschen lassen sich auch einschüchtern. Die meisten jedenfalls. Aber intelligente und kluge, vor allem selbst denkende Menschen lassen sich weder einschüchtern noch manipulieren und sind daher für Angst so gut wie gar nicht anfällig.
Es ist eine Schande, dass sowohl die sogenannten Leitmedien wie auch – und das finde ich besonders schrecklich – Politiker diesen Menschen quasi unterstellen, nicht differenzieren zu können. Denn sie gehen allgemein davon aus, dass alle den „Spinnern“ folgen, und die – ich muss es ehrlich feststellen – seltsamen Vögel, um es mal niedlich auszudrücken, gibt es natürlicherweise. Sie treiben ihr Unwesen bei Telegram wie auf allen anderen Socialmedia-Plattformen. Letztlich tun die dabei nichts anderes als die Leitmedien und die Politiker, nämlich Unsicherheit und Angst verbreiten dadurch, dass sie sich der gleichen Mittel bedienen. Die wachen, intelligenten, klugen Menschen sind jedoch in der Lage, auf Socialmedia-Plattformen die Spreu vom Weizen zu trennen; Fake-News greifen bei ihnen nicht.
Doch das Differenzieren ist in allen Bereichen des Lebens aus der Mode gekommen. Lieber wird pauschalisiert. Das ist einfach einfacher. Auf jeden Fall ist es leicht, die breite Masse auf diese Weise zu manipulieren. – Differenzieren können benötigt Geist, man muss schon das Hirn gebrauchen!

Wir werden nicht „regiert von Politikern

Seit Jahren schon mag ich weder Nachrichten-Sendungen noch Politikern zuhören. Die Reden von Politikern wirken auf mich überwiegend inhaltsleer, und häufig völlig sinnfrei. Sie tun ohnehin nicht, was sie sagen. Sie reden heute anders als vor einigen Wochen. Mit anderen Worten: Sie lügen ihren Wählern ins Gesicht, ohne rot zu werden oder wenn sie darauf hingewiesen werden, zeigen sie nicht die winzigste Spur von Verlegenheit. Politiker eben; ganz gleich welcher Partei sie angehören. Mein Vertrauen ist ziemlich dahin, und das seit mindestens zwei Jahrzehnten.
Doch Hypnose oder Narkose sei Dank: Die Leute der breiten Masse merken’s nicht. Denn sie fragen nicht, sie recherchieren nicht, sie prüfen nicht und können folglich gar nicht erkennen, was wirklich passiert. Ein Virus namens „Ego“ hat die chronische Krankheit der „Vollnarkose-im-Wachzustand“ hervorgebracht. Subtile Informationsverbreitung sorgt für die tröpfchenweise Aufrechterhaltung des Tiefschlafs, in dem sich das Ego eines jeden zunehmend noch wohler fühlt.
Für mich erscheinen Politiker inzwischen wie (ebenfalls gut) manipulierte Marionetten, die an unsichtbaren Fäden hängend nur das tun, was irgendwelche Puppenspieler mit ihnen machen. Welchen Sinn und Zweck diese Puppenführer auch im Sinn haben mögen … jeder mag sich seine eigenen Gedanken dazu machen und herzlich gern auch die Fantasie bemühen. Ich bin sicher, wer in meinem kleinen bescheidenen Blog liest, gehört zu jenen Wenigen, die selbst denken und intelligent wie lebensklug sowie mit gesundem Menschenverstand durchs Leben gehen und alles hinterfragen, die sich eine eigene Meinung bilden und sie frei heraus und überall offen vertreten.
Politiker jedenfalls regieren nicht bzw. nicht mehr. Vor allen Dingen dienen sie uns nicht, was sie eigentlich sollten, denn sie sind unsere ziemlich teuer bezahlten Diener!!! Nein, sie machen auch nicht, was sie wollen. Sie tun, was sie sollen, an langen Fäden geführt. So fühle ich das. Vermutlich hängt viel davon ab für sie – was auch immer das sein mag.
Es sind letztlich die Nachrichten, die sogenannten, staatsrechtlich „verbrieften“, vom Bürger subventionierten, angeblich „unabhängigen“ und vor allem propagiert „wichtigen“ Informationen, die die Bürger lenken. Und diese halten sich für gut informiert, wenn sie in der ersten Reihe sitzen und mit (nur!) dem zweiten Auge konstruierten Bildbeiträgen folgen, „breaking news“ sichtbar am laufenden Band aufnehmen und sich der nie enden wollenden Flut von WhatsApp-, SMS-, Mail- und sonstiger Messenger-Nachrichten ausliefern. Mit permanentem Piepsen, Klopfen und Klingeln der Smartphones wird ständig an die alltäglich mehrfach fällige Dosis für die Dauerhirnwäsche erinnert.
Es ist eine bittere Erkenntnis:
Informationen sind die wirklich mächtigen „Regenten“ der Welt.
Sie bilden Meinungen, leiten und lenken und bestimmen dabei natürlich auch die Richtung. UND: Das kommt nicht nur von den sogenannten Leitmedien, das kommt auch von den seltsamen Vögeln, die ja (teilweise) alternativen „journalistischen Foren, Gemeinschaften …“ angehören und sich als unabhängig und ehrlich bezeichnen, aber genauso mit Bildern und News-Krachern zu manipulieren suchen.

Fazit: Es ist nicht leicht

Im Grunde genommen ist jeder Einzelne ein Spielball. Er wird hin und her geworfen zwischen allen „Quellen“ für seinen Informationsstand. Wie soll er nur den Überblick gewinnen, besser noch: ihn behalten, falls er ihn erreicht?
Alles vollkommen und schlüssig zu durchschauen, richtig zu verstehen und sich selbst eine Meinung zu bilden, ist schwierig, keine Frage. Aber es geht. Zumindest gelingt es denjenigen, die ich oben bereits beschrieben habe. Alle anderen, denen es nicht gelingt, müssen halt weitermachen, der breiten Masse folgen und werden sich – man glaubt es kaum, aber sie tun es – wohlfühlen mit ihrer Wahl. Weder werde ich sie verurteilen noch bedauern. Jeder Mensch kann auch lernen umzudenken! Da stirbt die Hoffnung für wenigstens einige aus der breiten Masse zuletzt.
Viel eher stellt sich mir die Frage, was ich, was wir tun können und müssen, um da heraus zu finden. Immer wieder fällt mir dazu der Begriff „Parallelgesellschaft“ ein. Im Augenblick vermute ich, dass das der einzige Weg sein wird, in Zukunft ein selbstbestimmtes Leben zu führen.
Wie sehr ihr das?

Foto von Gert Altmann (Freiburg) wwwpixabay.com
(als „kostenlos und darf genutzt werden“ bei der Suche gekennzeichnet)

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