Die Zeitvertreiber

Eigentlich bin ich ein sehr verständnisvoller Mensch. Oft viel zu tolerant lasse ich jedoch zu, dass mir manche Menschen ihre Gedanken zu den unpassendsten Momenten aufdrängen. Das Schlimmste daran ist, dass der Inhalt ihrer Gedanken offenbar dem puren (einseitigen) Zeitvertreib zu dienen scheint, nicht etwa einer guten Kontaktpflege.

Zeitvertreiber 1:
So einer (oder eine, es kann ja auch eine weibliche Person sein) ruft an, grüßt nicht, sondern klappert und scheppert mit Töpfen und Pfannen, während er/sie eine Nachricht auf dem AB hinterlässt, redet irgendwas Unverständliches (der Mensch, an den ich mich dabei erinnere, spricht ein wenig ‚verwaschen‘) und legt ebenso grußlos auf. Da frage ich mich, ob ich überhaupt gemeint war, oder ob derjenige sich vielleicht verwählt hatte.
Generell verabscheue ich es, dass Menschen mit mir telefonieren und nebenher Multitasking betreiben; z. B. Bildchen malen und mir die dann per Facebook schicken, aber nicht aufmerksam zuhören, Wichtiges nicht mitbekommen. Das ist kein Multitasking, sondern mangelhafte Aufmerksamkeit mit einer gar nicht kleinen Spur von Ignoranz, finde ich.

Zeitvertreiber 2:
Das sind solche, die endlos lange Messenger-Nachrichten schicken (WhatsApp oder Facebook), in denen es nur um sie selbst und allem darum geht, was sie so treiben.
Bevor jetzt jemand denkt, ich sei egoistisch und verständnislos, möchte ich sagen, dass ich in einer Verbindung von Mensch zu Mensch, zwischen Freunden und Freundinnen selbstverständlich interessiert bin.
Ja, und jetzt kommt das Aber: Wenn Nachrichten nur dazu dienen, dass sich der Absender mitteilt, dann fühlt sich das inzwischen häufig doof an. Auf die Inhalte kommt es doch an; und für manche dieser Nachrichten bin ich nicht der passende Empfänger bzw. ich bin keine „Infomüllhalde“, auf die man einfach so irgendwas hinwirft.

Solche Menschen habe ich nun „Zeitvertreiber“ getauft.

Ich habe mich in meinem Leben schon von Energievampiren verabschiedet. Wer, wie ich, mit viel zu großer Empathie ausgestattet ist und auf seine Mitmenschen entsprechend eingeht, gerät in Gefahr, selbst belastet oder gar krank zu werden.
Nun löse ich mich von diesen Zeitvertreibern. Ich kann und will es mir nicht mehr leisten, Zeit zu vertreiben, und lasse nicht mehr zu, dass andere es tun.

Dafür habe ich keine Zeit.

Bild von xaviandrew auf Pixabay

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