Ein Blick zurück in die Geschichte …

Stichwort: Spanische Grippe

Es hat mich einfach gereizt, doch wieder zu recherchieren. Mein Wissensdurst kennt einfach keine Grenzen. Und das hat sich sehr gelohnt. Wenngleich ich einiges wusste – ihr müsst wissen, ich befasse mich auch seit über 35 Jahren mit Medizin – habe ich ein paar interessante Aspekte und eine Überraschung entdeckt.

Auslöser der Suche: Berichte über Nachwirkungen und Spätfolgen einer SARS CoV2-Erkrankung

Das wollte ich nochmal bestätigt wissen. Denn ich weiß von meinem Onkel Doktor, dass Grippeviren ein recht anhängliches Pack sein können. Auch wenn man sich wieder gesund und fit fühlt, soll man nicht meinen, sie hätten ihr Bündel geschnürt und seien „gegangen“. Ganz im Gegenteil. Sie nisten recht gern in Geweben, z. B. Knochenhaut, Bindegewebe u. Muskeln oder auch in Knochen.
Dass eine „richtige“ Grippe eine lange Rekonvaleszenz nach sich zieht, ihre Nachwirkungen nicht zu unterschätzen und belastend sein können UND dass manche Beschwerden gar nicht mehr verschwinden oder sich im weiteren Verlauf auch andere Krankheiten aus einer einstigen Grippe-Erkrankung entwickeln können, ist bekannt. Insofern fand ich die bisher und aktuell bezüglich einer Corona-Erkrankung entstehenden Folgen gar nicht neu, auch wenn sie von den Medien so dargestellt werden.
(Vergleich: Auch beim Wetter bzw. bezogen auf den Klimawandel zieht man nur etwa die letzten 100 bis 150 Jahre als Verlauf in Betracht. Besser wäre, man würde noch weiter zurückblicken. Wofür hat der Mensch Geschichtsbücher und Archive mit amtlichen Aufzeichnungen über Jahresgeschehnisse, Notizen zu schlechten Ernten z. B. wegen anhaltender Dürre und ausbleibendem Regen oder auch das Gegenteil davon?)

Mein Schüssel: Wikipedia

Einfach mal drauflos gegoogelt und, wie so häufig in meiner Arbeit, Wikipedia in den Suchergebnissen angeklickt. Bingo! Auch wie so häufig.
Da gab es 1918/1919 und teilweise bis 1920 hinein eine Epidemie. Manche sprachen von einer heftigen Influenza-Welle. Doch gab es ein neuartiges Virus aus der Gruppe der Grippeviren (auch Corona-Viren genannt … merkt ihr was?), ein Abkömmling, der ungewöhnlich virulent war. Name: AH1N1, ein Subtyp. Schlimme Sache damals!

Die Infektionen und Erkrankungen verliefen in 3 Wellen.
Berichten und Aufzeichnungen zufolge sollen etwa 500 Mio Menschen infiziert gewesen sein; 20 bis 50 Mio Patienten fielen der Erkrankung zum Opfer. Manche schätzten sogar bis 100 Mio Menschen.
Impfungen gab es nicht. Neben allerlei Maßnahmen zur Linderung der Symptome, weil man keine adäquaten Medikamente hatte, wurden einige fragwürdige Arzneien angewandt, u. a. verabreichte man auch Aspirin. Das alles mit wenig Erfolg.

Interessant: Die Symptome

  • plötzlicher Krankheitsbeginn,
  • ausgeprägtes Krankheitsgefühl im ganzen Körper: Kopfschmerzen und Gliederschmerzen, Rücken- und Kreuzschmerzen, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Antriebsschwäche, Unfähigkeit zur Konzentration, Lustlosigkeit,
  • mitunter Frösteln oder Schüttelfrost,
  • trockener Husten, quälender Reiz- oder Krampfhusten, mitunter starke Reizungen im Hals- und Rachenbereich.
  • Darauf folgend Fieber, über ein oder zwei Tage hinweg Temperaturanstieg auf über
    40 °C.
  • Reduzierte Herzfrequenz auf 60 in der Minute oder weniger.
  • Krankheitsdauer im Durchschnitt drei, seltener fünf oder mehr Tage.
  • In schweren Fällen trat eine Lungenentzündung in Form einer Primärpneumonie durch die Grippeviren beziehungsweise in Form einer Sekundärpneumonie durch bakterielle Superinfektionen ein, mitunter begleitet von sich schnell entwickelndem hämorrhagischen Fieber und einer bläulich-schwarzen Verfärbung (Zyanose) der Haut, die vom Mangel an Sauerstoff rührte.
  • Der Tod trat in der Regel am achten oder neunten Krankheitstag ein, Ursache war zumeist die bakterielle Sekundärinfektion.

    Aus diesem „Katalog“ sind einige für Covid 19-Infektionen/Erkrankungen bekannt.

Schutz-Maßnahmen und prominente Opfer

Ja, gab es auch, man glaubt es kaum.
In dem Wikipedia-Beitrag ist ein Bild zu sehen, wo ein Schaffner Fahrgästen ohne MASKE den Zutritt in die Bahn verweigert – Gesundheitsschutz in Seattle/USA im Jahre 1918.
Behelfsmäßige Krankenhäuser wurden errichtet, meist unter Zuhilfenahme des Militärs, weil es anders nicht mehr zu bewältigen war.
UND: Es gab schon damals auch Anordnungen, wie z. B. das Tragen von Schutzmasken und einiges mehr … – Persönliche Anmerkung: Trotz dieses Wikipedia-Beitrages und der Parallelen bin ich immer noch der Ansicht, dass die HEUTZUTAGE in zivilisierter Gesellschaft geltenden Verhaltensweisen bezüglich (Alltags-)Hygiene (oft Hände waschen, niemandem auf die Pelle rücken, also Abstand halten, NICHT krank – egal womit – eine Großveranstaltung besuchen oder eine Geburtstagsparty feiern, sondern im Bettchen bleiben und gesund werden) für die jetzt herrschende Corona-Covid19-Grippe-Welle ausreichend wären. Ein Lockdown war und ist nach meiner ganz persönlichen Einschätzung hinsichtlich der wirtschaftlichen und daraus resultierenden gesellschaftlichen Folgen übertrieben und nicht erforderlich.
Protestiert hat damals niemand, jedenfalls steht bei Wikipedia darüber nichts. Es waren andere Zeiten, mit den heutigen nicht vergleichbar.

Wie auch zu lesen ist, sind damals einige prominente Menschen dem bösen Abkömmling AH1N1 zum Opfer gefallen. Zum Beispiel:

– Egon Schiele (Maler) und seine Frau Edith
– Franz Kafka (Schriftsteller)
– Karl I. (Österreichs letzter Kaiser)
– Max Weber (dt. Soziologe und Nationalökonom)
– und … Frederick Trump – der Großvater von Donald Trump (ob der das weiß?)

Nachwirkungen und Spätfolgen

Die Rekonvaleszenz dauerte lange; wie auch heute noch. Man muss dem Körper schon genug Zeit geben, sich zu erholen von solch einer schweren Krankheit.
Damals – und ich schätze auch heute noch – waren die Menschen lange Zeit äußerst erschöpft, wurden von großer Müdigkeit geplagt und auch Depressionen wurden beobachtet.
Ich kann aus eigener Erfahrung ein Lied davon singen: Im Winter 2018 hatte mich eine Grippe erwischt. Es hilft wirklich nur eins: Bettruhe und genug Zeit für die Rekonvaleszenz. Noch 6 Wochen nach der Grippe erschien mir ein definitiv entspannter und gemütlicher Spaziergang wie die Besteigung des Mont Everest.

Die Nachwirkungen bzw. Spätfolgen, von denen ich inzwischen hörte, ähneln teilweise jenen von 1918/19 und 1920:

  • neurologische Funktionsstörungen
  • akute Enzephalitis
  • Lethargie
  • Hirnentzündung
  • unkontrollierte Schlafanfälle
  • Störungen ähnlich der Parkinson-Krankheit
  • und es gibt sicher noch einige, die hier nicht verzeichnet sind.

… lohnt sich

Soviel steht wohl fest, oder? Mir hat es nun geholfen, mich weiterhin in meiner Balance zu halten, von der ich kürzlich schrieb.
Wissen ist Macht. Wissen hilft. – Was ich mir jetzt noch wünsche? Dass wir nach Welle 1 und 2 vielleicht keine 3. erleben werden, und dass dann mindestens 100 Jahre wieder Ruhe herrscht, bis vermutlich dann doch mal wieder so ein Abkömmling versucht, die Weltbevölkerung zu dezimieren.

Den gesamten Wikipedia-Beitrag findet ihr unter diesem Link:
Spanische Grippe

Beitragsbild von silviarita auf pixabay.com

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