Das Leben ist einfach

Zu diesem Schluss komme ich immer wieder, wenn sich ein innerer Sturm gelegt hat. Die oft banalen Anlässe für Ärger und Stress können einem, wenn man sich leidenschaftlich seiner Stimmung hingibt, für einen gewaltigen Aufruhr im Innern sorgen. Es ist wohltuend zu erleben, wie schnell so ein Hurrikan sich verkrümelt, wenn ich ein paarmal tief ein- und ausatme und „zurücktrete“ vom Stressgeschehen.

Die Masken-Diskussion

Ort: eine chirurgische OP-Praxis
Grund für den Besuch: Besprechung einer anstehenden Zahn-OP
Grund für den Ärger: „Sie können hier nicht mit einem einfachen Mund-Nase-Schutz rein.“

Gerade eben war ich noch leichtfüßig in die Praxis gekommen, hatte den Tresen der Anmeldung noch nicht erreicht, da ruft mir die maskierte Dame ebendies entgegen. In Millisekundenschnelle schaltete etwas in mir auf Aggression. Wie kommt mir die denn? Ich trage so’n blödes Dings im Gesicht, ich bin gesund und munter … und vom Mummenschanz halte ich eh nichts … ich rücke hier heute niemandem auf den Pelz und will nur eine kurze Besprechung der Vorgehensweise, um eine Zahnlücke mit Implantat zu schließen.
Mein Widerspruch, dass ich ja einen Schutz tragen würde, verhallt im Raum. Nein, lässt die Dame – die eigentlich sehr nett ist – verlauten: OP-Maske oder ich darf nicht rein.
Gut, sage ich, dann muss ich wieder gehen.
Ich könne für 1 Euro eine Maske kaufen.
Will ich aber nicht. Der kleine Teufel namens Trotz baut sich in mir auf und hat kampfbereit den extraspitzen Dreizack gezückt; na, der werden wir schon, grollt er.
Tja, dann … müsse ich wieder gehen.
Da tritt ein Doktor auf den Plan …

Langer Rede kurzer Sinn: Dass die Praxis mit 25.000 Euro Bußgeld belegt wird, möchte ich natürlich nicht. FALLS sie kontrolliert werden, FALLS man sie „erwischt“, wenn jemand ohne so’n OP-Dings im Gesicht in der Praxis rumläuft.
Das schlechte gewissen gibt dem zornigen kleinen Teufel einen heftigen Schubs „Platz da! Verkrümel‘ dich!“, und schon krieche ich einsichtig(?) zu Kreuze. Ich kaufe eine Papiertüte und verberge dahinter Nase und Mund. Dass die auch noch kontrolliert Temperatur bei 36,7 Grad lag statt bei 58,2 – wie ich befürchtete, da ich so zornig war und dampfte – erstaunte mich.

Die Macht der Bußgelder

… zwingt viele in die Knie.
Mal davon abgesehen, dass ich selbstverständlich einsehe, dass eine Klinik ein hochsensibler Bereich ist, in dem die dort arbeitenden Menschen auch ohne Covid 19 und seine zahlreichen Geschwister mit Mundschutz und Handschuhen rumlaufen und sich tagtäglich mehrfach die Hände desinfizieren müssen, worunter die Haut nicht unerheblich leidet (die Haut der Hände des Chirurgen sind im Verhältnis zur übrigen sichtbaren Haut beinahe durchsichtig), hatte ich im anschließenden Gespräch mit dem Arzt das Gefühl, MAN TUT EBEN, WAS VERLANGT WIRD. Wir sprachen nicht darüber, das will ich hier ganz klar sagen, aber diese Aussage schwebte wie ein unsichtbarer Ballon über unseren Köpfen, und im Blickkontakt herrschte Einigkeit. Übrigens nicht die erste Erfahrung dieser Art in einer Arztpraxis.
Es ist die Macht drohender Bußgelder bei Regelverstoß, die die Menschen zurzeit mehr ängstigt als eine Covid 19-Infektion. Der brave, wohlerzogene Mensch, der stets Regeln und Gesetze beachtet und die Strafe andernfalls fürchtet (zumindest, wenn dieser Mensch ein normal entwickeltes Unrechtsbewusstsein hat), beugt sich und tut, WAS MAN EBEN TUN MUSS. Oder soll.

Keine Konsequenzen

Seltsamerweise kenne ich Menschen, die sich weigern, Bußgelder zu zahlen. Und es passiert ihnen … nichts. Komisch.
Eine tatsächlich geschehene Situation: Eine Frau, die seit ihrer frühesten Kindheit an schwerem Asthma leidet, betrat ohne derzeit vorgeschriebene FFP2- bzw. OP-Maske einen Supermarkt und wurde (natürlich?) angehalten. Ihre Antwort, dass sie von der Maskenpflicht befreit sei und dies mit einem ordentlichen Attest ihres Arztes auch belegen könne, wurde gehört, aber wohl nicht ernst genommen. Man rief die Polizei – natürlich kommt nicht die Polizei, es erscheint der „Ordnungsdienst“. Die kamen gleich zu viert.
Einer der Beamten(?) unterhielt sich mit der jungen Frau, die drei anderen standen hinter der Frau. Schlussendlich wurde ihr, weil sie sich fortgesetzt unter Berufung auf das vorliegende Attest weigerte, eine entsprechende Maske zu tragen, ein Bußgeld von 25 Euro auferlegt.
Sie hat nicht gezahlt. Und das ist ihr nicht zum ersten Mal passiert, sondern schon 3 x.
Es erfolgten keine Konsequenzen bis zum heutigen Tag (?)

Die Szene macht’s

… so die Vermutung manchen Zuschauers dieser Begebenheit. Mitanzusehen, wie einer „zur Ordnung gerufen“ und „gemaßregelt“ wird, wenn er nicht spurt, das hinterlässt einen erschreckenden und bleibenden Eindruck bei allen anderen, die das Geschehen mitbekommen. Ist Einschüchterung …

Nee, hier muss ich nicht weiter ausführen, wohin das Ganz läuft oder laufen soll.
Aus Schulzeiten kennt es wohl jeder: Wenn Lehrer nicht mehr weiterwissen, schaffen sie schon mal Präzedenzfälle, damit die übrigen Schüler gar nicht auf den Gedanken kommen, sich „falsch“ zu verhalten. Da wird dann der Aufsässige vor versammelter Klasse bestraft, gedemütigt oder sonst was Blödes mit ihm veranstaltet. Gleiches gilt für Eltern und andere „Vorgesetzte“ im Leben.
Und in „Zeiten wie diesen“ scheinen es in erster Linie die teils drastischen Maßnahmen zu sein, die die Menschen in Schach halten (sollen) und nicht ein Virus.

Das fühlt sich nicht gut an. Das ist aber auch nicht ganz neu … Es hat jetzt lediglich eine Spitze erreicht, bei der selbst die sonst gelassenen Gemüter allmählich ungehalten werden. Hier und da blitzen Unmut und Widerspruch auf, immer häufiger höre ich Menschen zu, die ANDERS DENKEN. Ja, sie beginnen, wieder SELBST zu denken. Das erleichtert mich sehr und trägt ebenfalls zur Beruhigung meines manchmal aufmüpfigen Trotzteufels bei.

Das Leben ist einfach

Das denke ich immer öfter. Auch „diese Zeiten“ werden wir überstehen. Kluge Köpfe sterben nicht aus, und sie erkennen – die einen früher, die andern später – welch Schwachsinn in der „derzeitigen“ Kommunikation der noch verantwortlichen Politiker und der wenigen vorzeigewürdigen und anscheinend medientauglichen Fachleute steckt. Ich erkenne fast ausschließlich Abstraktionen in der Kommunikation, viele Schlagworte, und last but not least: Der Ton macht die Musik, und die klingt bei vielen Sprechern derzeit nach Trauermarsch.

Ich lasse mich nicht unterkriegen. Das ist mal das Wichtigste. Ich selektiere, ich mache mein Leben einfach. Wie schon an anderer Stelle geschrieben: TV aus, schöne Bilder nähren Geist und Gemüt, Bewegung an frischer Luft tut Weiteres und: Spiritualität, wie ich sie schon seit vielen Jahren lebe, hilft auch jetzt, klaren Geist zu bewahren; mal abgesehen von Stimmungsschwankungen, die man manchmal eben nicht wegmeditierend kann, ich bin schließlich Mensch 😉
Ich denke.
Ich informiere mich vielfältig.
Ich höre Menschen zu; etwas, das Politiker verlernt haben bzw. woran sie gar kein Interesse haben.
Ich denke vor allem fortgesetzt positiv.
Denn bei allem Chaos, das herrschen kann im Inneren wie im Außen (und da derzeit ganz besonders), ist es ein ungeschriebenes (Natur-)Gesetz, dass auch das andere Extrem wiederkehren wird.

Und ich liebe die Ruhe nach dem Sturm. Ganz gleich, ob ich mich in einer Arztpraxis aufgeregt habe oder draußen die vielen Tütengesichter anschauen muss, die inzwischen die Städte, auch Wald und Wiesen bevölkern und sogar damit Auto, Fahrrad und Roller fahren und mich daran erinnern, dass derzeit unsinniges Chaos verursacht wird.
Und ich freue mich auf die Ruhe, die bald wieder herrschen wird … denn Wahrheit ist meine allerbeste Freundin, und die kommt unweigerlich ans Tageslicht.
Wie die dann ausschaut, kann derzeit nur spekuliert werden. Aber sicher ahnt mancher bereits, wie es sein könnte. Fakt ist: Wahrheit beendet alle Spekulation, alle Verschwörungstheorie und auch den Irrsinn, der uns gerade höllisch auf die Nerven geht. Und sie befreit uns von allem, was die Ursache für das Chaos ist.
Und die Viren sind es NICHT.

In diesem Sinne: Nehmt es leicht, bleibt gelassen und tut euch Gutes und habt einen wundervollen Tag.

Das Foto stammt von ambadysasi http://www.pixabay.com

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