Die Falle

Testen ohne Ende

Es ist ja schon schlimm genug, dass es Geschäfte gibt, in die man nur mit einem gebuchten Termin hineingelassen wird. Aber in nicht wenigen wird auch ein aktueller PCR-Test gefordert.
Mal abgesehen davon, dass ich von diesen Tests gar nichts halte, habe ich keine Lust, irgendwo auf einer Terminliste zu stehen bzw. mir vor einem Laden wartend die Beine in den Bauch zu stehen. Einkaufen oder auch mal „shoppen“ geht anders.
Alles irgendwie doof, oder?

Herzensdinge

Richtig schlimm wird es aber, wenn ein negative Test die Voraussetzung sein soll, das Enkelkind zu besuchen.
Seit Oktober 2020 bin ich zum 4. Mal Omi. Hab mich gefreut wie Bolle. Zuerst bestanden die Eltern auf Maske beim Besuch. Hab ich respektiert und hätte ich so gemacht , obwohl auch das mich Überwindung gekostet hätte, weil die Maskerade mich immer belastet. Überwindung geht für mich nur, wenn ich weiß, dass ich nach spätestens 20 Minuten das Ding wieder entfernen kann und ich mich in diesen 20 Minuten sehr aufs Einkaufen fokussiere (die einzige Gelegenheit, wo ich die Gesichtstüte aufsetze).
Wehe, es dauert dann aber an der Kasse zu lange …

Nun „kann man sich ja kostenlos zweimal wöchentlich in Testzentren testen lassen“, so wurde mir gesagt. Und dann „sei es ganz easy und man könne sogar ohne Maske …“
Mein Herzschlag verdoppelte sich sofort, als ich das hörte, und mir wurde ganz übel.
Da gibt es leider ein Trauma in meinem Leben: Vor knapp 13 Jahren musste ich im Vorfeld einer größeren Krebs-OP allerlei Untersuchungen über mich ergehen lassen. Mal davon abgesehen, dass ich sowieso gleich nach Erhalt dieser Diagnose in einem Aufzug abwärts stand, hieß es dann von Doktorenseite „wir müssen hier mal reingucken und da und dort …“ Ich musste also … nein, ich will das nicht so detailliert schildern.
Jedenfalls kann ich mich seitdem nicht überwinden, mir von irgendwem irgendwelche Stäbchen oder Röhrchen oder Schläuche in irgendeine Körperöffnung schieben oder Nadeln in meinen Körper stechen zu lassen.

Das Enkelkind wird also auf seine Omi noch warten müssen.
Ich arbeite wirklich daran, dieses Trauma hinter mir zu lassen.
Aber selbst wenn ich das schaffe, und ich gehe schon davon aus, dass es mir gelingt, steht mir dann meine Überzeugung im Weg: PCR-Tests sind ungeeignet, für diagnostische Zwecke nach wie vor nicht zugelassen, daher obendrein nicht sicher und letztlich nur eine Pseudo-Versicherung, oder etwas, womit mancher sein Gewissen beruhigt bzw. andere in einer Sicherheit wiegt, die es eigentlich niemals gegeben hat, gibt und geben wird.
Mir wurde tatsächlich schon um die Ohren gehauen, es sei eine Frage der Ethik, „dass man sich gefälligst testen lasse. Man bedenke: Ich könnte infiziert sein und jemanden anstecken, der dann … Eine Anzeige wegen Körperverletzung (womöglich mit Todesfolge) wäre dann wohl unausweichlich …“ – Mit diesem Zeitgenossen rede ich seitdem nicht mehr!

Und was kommt noch?

Musik machen demnächst auch nur mit Impfung?
Oder zumindest mal schnell einen Test vor Probe und Konzert?
Ich fühle mich wie in einer Falle!
Das ist ein mir sehr vertrautes Gefühl von Ausgeliefertsein, von dem ich eigentlich glaubte, es in meinem letzten Lebensdrittel nicht mehr erfahren zu müssen. Aber es scheint sich zu bewahrheiten: Erstens kommt es anders, als man zweitens denkt.
Alles in mir schreit nach Weigerung und Protest.

Und ich bin sehr traurig.

Foto von PublicDomainPictures pixabay.com

2 Kommentare zu „Die Falle

  1. Es ist einfach zu sagen, ich mache keinen Test und demnächst auch ich lasse mich nicht impfen. Aber dann steht die Frage, keine Familie mehr zu haben. Das ist wirklich sehr traurig. Ich wohne schon einige Zeit nicht mehr in D und kann meine Familie wie Kinder und Schwestern und Mutti nicht mehr sehen, ohne Test oder Impfung. Obwohl es sehr, sehr schwer ist, werde ich mich nicht beugen und erpressen lassen.

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    1. Da stimme ich Dir zu. Diese blöde Angst spaltet die Gesellschaft wie das Individuum. Das Vertrauen in den anderen geht den Bach runter. Insbesondere jedoch das Vertrauen jedes Einzelnen in sich selbst.
      Ich erlebe zurzeit Menschen, von denen ich immer dachte, sie seien intelligent und klug, die aber jetzt Meinungen übernehmen, die andere für sie gebildet haben, die ihre Sichtweise auf Bilder und Nachrichten begründen, ohne sie zu prüfen bzw. notwendige, vernünftige Vergleiche heranzuziehen. Das ist erschütternd.
      Und so finde ich es zwar schlimm, dass es in Familien wie draußen zugeht, dass eben Test und Impfung zur Bedingung für das Miteinander gemacht werden, aber gleichzeitig habe ich Verständnis. Denn nichts anderes als ANGST treibt diese Menschen. Man kann sie ihnen leider nicht ausreden, denn ein starkes Gefühl wird nur durch ein anderes mindestens ebenso starkes Gefühl allmählich ersetzt. Gegen Angst hilft nur Liebe und Vertrauen. Leider braucht es viel Zeit und Geduld, aber es lohnt sich. Davon bin ich überzeugt. Und wie Du lasse auch ich mich zu nichts zwingen. Der Preis ist hoch, aber er wird sich auszahlen!

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