Wider den gesunden Menschenverstand

Ein Buchtipp

Mal abseits von der alles dominierenden, immer noch und immer weiter grassierenden Corona-Farce habe ich heute einen interessanten Buchtipp.
Eine liebe Freundin übergab mir das kleine Büchlein mit dem, wie ich feststellte, höchst passenden Buchcover. Der Titel des Buches steht in der Überschrift dieses Blogbeitrags.

Klein aber fein

Gleichzeitig bringen die 12 gesellschaftskritischen Kolumnen der Autorin Gabriela Pagener-Neu die jeweilige Problematik der behandelten Themen zielsicher auf den Punkt. Sie formuliert präzise und leicht verständlich politische, psychologische, soziologische und philosophische Fragen und regt damit zum Nachdenken an.

Höchste Zeit zum Umdenken

Das ist mein persönliches Fazit nach der Lektüre aller 12 Kolumnen. Ich gebe zu, dass mein eigenes Denken sich in allen Texten spiegelt. Beispiel: (Zitat) „Ist es gerechtfertigt, etwas überspitzt formuliert, die Menschheit einzusperren und zu entmündigen, sowie sie mittel- bis langfristig ihrer Lebensqualität, wenn nicht gar in Teilen ihrer Existenzgrundlage zu berauben, um das Leben einer verschwindend kleinen Minderheit, in den meisten Fällen eh nur kurzfristig, da es sich auf den Intensivstationen vorwiegend um ältere Personen handelt, zu retten?“ So fragt die Autorin und bezieht sich dabei auf das Beispiel der Covid-19-Erkrankungen. Zugegeben, vielen mag das eine heikle Fragestellung sein. Aber was bringt es, die Augen vor dieser Wirklichkeit zu verschließen? Das Leben: Ein Geschenk? Ist das wirklich so und ist es das immer und unter allen Umständen?
Unter der Überschrift „Moralischer Generationenvertrag“ befasst sich Pagener-Neu mit der Frage, ob man von einem „Vertrag“ überhaupt sprechen kann, wenn er (Zitat) „… naturgemäß, nur von einem Vertragspartner (den Eltern) einseitig festgelegt werden kann und er dem anderen (dem Kind) wie selbstverständlich aufgezwungen wird, da es ihn nicht verhandeln kann?“ Kinder arbeiten und zahlen ins Sozialsystem ein; Kinder „sichern“ die Rente (?) Was vom Ansatz her gewiss mal gut gedacht war, darüber muss kann man heute nochmal gründlich nachdenken. Außerdem – und dies ganz besonders – schaue man einmal auf die teils vielfältigen Erwartungen, die den Kindern innerhalb ihrer Familien aufgebürdet werden und deren Erfüllung oft kompromisslos eingefordert wird. Dabei ist es doch so, dass (Zitat) „… Eltern, indem sie Kinder in die Welt setzen, bewusst ein Risiko eingehen und daher nichts von ihrem Kind erwarten dürfen, sondern ihm alles schulden?“
Hier fällt mir ein Film ein: „Rate mal, wer zum Essen kommt“ mit Spencer Tracy, Sidney Poitier und Katherine Hepburn. Da fallen in einer Szene, die mir schon als Jugendliche gefallen hat, Äußerungen eines Vaters, der aufzeigt, was er alles für sein Kind getan hat, und der damit kundtut, wie wenig einverstanden er ist, dass das Kind nun nicht tun will, was er (Vater) für richtig hält. Antwort des „Kindes“ darauf: „Als du mich in die Welt gesetzt hast, war alles, was du getan hast, deine gottverdammt Pflicht.“ (So oder ähnlich gesprochen.) Und ich war damals schon der Ansicht, das stimmt so.

12 x Nachdenkenswertes

Kolumnen mit Überschriften wie „Religion“, „Naturverherrlichung“, „Diskriminierung“, „Politische Parteien und der mündige Wähler“ … lassen schon mit eben diesen aufhorchen. Ich bin mir ganz sicher, dass die Überschriften es in manchen Köpfen klingeln lassen. Das ist nur richtig so! Und zwar, weil wir durch Medienberichterstattung mit diesen Themen konfrontiert werden, aber uns nicht wirklich damit auseinandersetzen. Diese Auseinandersetzung jedoch ist spätestens jetzt und gerade in der aktuellen Situation der Welt gefordert. Jetzt ist die Zeit, dass Menschen wach und sich ihres Anteils am Ganzen bewusst werden. Es ist Zeit, aufzuwachen, sich nicht mehr bequem zurückzulehnen und sogenannte Verantwortliche einfach machen zu lassen. Schluss mit allen Komfortzonen!
Nachdenken, eine Meinung bilden (statt bilden zu lassen), Position beziehen und sie mit Argumenten klar zu vertreten, das Leben (wieder) in die eigenen Hände nehmen, Eigenverantwortung übernehmen und verantwortungsbewusste Entscheidungen treffen für sich, für das eigene Umfeld und damit auch im Sinne aller – das geht nur, wenn man sich mit den Themen auseinandersetzt, die Gabriela Pagener-Neu in „Wider den gesunden Menschenverstand“ anspricht. Die von ihr gestellten Fragen sind dabei sehr hilfreich.
Darüber hinaus, so sei von mir persönlich noch angemerkt, gibt es über diese 12 Themen noch einige mehr, die ebenso kritisch hinterfragt und intensiv bedacht werden sollten.

„Wider den gesunden Menschenverstand“
von Gabriela Pagener-Neu
66 Seiten, Hard- und Softcover sowie als E-Book
erschienen bei tredition
überall bestellbar, insbesondere im tredition Buchshop

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